Qwantum

b-familieUnd da waren es drei

Qwantum ist nach Qwixx und Qwinto das dritte Würfelspiel der Qw-Reihe und soll auch deren Abschluss darstellen.

Es wird natürlich wieder gewürfelt und fleißig auf einem Block eingetragen. Gemeinsam ist auch das puristische Design, was sich durch die gesamte Reihe durchzieht, dem Erfolg aber keinen Abbruch getan hat. Waren doch Qwixx auf der Nominierungs- und Qwinto auf der Empfehlungsliste zum Spiel des Jahres. Nun zwei Jahre später soll der jüngere Bruder es auch wieder schaffen.

Ob die Erwartungen erfüllt werden?


Das Spiel

Wir haben einen Block mit 4 farbigen Reihen, in denen auf den ersten vier Feldern aufsteigende Zahlen und auf den dann folgenden zwei Feldern absteigende Zahlen eingetragen werden müssen. An Zahlen kommen wir durch das Würfeln der 6 farbigen und des einen nicht gefärbten Würfel. Nach dem Wurf entscheidet sich der aktive Spieler, ob er das Ergebnis so akzeptieren will oder noch einmal würfelt. Dabei kann er alle oder auch nur einzelne Würfel neu würfeln.

Was macht er nun mit den Würfeln?

Er addiert die Zahlen einer Farbe zusammen und ergänzt die Summe um den Wert des nichtfarbigen Würfels. Dieser Wert wird dann in eine der vier Reihen eingetragen. Immer unter der Maßgabe, dass Zahlen auf- bzw. absteigend eingetragen werden müssen. Kann oder will er ein Ergebnis nicht nutzen, so kreuzt er einen Fehlwurf an. Diese steigen mit den Minuspunkten an.

Aus den nicht genutzten Würfeln dürfen sich alle anderen eine Farbe aussuchen (immer unter Hinzunahme des weißen Würfels). Dann geht das aktive Würfelrecht an den linken Nachbarn.

Können in einer Spalte alle vier Werte eingetragen werden, so wird der zweitniedrigste Wert in das Wertungsfeld eingetragen.

Das Spiel endet, wenn entweder alle 24 Felder belegt wurden oder ein Spieler seinen fünften Fehlwurf ankreuzen musste. 

 


Autor: Anna Oppolzer, Stefan Kloss, Reinhard Staupe • Grafiker: Oliver Freudenreich
Verlag: Nürnberger Spielkartenverlag (NSV) • Jahr: 2018

spieler2-4 Spieler • alterab 8 Jahren • zeitca. 15 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu NSV)


Spielgefühl

Da ich die beiden ersten Spiele aus der Trilogie richtig gelungen fand, habe ich mich entsprechend auf Qwantum gefreut.

Und das Spiel lässt sich auch gut an. Zwei der Erfolgsfaktoren aus den beiden ersten beiden Spielen sind auch wieder an Bord: die Verwendung der Würfelzahlen für alle, dadurch dass sich die Mitspieler aus den nicht ausgewählten Würfeln bedienen können. Zudem das bekannte Notieren von Zahlen in aufsteigender Reihenfolge.

Aber bereits nach dem ersten Drittel fällt das Bedienen an den Würfelergebnissen des aktiven Spielers weitestgehend aus, da es nun höherer Zahlen bedarf und die lassen sich aus zwei-drei Würfeln meist nicht mehr herstellen. Davon profitiert dann im letzten Drittel meist der vorn liegende Spieler, in dem er seine absteigend zu bildenden Reihen voll machen kann. Die anderen können dann nur – mit ein wenig Schadenfreude zuschlagen – sollte man sich mal deutlich verzocken.

In Summe ist das Glück in Qwantum ziemlich dominant. Trotz des Neuwürfelns, ist es mir eher nicht möglich, etwas zu korrigieren. Das nervt ein wenig.

Das Würfelspiel dauert länger als angegeben. 15 Minuten ist eher optimistisch geschätzt. Die meisten Partien zu viert dauerten länger als 20 Minuten. Auch weil die Würfel nicht alle gleich sind und man für einen zweiten Wurf, diese genauer betrachten muss, um eine höhere Wahrscheinlichkeit für ein besseres Ergebnis zu haben. Zudem muss man die Blöcke der Mitspieler stärker im Blick haben, um den eigenen Wurf besser würdigen zu können. Und ggfl. seinen Gegnern nicht noch ungewollt, ein Geschenk zu machen.

Dieses ist insbesondere, wenn in den meisten Spielen nach etwas mehr als der Hälfte der Spielzeit der Sieger schon feststeht. Dadurch ist die restliche Spielzeit häufig nur noch ein Abwickeln des Spiels, was nicht gerade ein positives Gefühl hinterlässt. Nur in ganz wenig Fällen, konnte noch jemand den designierten Sieger vom Thron schubsen. Und das war dann mehr als glücklich. 

Dabei liegt dieses noch nicht einmal am zu hohen Einstieg, den man trotz eines Maximalwertes von 33 vermeiden sollte, da dieser nur von theoretischer Natur ist. In der Anleitung wird diese Warnung auch klar ausgesprochen. Dennoch fallen die Würfel ab einer gewissen Größenordnung, nicht immer so wie sie sollen (siehe Glück oben).

Da dieses aber alles so ist, greife ich liebe zu den beiden Vorgängern. Da bin ich rundherum zufrieden mit. Und das ist auch gut so. Wenn ich Qwantum dennoch spielen sollte, dann am ehesten zu zweit. In dieser Besetzung hat es mir noch am besten gefallen.


Kurzfazit: Meine Kinder fanden das Spiel gut und ihnen zu liebe spiele ich es auch noch einmal mit. Aber es hat für mich die oben aufgezeigten Schwächen ab der zweiten Spielhälfte und daher würde ich ein Qwixx (wenn es schnell gehen soll) oder das etwas anspruchsvollere Qwinto aus der Trilogie bevorzugen. 

  • Gute Anleitung. Leichte Zugänglichkeit
  • Downtime ist zumindest zu Beginn relativ gering – alle sind beteiligt

 

  • Das letzte Drittel ist bei vielen Spielen eher unnötig, da ein Sieger frühzeitig feststeht
  • Kann den Vergleich zu Qwixx und Qwinto nicht bestehen
  • Sehr hoher Glücksfaktor
  • Gefahr des höheren Spielaufwandes, wenn man sich die Würfel für einen Nachwurf stärker ansehen muss.

Ich muss zugeben, dass ich Qwixx immer noch sehr gerne spiele. Umso größer war die Enttäuschung und vielleicht auch persönliche Fallhöhe für Qwantum. Mag sein, dass ich es isoliert betrachtet, etwas besser gesehen hätte.

Dennoch ist mir die Glücksanteil zu hoch. Zudem ist es bei so einem einfachen Spiel sehr unbefriedigend, dass der Sieger mit sehr großer Wahrscheinlichkeit schon recht frühzeitig feststeht.


 


 

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Ich muss an dieser Stelle einfach mal anmerken, dass der Sieger mitnichten schon nach zwei Dritteln feststeht, wenn man entsprechend spielt.

    Bei dem abgebildeten Zettel der Rezi ist die erste Spalte mit den Werten 12, 10, 11, 13 VIEL zu hoch angegangen wurden. Ich selbst fange gerne mit ganz niedrigen Werten an, eine 2, prima, maximal eine 5 oder 6, aber wenn irgend möglich nie höher, schon gar nicht zweistellig. Warum? Ganz einfach: Weil man auf diese Weise sehr viel besser von den Würfen der Mitspieler profitieren kann! Tempo ist ganz wichtig bei Qwantum. Hänge ich irgendwo lange fest und warte auf hohe Werte, dann ist der Zug mitunter rasch abgefahren. Die fetten Punkte werden in der vierten und fünften Spalte gemacht, nicht am Anfang.

    Ebenso wichtig ist es, rasch in einer oder zwei Reihen bis zur dicken weißen Linie vorzudringen, weil man dann eben auch wieder von den niedrigen Ergebnissen der Mitspieler profitieren kann. Ich habe sehr viele Partien erlebt, in denen der Sieger erst in der allerletzten Runde feststand.

    Ich habe extra den spieltechnischen Hinweis in die Spielregel aufgenommen, dass man die Reihen nicht zu stark anwachsen lassen sollte – vielleicht hätte ich es noch expliziter sagen sollen. Die dritte Spalte ist entscheidend bei Qwantum: hier dürfen die Zahlen nicht zu hoch sein! Deshalb zeigt das Regelbeispiel in der dritten Spalte auch als höchsten Wert die 12. Diese Schwelle lässt sich gut nehmen.

    Vielleicht probiert ihr es nochmal mit dem Augenmerk auf die genannten Dinge, dann geht das Spiel auch ziemlich flott. Auch das mit dem höhen Glücksfaktor habe ich schon mal gelesen. Klar, Glücksfaktor ist da, aber für mich ist er deutlich niedriger als etwa bei Qwixx.

    Viele Grüße,
    Reinhard Staupe

    • Hallo Herr Staupe,

      vielen Dank für den Kommentar.

      Der beigefügte Zettel ist nur ein Beispiel einer Spielsituation. Davon gab es diverse andere. Ich kann auch verstehen, dass meine Kritik nicht auf ungeteilte Begeisterung stößt.

      Dennoch glaube ich nicht, dass wir das Spiel falsch gespielt haben.
      Das Spiel wurde selbstverständlich in verschiedenen Ausprägungen gespielt. D.h. es gab auch Personen, die niedrige Zahlen hatten (was ich aber per se nicht allen vorschreiben kann, sonst hätte man auf dem Block noch Regeln einführen müssen, erste Spalte kleiner 10, sonst funktioniert das Spiel nicht). Bei der von Ihnen vorgeschlagenen Vorgehensweise, die ersten beiden Spalten niedrig zu beginnen) führt in der Regel dazu, dass man viele Punkte liegen läßt und ebenfalls nicht gewinnt.
      Des Weiteren gab es Partien in denen man auch bei der Vorgehensweise niedrig beginnen und hoch enden nicht funktioniert hat, da die Würfel einfach nicht fallen wollten. Das ist dann höchst unbefriedigend und auch dieses Element fasse ich unter Glück und geringer Steuerbarkeit.
      Viele Grüße
      Christoph Post

  2. Hallo Christoph!

    Du hast natürlich Recht, diese beknackten Würfel wollen manchmal einfach nicht so fallen, wie man es gerne hätte, und das ist natürlich Glück und nur bedingt steuerbar, aber halt so ähnlich wie bei „Kribbeln“: Beginnt man die Kribbeln-Reihe zu hoch, dann geht es hinten raus häufig gründlich schief (ich kann ein Lied davon singen). Ist kein Muss, niedrig zu beginnen, und das Spiel funktioniert trotzdem, wenn man mal mit einem hohen Kribbeln-Eintrag anfängt, aber die Gefahr zu scheitern ist dann entsprechend hoch.

    Deshalb ist mein Tipp für Leute, die Qwantum zum ersten Mal spielen: eher klein anfangen, damit man als nicht-aktiver Spieler die Ergebnisse der Anderen gut nutzen kann – und dann in der vierten Spalte, die für Sieg und Niederlage von entscheidender Bedeutung ist, richtig einen raushauen! So zumindest die Theorie… 🙂

    Viele Grüße,
    Reinhard

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