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REVIEW | Rezension Brettspiel Bonsai

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Auf der SPIEL in Essen war das Brettspiel Bonsai bei italienischen Verlag DV Games leider sehr schnell ausverkauft, so dass ich leider warten musste, bis das Spiel jetzt kürzlich bei Kosmos erschienen ist.

Dann konnte es endlich an das Baumkreieren gehen. Und wir lassen in kürzester Zeit viele unterschiedliche Bäume entstehen.

Ob sich die Wartezeit gelohnt hat, seht selbst…


SPIELBESCHREIBUNG

In Bonsai haben wir genau zwei Aktionen, die die Spielenden wechselweise ausführen. Wir können „Meditieren“ und aus einer Auslage eine Karte nehmen oder „Kultivieren“ und Baumplättchen an unseren Bonsai fügen. An die Plättchen kommen wir in den meisten Fällen, wenn wir eine Karte aus der Auslage nehmen. An den Slots 2, 3 und 4 erhalten wir diese. Es gibt dabei vier verschiedene:

  • Stamm (bringt 0 Punkte): wird an einen anderen bestehenden Stamm gesetzt
  • Grün (bringt 3 Punkte): wird an einen Stamm gesetzt
  • Blüte (bringt 1 Punkt für jeden freien Platz drum herum): wird immer an ein Grün gesetzt
  • Frucht (bringt 7 Punkte): wird immer an zwei Grün, aber nie benachbart zu einer anderen Frucht, gesetzt.

Das Bauen der Plättchen erfolgt während der Kultivierungsaktion. In dieser dürfen wir entsprechend der Bauvoraussetzungen (zu Beginn, 1 Stamm, 1 Grün und ein beliebiges) Plättchen an unseren bestehenden Baum anfügen.

Bessere Voraussetzungen können wir über die Karten schaffen. Neben diesen gibt es z. B. auch die Gießkanne, welche die Lagerkapazitäten von 5 auf 7 (9, …) erhöht, Meister, über die wir zusätzliche Plättchen generieren, Gehilfen, die uns auch bei der Kartenaktion Bauaktivitäten ermöglichen sowie verschiedene Siegpunktkarten.

Weitere Punkte kann man bei den Zielplättchen erhalten. Hierbei muss man sich jedoch zum Zeitpunkt des Erreichens der Bedingungen in einer der drei Kategorien entscheiden, das Plättchen zu nehmen oder auf die nächste Stufe zu gehen; auch auf die Gefahr hin, dass ein Mitspielender schneller das Ziel erfüllt.

Wird die letzte Karte vom Nachziehstapel gezogen, wird noch eine volle Runde gespielt und dann der beste Bonsai-Meister gekürt.



AUTOR: Rosaria Battiato, Massimo Borzì, Martino Chiacchiera ■ GRAFIKER: Davood Moghaddami
VERLAG: DV Games | Kosmos ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2024

spieler

1-4 Spieler

alter

ab 10 Jahren

zeit

ca. 40 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Kosmos)


SPIELGEFÜHL

Das Brettspiel Bonsai ist zunächst einmal angenehm leicht zugänglich. Zwei Aktionen, die Legeregeln und die Wertung der Siegpunkteplättchen, viel mehr muss man nicht verstehen.

Natürlich fällt die Optik des Spiels ins Gewicht. Noch gar nicht, wenn wir die Schachtel öffnen und die einzelnen Zutaten zu unserem Spielerlebnis herausholen, aber vor allem, wenn wir die einzelnen Bäume entstehen lassen. Ein wenig abhängig von den Siegpunktplättchen wachsen die Bäume dann auch mehr in die Höhe oder dehnen sich seitwärts aus. Ergänzt wird das Ganze durch eine sehr ansprechend gestaltete Anleitung mit einer extra Einweisung in die Grundstilarten der Bonsais.

Das Spiel selbst spielt sich ruhig und in einer angenehmen Schnelligkeit. In weiten Teil ist es sehr still am Tisch und man konzentriert sich auf den eigenen Baum. Dass es nicht zu solitär wird, liegt zum einen an der gemeinsamen Kartenauslage sowie dem Wettkampf um die Siegpunktplättchen. Hier ist es wichtig, die Gegner im Auge zu behalten, um bei Erreichen der jeweiligen Stufen die individuell besten Entscheidungen treffen zu können. Da entstehen schon richtige Belauerungsbattles.
Die einzelnen Aktionen verlaufen sehr schnell, so dass auch in voller Besetzung kaum Downtime aufkommt.

Ein gewisser Glücksfaktor ist jedoch auch in Bonsai zu erkennen. Kommen z. B. die Giesskannen in einer unterschiedlichen Anhäufung, kann das schon mal einen Spielenden ins Hintertreffen bringen, da Lagerkapazität fünf Ressourcen doch knapp bemessen ist. Dann liegen teilweise direkt 2-3 interessante Karten aus, auf die man gerne auch alle nehmen würde.
Durch diesen Kartenmechanismus ist das Spiel dann auch eher taktisch geprägt, denn strategischer Natur.

Die einzelnen Partien leben zusätzlich von ihrer Varianz. Auch wenn wir am Ende nichts anderes machen, als Plättchen zu sammeln und in unseren Baum zu integrieren, so gab es bisher bei jeder Partie von Bonsai einen unterschiedlichen Baumwuchs und Verlauf der Partien. Dieses liegt auch in der Wahl der Bonusplättchen begründet.

Die Partien verliefen in der Regel auch immer sehr knapp. Dennoch fiel mir das Punktezählen während der Partie immer schwer, so dass wir am Ende des Spiels immer eine kleine Überraschung hatten, wer das Spiel für sich entscheiden konnte.

Die Partien zu 2, zu 3 und zu 4 verlaufen relativ ähnlich, es wird die Anzahl der Karten sowie die der Bonusplättchen verändert. Dennoch würde ich das Spiel zu zweit als strategischer sehen, da wir hier mehr „Einfluß“ auf die Kartenauslage haben. Zu viert sieht diese dann eher nach einem Durchgang vollständig anders aus.


Zusammenfassung

Bonsai ist ein Wohlfühlspiel mit leichtem Battlefaktor. Das Baum „bauen“ macht sehr viel Spaß, das Material ist sehr ansprechend und eine Partie lebt u.a. auch von den kurzen Spielzügen.

  • Tolles Material
  • Schneller Einstieg möglich
  • Kurze knackige Züge mit minimaler Downtime
  • Interaktion über die Zielplättchen
  • Gewisser Glücksfaktor bei den Karten
  • Relativ geringe Interaktion
  • Könnte dem ein oder anderen etwas zu ruhig sein

Aus meiner Spielerperspektive: Das Brettspiel Bonsai ist eher als Familien-Wohlfühlspiel angelegt. Dazu basteln wir alle eher still vor uns hin. Das muss man mögen (ich fand es o.k.).

Große strategische Überlegungen finden in dem Spiel nicht statt, dafür muss man über die Kartenauswahl eher taktisch und spontan von Zug zu Zug überlegen. Dennoch ist trotz dieses Effektes die Downtime angenehm ruhig. Ein schönes Spiel was man als erfahrener Spielender auch in gut 30 Minuten spielen kann.

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