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Mittwoch, Oktober 28, 2020
Start Jahr 2019 REVIEW Nova Luna

REVIEW Nova Luna

Habitats erschien 2016. Autor ist Cornel van Morsel. Das Spiel wurde via Kickstarter finanziert. Dabei gab es drei Projekte: erste und zweite Ausgabe sowie eine XL Erweiterung im letzten Jahr. Ich muss zugeben, dass mir das Spiel selbst nur mittelprächtig gefallen hat. Daher war ich bei Nova Luna etwas vorsichtig.

Uwe Rosenberg hat Habitats auf den Grundmechanismus entkernte und um den Patchwork-Einsammel-Mechanismus angereichert hat.

Daraus entstand ein abstraktes, leicht zu verstehendes aber auch sehr herausforderndes Spiel namens Nova Luna, welches im Herbst bei der Edition Spielwiese herausgekommen ist.


SPIELBESCHREIBUNG

Ins Zentrum des Spiels wird die Monduhr sowie 11 Plättchen und die Mondfigur gelegt. Zudem bekommt jeder Spieler bis zu 21 Scheiben in der jeweiligen Spielerfarbe. Eine davon wird auf die Monduhr gelegt.

Nun wählen die Spieler entsprechend der Lage der Scheiben (der hinten liegende Spieler ist der aktive Spieler) auf der Monduhr eines der drei folgenden Plättchen. Dieses besitzt a) eine von vier verschiedenen Farben und b) 0-3 verschiedene Aufgaben sowie c) einen Zahlenwert, der auf der Monduhr abgetragen wird.

Nun legt der aktive Spieler sein Plättchen in die eigene Auslage. Ziel ist es nun entsprechend der Aufgaben, Plättchen miteinander zu kombinieren. Ist eine Aufgabe erfüllt, wird diese mit einer Scheibe abgedeckt.

Das Spiel endet sobald ein Spieler alle seine Scheiben platzieren konnte.



AUTOR: Uwe Rosenberg, Corné van Moorsel ■ GRAFIKER: Lukas Siegmon
VERLAG: Edition Spielwiese ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2019

spieler

1-4 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 30-60 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Edition Spielwiese)


SPIELGEFÜHL

Ich konnte das Spiel schon auf der Berlin Con im fast fertigen Prototypenstadium ausprobieren und war damals sehr angetan. Nun kommt die Grafik zusätzlich hinzu, die vielleicht einen Tick zu überladen. Trotz der Grafik sollte man sich nicht täuschen lassen, Nova Luna ist ein komplett abstraktes Spiel.

Zudem darf man sich nicht von der Einfachheit der Regeln täuschen lassen. Denn es ist sehr leicht zu verstehen, aber nicht unbedingt leicht zu spielen.

Denn es gilt zum einen die Plättchenauslage im Blick zu behalten, um sich die besten Plättchen zu sichern. Auf den Gegner wird man in den ersten Partien sowieso nicht achten können, dann wäre viel zu viel zu beachten. Auch ist ein gewisses räumliches Vorstellvermögen sehr hilfreich.

Auch wenn die hohen Plättchen von den Aufgaben her sehr lukrativ sind, muss man in seinen Spielzügen abwägen, auch die kleineren Werte in seiner Auslage zu vereinen. Da man ansonsten nicht so häufig drankommt und seinen Mitspielern im negativen Sinne auf der Monduhr vorauseilt.

Im Mittelpunkt steht aber das Knobeln / Puzzeln, um die optimale Kombination der Plättchen. Welches nehme ich, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Was kann man vorbereitend ablegen, um dann ggfls. 2-3 Aufgaben gleichzeitig zu erfüllen. Ein tolles Gefühl nebenbeigesagt.

Die meisten Partien verliefen sehr knapp. Da fehlte dann häufig nur ein Plättchen für den Sieg.

Wenn es etwas zu bemängeln gilt, dann neben der etwas überladenen Grafik der Mondscheibe, dass man eine größere Platzierungsscheiben hätte auswählen können. Die sind doch sehr unhandlich.

Sicherlich gibt es einen kleinen Glücksfaktor durch die Lage der Plättchen. Diesen habe ich jedoch – bei der relativ kurzen Spieldauer – als nicht zu sonderlich störend empfunden.

Auch wenn es Solo spielbar ist, habe ich es bislang nicht ausprobiert. Jedoch gefällt es mir sowohl zu zweit wie auch zu vier Personen gut. In letzterer Kombination jedoch nur mit schnell spielenden Teilnehmern. Auch wenn die Downtime relativ gering ist, macht es mehr Spaß, wenn nicht so intensiv gegrübelt wird. Hier hilft auch die Reduktion der Auswahlmöglichkeiten auf die jeweils nächsten drei Plättchen. Zu zweit ist das ganze natürlich noch taktischer, da man davon ausgehen kann, dass ein Teil der Plättchenauslage noch im nächsten Spielzug vorhanden ist.

Womit ich definitiv nicht einverstanden bin, ist das Einstiegsalter. 8 Jahre halte ich definitiv für zu jung, um das Spiel ernsthaft zu beherrschen. Ich glaube 12 Jahre ist angemessener.


Zusammenfassung

Tolles reduziertes abstraktes Puzzlespiel. Hat mir extrem gut gefallen. Jede Partie verläuft anders und ist eine Herausforderung. Sicherlich nichts, um es nebenbei zuspielen, da man schon sehr konzentriert sein muss. Aber für knapp 30 Minuten bin ich sehr gerne konzentriert.

  • Einfach zu verstehen
  • Ziemlich herausforderndes taktisches Spiel
  • Habitats auf den Kernmechanismus reduziert.
  • Platzierungsscheiben sind viel zu klein
  • Glück ist in diesem Optimierspiel vorhanden und das könnte den ein oder anderen ggfls. abschrecken.

Aus meiner Spielerperspektive: Auch wenn Nova Luna als Familienspiel deklariert ist, sollte es eher im unteren Kennerspiel aufgehoben sein.

Dafür sind doch zuviele taktische Entscheidungen zu treffen. Wer gerne knobelt, wird hier sehr gut aufgehoben sein. Nova Luna ist ein abstraktes Spiel wie es im Buche steht und ich spiele sehr gerne diverse Partien mit.

11 KOMMENTARE

  1. Ich brauche die News nicht tagesaktuell. Es ist schön ab und an welche zu lesen aber ich lese sie eh nicht unbedingt ganz frisch, also ist der Tag egal.

  2. Hi. Montag oder Freitag, passt beides. Je nachdem wie es für dich eher möglich ist dich um
    die Berichte zu kümmern. Falls mehr Zeit am Wochenende bleibt, dann lieber der Montag.

  3. Ich finde den Freitag etwas angenehmer, weil es sich mit dem Hobby doch gleich besser ins Wochenende starten lässt. 🙂

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