Review Las Vegas Royal

Las Vegas kam als Basisspiel 2012 und die Erweiterung (Las Vegas Boulevard) 2014 heraus. In der ersten Ausgabe sogar noch ohne das Wort „Las“, musste es aus namensrechtlichen Gründen Las Vegas getauft werden. Das Spiel kam so gut an, dass es innerhalb kürzester Zeit drei multilinguale Auflagen gab. Auch wurde es auf die Nominierungsliste zum Spiel des Jahres 2012 gesetzt und unterlag dort Kingdom Builder. Zunächst mit bis zu 5 Personen spielbar, wurde die Spieleranzahl in Boulevard auf 8 Personen und um einige Erweiterungen aufgestockt.

Nun gibt es die neue Reihe bei alea und Las Vegas erhielt den Zusatz Royal sowie eine Neuauflage.

Das Cover jedenfalls macht richtig Lust, dieses früher bei mir sehr häufig gespielt Spiel mal wieder herauszuholen.

Ober der Spielspaß geblieben ist? Wir werden sehen.


SPIELBESCHREIBUNG

Las Vegas Royale ist aufgeteilt in ein Basisspiel, welches dem ursprünglichen Las Vegas weitestgehend entspricht, sowie einem Bundel an zusätzlichen Optionen, die immer an drei Casinos angelegt werden.

Das Basisspiel (bzw. die Casinos) wird – im Unterschied zur bisherigen Ausgabe – im Kreis rund um eine Würfelarena ausgelegt. Ebenfalls werden jetzt immer zwei Geldscheine ausgewählt und betragsmäßig von groß nach klein, den Casinos 6 bis 1 (sind den jeweiligen Augenzahlen 1 bis 6 zu sortiert) zugeordnet. Jeder Spieler hat 8 Würfel, von denen einer ein großer ist und den doppelten Wert der kleinen besitzt.

Reihum würfeln die Spieler ihre Würfel und legen eine „Sorte“ der Augenzahlen entsprechend in ein Casino. Als neue Besonderheit gibt es zwei schwarze Jetons, mit denen man gegen Abgabe einen Wurf auch ignorieren kann; ansonsten sind sie am Spielende 10.000 Punkte wert. Das Würfeln geschieht so lange, bis kein Spieler mehr einen Würfel hat. Dann erfolgt die Auswertung je Casino. Haben zwei oder mehr Spieler gleich viele Würfel in einem Casino, eliminieren sie sich und werden herausgenommen. Der Spieler, welcher nun die meisten Würfel in den Casinos 1-6 hat, darf sich den größeren Geldbetrag nehmen. Der an zweite Stelle liegende, den anderen.

Dann gibt es zwei neue Jetons uns es wird Runde 2 und Runde 3 gespielt.

Wer am Ende, das meiste Geld vor sich liegen hat, gewinnt das Spiel.

Mit der Erweiterung werden den Casinos 1 bis 3 drei zusätzliche Tafeln hinzugefügt. Immer wenn jetzt ein Spieler seine(n) Würfel auf diese Casinos legt, führt er die Aktionen dieser Tafeln aus.

Spielaufbau


AUTOR: Rüdiger Dorn ■ GRAFIKER: Antje Stephan, Claus Stephan
VERLAG: alea ■ ERSCHEINUNGSJAHR 2019

spieler

2-5 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 20-45 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Ravensburger / alea)


SPIELGEFÜHL

Auch wenn das Cover sehr edel aussieht, beginnt der Frust bereits ohne das Spiel geöffnet zu haben: der Karton des Spiels ist aus so dünnem Material hergestellt, das die Unversehrtheit des Kartons nicht lange hält, es sei denn man behandelt das Spiel wie rohe Eier.

Das Material

Bevor wir uns mit dem eigentlichen Spiel befassen, bleiben wir beim Material. Als sehr unpraktisch erweist sich die Würfelarena. Sicherlich gut gemeint, kann nicht jeder Spieler die Arena einsehen und sie verlangsamt das Spiel unnötig. Zudem sieht sie nur auf den ersten Blick wertig aus, ist aber nur aus billigem Kunststoff, wie auch die folgende neue Spielkomponente:
Zu den Jetons gibt es zwei Anmerkungen. Zum einen streiten sich einige Spieler darum, ob sie überhaupt sinnvoll sind, da sie den ursprünglichen Kern des Spiels aufweichen und es in die Länge ziehen. Auf der anderen Seite sind viel zu wenig Jetons im Spiel. Bei voller Spieleranzahl und Nutzung einige Tafeln, stehen die Spieler vor dem Problem keine Jetons mehr herausgeben zu können. Dazu sagt die Anleitung leider nichts. Hier wurde unnötig gespart, auch wenn ich die Komponente durchaus als Bereicherung für das Spiel erlebe.
Der nächste Kritikpunkt bezieht sich auf die Spieleranzahl. Wenn man das Spiel schon mit knapp 50 Euro recht teuer macht, warum kann man dann nicht auch die Spieleranzahlt bei 8 Personen belassen und reduziert diese wieder auf 5.

Das Spielvergnügen selbst

Vorweg: Das Basisspiel funktioniert weiterhin und ist auch weiterhin gut. Gegenüber der ursprünglichen Variante bedient man nun die Casinos von 6 nach 1 der Größe der Gesamtbeiträge entsprechend. Dieses geschieht eigentlich nur, um die Casinos 1, 2 und 3 mit ihren Tafeln aufzuwerten, aber ein schönes Element aus dem ursprünglichen Spiel geht damit verloren. Früher gab es eine Betragsobergrenze und es konnte mitunter auch mal sein, dass 3 oder 4 Geldscheine auslagen.

Erweiterungen in Hülle und Fülle

aber taugen sie auch was?


Dafür haben wir 8 doppelseitige Tafeln als Erweiterung im Spiel. Diese bringen auf den ersten Blick extrem viele Varianten und eine Aufwertung für Las Vegas mit sich. Auf den ersten Blick!

Denn auf den zweiten fehlt die beliebteste aller Erweiterungen (neben den Biggies): die Slot Maschine. Passt nicht mehr in das runde Konzept der Casinoanordnungen. Deswegen lassen wir sie mal ganz weg. Sehr schade.

Geht man jetzt Tafel für Tafel durch, hat man das Gefühl einer Aneinanderreihung von irgendwelchen – teilweise an den Haaren herbeigezogenen – Eweiterungsideen und Mini-Spielen. Hier wurde anscheinend viel gebrainstormt. Und eine Menge entwickelt. Es macht aber leider den Eindruck, dass nach dem Brainstorming jemand vergessen hat, die Gedanken zu sortieren und aufzuräumen. Denn dann wären von den 16 Optionen vielleicht noch 4-5 übriggeblieben. Der Rest macht mir alles andere als Spaß. Wo ist die redaktionelle Betreuung an dieser Stelle.

Viele der Erweiterungen fügen dem eh schon Glücks lastigen Spiel noch weitere Glückskomponenten hinzu und/oder Verlängern das Spiel unnötig, z.B. :

  • Lucky Punch: Raten welchen Marker ich in der Hand halte
  • Prime Time: ich darf als Sieger zwei Würfel in ein anderes Casino legen. Da kommt große Freude bei den anderen auf.
  • Fifty-Fifty: can’t stop Element für den Casinogewinner
  • Bad Luck: ich werde genötigt in das Casino Würfel zu legen, sonst droht eine Bestrafung
  • Pay Day: ich werde belohnt für meine Vielfalt
  • No Entry: Casinos werden (temporär) verschlossen
  • Knockout: alle werden genötigt Würfel abzugeben

Erweiterungen, die ich noch ganz o.k. fand, sind: Jackpot (A2), High Five (C1) – kommt dem Jackpot noch am nächsten, Block It (F1) mit einem imaginären Spieler, My Choice (H2)

Zudem wird der Spieler auch noch allein gelassen. In vielen anderen Spielern gibt es z.B. eine Startaufstellung oder Vorschläge für Kombinationen, die besonders gut zusammenpassen – nichts.

Manchmal ist weniger mehr

Es mag ja sein, dass Spieler, die Las Vegas nicht kennen, dieses ganz toll finden, aber wer einmal am Nektar des Originals gekostet hat, wird diese Ausgabe als Verschlimmbesserung empfinden und nicht als Aufwertung. Manchmal ist auch weniger mehr (und ich zahle gerne fünf Euro ins Phrasenschwein!) und spiele lieber die ursprünglichen vier Runden ohne Erweiterungen.

Neue – kleinere Geldscheine

Zusammenfassung

In Summe haben wir hier leider nach Carpe Diem schon wieder ein Werk, was nicht den Ansprüchen von alea genügen kann. Während bei Carpe Diem in der zweiten Auflage die Kurve so gerade zum Positiven gekratzt wurde, ist dieses bei Las Vegas nicht der Fall.
Ich greife ja nicht häufig zu dieser Bewertung (und meine Enttäuschung ist aufgrund der Verschlimmbesserung eines runden Spiels, was ich früher echt geliebt habe, umso größer), aber ich kann eigentlich vom Gesamtwerk nur abraten.
Besorgt euch lieber das Basisspiel und – wenn noch irgendwo erhältlich die Erweiterung oder die Biggies und die Slot Machine – und ihr seid definitiv besser bedient.

  • Basisspiel wurde weitestgehend nicht angetastet
  • ja, das war es in dieser Kategorie dann leider auch schon.
  • Materielle Fehler (begonnen von der Schachtel über unnötige Würfelarena, zu wenig Jetons etc.)
  • Slot Machine fehlt als eine der besseren Erweiterungen
  • Viele Optionen, die keinen Spaß machen und das Glückslevel noch weiter anheben.
  • nur für 5 anstatt mehr Spieler

Aus meiner Spielerperspektive: Dem Glücks lastigen Spiel Las Vegas sind durch die Erweiterungen noch zusätzliche Glückselemente hinzugefügt worden. Dadurch wird der Kern des Spiels unnötig entwertet. Dürfte vielen Kennerspielern keinen Spaß machen.

Einfache und zu wenige Jetons

3 Kommentare » Schreibe einen Kommentar

  1. Nach Carpe Diem und jetzt Las Vegas frage ich mich ernsthaft, was denn da bei Alea los ist.
    Vor allem habe ich Angst, was sie jetzt mit Die Burgen von Burgund machen. Vielleicht wirds ja ne positive Überraschung…

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