Interviewreihe junge Verlage: Homunculus SPIEL

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Mit einer neuen Reihe werde ich im Vorfeld der SPIEL auf die Messe einstimmen. Ich möchte verschiedene neue Verlage vorstellen, die erst relativ kurz am Werk sind.

In der heutigen Folge geht es um Humunculus Verlag. Als Verlag sind die Inhaber zwar schon seit 2015 tätig. Mit Dysturbia – Mörderischer Maskenball sind sie dann in 2018 in Erscheinung getreten.

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BERICHTE:
PREVIEW / 23.10.24.10.25.1026.10.27.10.FAZIT

Homunculus

  • gegründet: 2015 / 2018
  • Inhaber: Sebastian Frenzel, Laura Jacobi, Philip Krömer und Joseph Reinthaler
  • Ort: Erlangen
  • Homepage
  • bisherige Spiele: ESCAPE Dysturbia: Mörderischer Maskenball, Irrwitz

Brettspielbox: Seit wann gibt es euch und wie seid ihr auf die Idee mit der Verlagsgründung gekommen?

Laura Jacobi: Den homunculus verlag gibt es seit 2015. Wir vier Gründer*innen haben alle zusammen Germanistik und Buchwissenschaften in Erlangen studiert und schon während des Studiums mit einem kleinen Hörbuchverlag herumexperimentiert. Bald waren wir uns sicher, dass wir das Verlegen professionell angehen möchten. Und so haben wir noch vor Ende unseres Studiums eine GbR gegründet und angefangen, Bücher zu verlegen.

Das Imprint homunculus spiel haben wir dann 2018 ins Leben gerufen. Es entstand vor allem, um der Reihe ESCAPE Dysturbia den nötigen Platz in unserem Verlag einzuräumen.

Brettspielbox: Hinter Homunculus stecken wieviel Personen?

Laura Jacobi: Wir sind vier Verleger*innen: Joseph, Laura, Philip und Sebastian. ESCAPE Dysturbia entsteht zudem in Zusammenarbeit mit unserem Joint-Venture-Partner Michael Meinke, dem Kopf des Dortmunder Enigmania Escape Room Centers.

Brettspielbox: Ihr seid eigentlich ein klassischer Buchverlag. Wieso habt ihr Spiele mit ins Programm genommen?

Laura Jacobi: Kleine buchnahe Spieleartikel, im Buchhandel „Nonbooks“ genannt, haben wir seit unserem Gründungsjahr im Programm. Denn wir sind nicht nur passionierte Leser*innen, sondern auch begeisterte Spieler*innen. So endeten (und enden) Verlagstreffen gerne mal in Spielerunden im Biergarten oder zu Hause im Wohnzimmer.

Die Idee zu unserem ersten kleinen Spiel hatten wir schon länger und haben sie 2015 dann gleich in die Tat umgesetzt: entstanden ist ein Trumpfkartenspiel mit 30 Monstern aus der Weltliteratur – vom Gespenst von Canterville über Graf Dracula bis hin zu Cthulu.

Für Weihnachten 2017 haben wir uns dann mit einem neuen Titel, dem „Mr. Holmes’ Krimi-Adventskalender“, der 24 Kurzkrimis zum Miträtseln enthält, in die Gefilde des Krimis und der Rätselspiele gewagt. Der Kalender war ein großer Erfolg und fand auch seinen Weg in manche Escape Rooms, wo er ebenfalls verkauft wurde.

Und dann rief plötzlich Michael von Enigmania an – er war begeistert von unseren Adventskalender-Rätselkrimis – und fragte, ob wir Lust hätten, mit ihm gemeinsam ein Escape Game zu entwickeln, aber eben eines mit deutlich mehr Story-Anteil als die bisherigen Vertreter. Tatsächlich hatten wir bereits den Wunsch, uns im Bereich der Spiele weiter auszutoben – der Erfolg der Adventskalender hatte uns darin bestätigt, dass erzählerische Spielkonzepte uns nicht nur in der Entwicklung Spaß machen, sondern auch sehr gut von den Leser*innen/Spieler*innen angenommen werden. Dies war der Grundstein für ESCAPE Dysturbia und gleichzeitig für unseren zweiten Verlagsschwerpunkt – das Spiel.

Brettspielbox: Unterscheidet sich das Verlagsgeschäft bzgl. Büchern und Spielen stark?

Laura Jacobi: Es unterscheidet sich, ja. Zuerst bemerkten wir das an einer ganz banalen Sache: In der Spielebranche wird deutlich schneller und häufiger geduzt. Das empfanden wir als sehr angenehm!

Ein auffallender Unterschied ist auch, dass es in der Spielebranche bei Weitem nicht so viele Neuerscheinungen wie in der Buchbranche gibt (72.499 Erstauflagen gab es da allein 2017). Das wirkt sich natürlich ganz unterschiedlich auf die Art und Weise aus, wie vom Handel bei den Verlagen eingekauft wird.

Im Spielehandel ist darüber hinaus der Zwischenhandel nicht ganz so groß wie im Buchhandel – somit haben wir viel öfter den direkten Kontakt zu den Spielehändler*innen. Das begrüßen wir sehr, man kann so viel besser verstehen, wie der Spielehandel tickt, und kann besser auf die Bedürfnisse der einzelnen Spielehandlungen eingehen.

Brettspielbox: Welches Genre an Spielen habt ihr im Programm?

Laura Jacobi: Der Hauptbestandteil ist aktuell ESCAPE Dysturbia, also ein Escape Game. Die Welt von Dysturbia ist so konzipiert, dass sie Schauplatz für ganz unterschiedliche Erzählformen von Escape Games sein kann: Brettspiele, Kalender, Bücher.

Die weiteren Spiele sind im Prinzip neue Interpretationen klassischer Spielideen: das bereits erwähnte „Monster! Das literarische Trumpfkartenspiel“ sowie „Prof. Irrwitz präsentiert: Stadt, Land, Fluss abstrus“ – ein Stadt-Land-Fluss-Spielblock mit 72 Kategorien und 12 unterschiedlichen Themenblättern.

Brettspielbox: Es gibt ja einige Escape Room Spiele. Was macht die Dysturbia-Welt so besonders?

Laura Jacobi: ESCAPE Dysturbia möchte nicht bloß mehrere Rätsel in einem losen Setting aneinanderreihen. Mit Dysturbia erschaffen wir eine düstere Welt, in der Charaktere agieren, die allesamt ein Gesicht, eine eigene Hintergrundstory und besondere Eigenschaften haben. Diese Charaktere – die Agent*innen der Detektei Dyscover – begleiten die Spieler*innen in jedem Spiel.

Am Anfang des Spiels wird man aufgefordert, sein Team zusammenzustellen – diese Zusammenstellung kann das Spiel beeinflussen. Besondere Priorität hat bei uns der Plot: jedes Spiel ist ein Kriminalfall zum Selbstlösen. Die Rätsel sind in diesen Plot fest eingebunden. Uns ist wichtig, dass Dysturbia eine erzählerische Tiefe erreicht, in welche die Spieler*innen ganz eintauchen können. Jedes Spiel ist unabhängig von den anderen spielbar, aber das Setting und die Charaktere sind das verbindende Element.

Bei unserem neuen Teil des Hauptspiels ESCAPE Dysturbia, der im September erscheint, nutzen wir verstärkt akustische Elemente und Soundeffekte, um Dysturbia noch plastischer zu gestalten. Die App wird dadurch einen viel größeren Stellenwert einnehmen als beim ersten Spiel.

Brettspielbox: Welche weiteren Neuheiten können wir für den Herbst 2019 noch erwarten?

Laura Jacobi: Neben „Falsches Spiel im Casino“, dem neuen Teil der Brettspielreihe, erscheinen ein Exit-Kalender für das Jahr 2020 mit 53 Rätseln für jede Woche. Der kriminelle „Gambler“ fordert darin die Detektei Dyscover mit seinen verrückten Rätseln Woche für Woche heraus.

Außerdem erscheint das erste Heft von „Pocket-Escape“ – hierbei handelt es sich um ein kurzes Escape Game in Heftform für 1–2 Spieler*innen. Im ersten Teil, „Das Phantom im Park“, wird der Kopf der Detektei Dyscover von seiner Vergangenheit als Polizist eingeholt und erpresst. Es gilt, den Erpresser*innen auf die Spur zu kommen. Setting aller dieser Titel ist natürlich die düstere Metropole Dysturbia.

Brettspielbox: Sind darüber hinaus auch noch klassische Spiele in den kommenden Jahren geplant?

Laura Jacobi: Wie man unserer Vorgeschichte entnehmen kann, liegen unsere Stärken eindeutig in erzählerischen Spielkonzepten, daher wird der Fokus weiterhin auf dem Ausbau des Dysturbia-Universums liegen. Wir wollen aber nicht ausschließen, dass auch mal das eine oder andere klassische Brettspiel den Weg in unser Programm findet, wenn es uns spielerisch überzeugt. In dieser Hinsicht ist allerdings momentan nichts geplant.

Brettspielbox: Bei welchen Veranstaltungen kann man euch noch treffen?

Laura Jacobi: Wir werden das erste Mal mit einem Stand auf der SPIEL in Essen vertreten sein und sind schon sehr aufgeregt. Aktuell feilen wir an spannenden und exklusiven Messe-Aktionen mit Dysturbia – man darf gespannt sein!

Ihr findet uns in Halle 2, Stand 2A122.

Brettspielbox: Wo kann man eure Spiele erwerben?

Laura Jacobi: Wir wurden vom Spielehandel super aufgenommen. Im gut sortierten Laden um die Ecke ist daher mindestens „ESCAPE Dysturbia: Mörderischer Maskenball“ vertreten. Bei den üblichen Online-Anlaufstellen wird man ebenfalls fündig, wie auch in unserem eigenen Webshop auf https://homunculus-spiel.de/shop/.


Interviewreihe „junge Verlage“

Bereits in der Reihe „junge“ Verlag“ erschieben:

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