Planet

b-familieDas ist mal ein Planet

Ein bisschen Gott spielen wollen wir doch alle. In meiner Kindheit kann ich mich noch an das Computerspiel Popolous von Electronic Arts erinnern, bei dem wir verschiedene Landschaften erschaffen mussten.

Planet tickt ein wenig ähnlich. Gut, es kommen keine Eindringlinge vor, aber wir modellieren unsere Welt an einem 3D Gebilde. Genauer gesagt an einem Dodekaeder. Und noch genauer sprechen wir von einem Pentagondodekaeder, der aus 12 kongruenten Fünfecken besteht und 20 Ecken besitzt. In jeden der vier Würfel würde eine kleine 0,33l Colaflasche knapp hineinpassen.

An dieses magnetische Gebilde haften wir Runde für Runde eines der Plättchen an unseren Dodekaeder, um so aus fünf verschiedenen Geländetypen eine neue Erde zu erschaffen.


Das Spiel

Nach dem Aufbau des Spielfeldes (10 fünfer Stapel der magnetischen Kontinent-Plättchen – symbolisieren die ersten 10 Runden, sowie ab Runde drei bis 12 die Auslage der Tierkarten), wird jedem Spieler noch eine individuelle Zielkarte (einer der fünf Geländetypen, die am Ende je nach Menge der Felder Siegpunkte bringen) ausgeteilt. Dann kann es losgehen.

Das Spiel findet immer in zwei Phasen statt:

  1. Mit dem Startspieler beginnend, sucht sich jeder Spieler eines der dann offen ausliegenden Kontinent-Plättchen aus und heftet es an seinen Planeten (dürfen nicht mehr verändert werden)
  2. Ab Runde drei gibt es eine Auswertungsphase (Runde 3-5 mit einer Tierkarte, 6-9 mit zwei Tierkarten, 10-12 mit 3 Tierkarten). In dieser wird abgeglichen, welcher Spieler die Kartenbedingungen am besten erfüllt (z.B. die meisten zusammenhängenden Waldgebiete, die am Wasser liegen / dabei zählt immer nur ein zusammenhängendes Gebiet). Dieser bekommt die Karte. Gibt es keinen Sieger, wird die Karte in die nächste Runde geschoben.

Der Startspielermarker wird weitergegeben. Und es geht so weiter, bis 12 Runden gespielt sind. Danach zählt jeder die Geländefelder gemäß seiner Zielkarte und bekommt entsprechend der Angaben, Siegpunkte. Dazu werden pro Tierkarte, die nicht dem eigenen Geländetyp entspricht zwei Punkte vergeben und für den eigenen Geländetyp einen Siegpunkt.


Autor: Urtis Sulinskas • Grafiker: Sabrina Miramon
Verlag: Blue Orange | Asmodee • Jahr: 2018

spieler2-4 Spieler • alterab 8 Jahren • zeitca. 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Asmodee)


Spielgefühl

Planet kam mit einer Menge Vorschusslorbeeren und großen Erwartungen nach Essen. Diese beruhen insbesondere auf dem Material, was wirklich toll aussieht und sich auch gut spielen lässt. Dazu ist die Idee eine eigene 3D Welt zu erschaffen sicherlich immer reizvoll.

Wie bei vielen Spielen, die eine entsprechende Aufmerksamkeit im Vorfeld erzeugen, kann es sein, dass die Fallhöhe extrem hoch sein kann, wenn das Spiel nicht den (eigenen „zu hohen“) Erwartungen entspricht.

Sehr positiv ist zunächst einmal der Einstieg in Planet. Die Regeln sind einfach und schnell verstanden. Die einzelnen Runden spielen sich recht schnell. Spielerisch gibt es neben dem tollen Material allerdings nicht viel Neues. Wir versuchen über die Auswahl der Plättchen Mehrheiten für die „Siegbedingungen“ der einzelnen Tierkarten zu schaffen. Dabei konkurrieren einzelne Tierkarten miteinander, so dass nicht immer alle Ziele gleichzeitig erfüllbar sind.

Das Spiel fühlt sich jedoch in den Spielrunden unterschiedlich an.

In den Kennerspielrunden erwies sich der Würfel sehr schnell als unpraktikabel. Da die Tierkarten das ganze Spiel über sichtbar sind (oder zum Teil – in der Variante), versuchen alle Spieler ihre Plättchenauswahl entsprechend kurz-, mittel- und langfristiger Ziele abzugleichen. Dazu benötige sie jedoch nicht nur einen Überblick über den eigenen, sondern auch über die Würfel der Mitspieler. Hierfür eignet sich der Würfel aber denkbar schlecht, da er keinen unmittelbaren Gesamtblick auf die Spielstände der Mitspieler erlaubt. So wurden in den Partien immer wieder Zwischenstände bei den Mitspielern abgefragt, um die entsprechenden Entscheidungen treffen zu können. Das war denkbar unpraktikabel und extrem spielverzögernd.

Ganz anders im Bereich der Gruppe der Familienspieler. In diesen Runden war entspannteres Spielen angesagt. Das mag auch daran liegen, dass man nicht permanent im Vergleich zu den anderen steht, sondern mehr den eigenen Würfel im Blick hat. Auch wenn man mit zunehmender Rundenanzahl weiß, mit wem man ggfls. um welche Zielkarte konkurrieren kann, war doch eher das Optimieren der eigenen Erde im Vordergrund. Dadurch ergaben sich kaum Spielverzögerungen.

In allen Runden gemein ist, dass die letzten 1-2 Runden sich eher gespielt anfühlen, da man je nach Sitzplatz in der Spielreihenfolge nur noch wenig Auswahl hat bzw. sich durch die verbleibenden Möglichkeiten auf dem Würfel einen Auswahl automatisch ergibt.

Die Spielvariante mit den nur zur Hälfte ersichtlichen Spielkarten, empfand ich dann doch zu beliebig und Glücks lastig.

Sehr vorausschauend finde ich das Beilegen von Ersatzmagneten (nicht dass ich sie schon einmal benötigt hätte, aber toller Service).

 


Kurzfazit: Für ein Familienspielerlebnis sicherlich ein geeignetes Spiel. Insbesondere das Material ist sehr anziehend, auch wenn das Spiel an sich keine neue Spielmechaniken anbietet.

  • Tolles Material (Würfel und Grafiken)
  • schneller Einstieg möglich

 

  • Übersichtlichkeit des Spielfeldes
  • letzten beiden Runden sind eher gespielt,

 

Tja, das Spiel ist definitiv nichts für den Kennerspieler. Wie schon oben beschrieben, wird er sich darauf stürzen, seine Entscheidung anhand der im zur Verfügung stehenden Informationen zu treffen. Da diese aber gemäß den Spielregeln für alle zugänglich sein sollen, aber – aufgrund des Spielmaterials – nicht immer ersichtlich sind, wird es dann mühevoll und für das eigentlich schnelle Spiel zeitraubend.

Da geht der Spielspaß eher flöten. Ich spiele eine Runde noch einmal mit, muss Planet aber nicht von mir aus für einen Spieleabend herausholen.

In Familienspielerrunden mit Kindern ist Planet aber durchausgefragt.


 

 

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