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Freitag, Juni 5, 2020
Start Jahr 2020 REVIEW My City

REVIEW My City

Legacy Städtebau für die Familie hieß es in Nürnberg, als ich das erste Mal einen Blick auf My City werfen konnte.

Ausprobieren sollten ich es dann beim Bloggerbistro von Kosmos, welches kurzfristig der aktuellen Lage zum Opfer fiel. Netterweise bekam ich das Spiel parallel zugesandt, so dass ich es inzwischen einmal komplett durchgespielt habe.

Durchgespielt heißt 24 Partien, denn das ist der Umfang des Spiels.


SPIELBESCHREIBUNG

Ich versuche das Spiel spoilerfrei zu beschreiben.

Jeder Spieler bekommt ein Spielbrett, ein Holzklötzchen zum Markieren der Siegpunkte sowie drei mal acht Plättchen in den Farben rot, gelb und blau. Diese Plättchen stellen verschiedene Gebäudetypen dar: öffentliche, Wohn- und Gewerbegebäude.

Dazu gibt es noch einen Kartensatz mit den obigen 24 Gebäuden. Dann kann es schon losgehen. Denn wir decken eine Karte auf und legen anschließend das gleiche Plättchen auf dem Spielfeld an. Zunächst angrenzend an den Fluss und danach immer wieder in unmittelbarer Nähe eines bereits liegenden Plättchens. Kann oder will ich ein Plättchen nicht legen, kann ich einen meiner – zu Beginn erhaltenen – 10 Siegpunkte opfern und das Plättchen beiseitelegen.

Mit den Plättchen können wir Steine (kosten Minuspunkte, wenn am Ende sichtbar), Bäume (bringen Pluspunkte, wenn am Ende sichtbar) oder grüne Felder überbauen.

Sind alle 24 Karten gespielt oder sind alle Spiele vorzeitig aus dem Spiel ausgeschieden (durch Passen), werden die Punkte gezählt und der Partiesieger und -zweiter ermittelt, welche sich Fortschrittspunkte auf das Tableau eintragen können.

Wofür es Punkte gibt, geben die Spielregeln in den acht Umschlägen (= Kapitel) vor. Durch diese kommen oder fallen Spielregeln in den jeweiligen Partien weg. Dazu kommt im Laufe des Spiels neues Material, während anderes wieder aus dem Spiel genommen wird.

Nach 24 Runden steht der Sieger mit dem meisten Fortschrittsrunden fest.

Bild von der zweiten Partie


AUTOR: Reiner Knizia ■ GRAFIKER: Michael Menzel
VERLAG: Kosmos ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2020

spieler

2-4 Spieler

alter

ab 10 Jahren

zeit

ca. je 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Kosmos)


SPIELGEFÜHL

Um es vorwegzunehmen My City hat mir sehr gut gefallen. Gerade in der aktuellen Situation war es perfekt immer mal wieder 1-3 Partien am Tag in den Alltag einzustreuen. Denn diese dauern gerade einmal je 30 Minuten zu viert.

In dieser Personenanzahl habe ich das Spiel auch ausprobiert und kann daher nichts zu zwei oder drei Spielerpartien sagen.

Das Spiel selbst ist einfach zu verstehen. Die Basisregeln sind extrem schnell gelesen und mit den anderen geteilt. Pro Kapitel eröffnet sich dann eine neue „Welt“. Zumeist aufgebaut in einer „Einführungs-„Partie und zwei tiefergehenden Partien, in der die neuen Inhalte dann intensiver gespielt werden.

Dabei steigt der Schwierigkeitsgrad im Spiel langsam an, ohne dass die Spieler überfordert sind. Gelegentlich muss man sich die ein oder andere Regel zu Beginn noch einmal vor Augen führen. Ebenfalls kann es hilfreich sein, die Siegpunktvergabe vor der Partie allen Spielern aufzuzeigen (insbesondere, wenn mal 2-3 Tage Pause zwischen den Partien waren). Aber alles kein Hexenwerk – alles gut erschließbar.

Wie sich bereits vermuten lässt, verändert sich der Spielplan. Hier wird doch das ein oder andere dazu geklebt. Mehr zu erwähnen, wäre jetzt dem ein oder anderen etwas weniger lieb. Also unterlasse ich es 😉

Gelungen ist auch, dass der jeweilige Partiesieger zwar Fortschrittspunkte bekommt, er aber in den folgenden Partien einen kleinen Malus erwarten kann, während weiter hinten liegende durch nette Boni, die Möglichkeit erhalten, im Laufe der weiteren Partien, den Rückstand wieder aufzuholen.

Der Glücksfaktor kann im Spiel derweil schon einmal übel zuschlagen. Wenn man zu sehr auf eine „Karte“ setzt, kann diese schon mal viel zu spät kommen. Nichtsdestotrotz macht das Planen der Plättchen viel Spaß und man kann so schon mal das ein oder andere für sich durchdenken, während die anderen noch ihr Plättchen aus der aktuellen Runde unterbringen. Somit empfand ich die Downtime zwischen den einzelnen Zügen nicht unangenehm. Hatte aber auch das Glück mit keinen Grüblern am Tisch zu sitzen.

Ich habe es zwar nicht ausprobiert, aber My City dürfte sich auch perfekt für Spiele via Skype/Zoom eignen. Allerdings müssten alle ein My City wegen des Materials bei sich liegen haben oder in der Nachbarschaft wohnen (zum Austauschen).

Aber es ist auch nicht alles Gold was glänzt. Denn das Spiel hat auch einige Schwächen. Dieses beginnt bei einer das Spiel begleitenden Story. Zwar gibt es immer wieder in den Kapiteln ein wenig Text, aber so eine richtige Story fühlt und erlebt man eher nicht. Das ist schade, da hätte man noch etwas mehr draus machen können.

Das zweite ist die Wiederbespielbarkeit. Auf den eigentlichen Brettern kann man logischerweise nicht mehr weiterspielen. Auf der Rückseite ist das Szenario von Partie 9/10 abgebildet, was etwas unbefriedigend wirkt, wenn man inhaltlich nach 24 Runden schon viel weiter war. Hier wäre es definitiv besser gewesen, noch vier dünne Spielbretter mit Vorder- und Rückseite beizulegen, um höherwertigere Szenarien spielen zu können.


Zusammenfassung

Perfekte Familienunterhaltung für 24 Spiele a 30 Minuten. Super für den Urlaub oder eine Zeit wie Corona, wo man mit einem begrenzten Spielerkreis aufeinander hockt.

Das Jederzeit gerne bezog sich auf die 24 Partien. Denn zu denen war ich sofort und jederzeit immer bereit. Doch jetzt ist My City erst einmal vorbei.

  • eine Partie dauert 30 Minuten, da möchte man sofort eine weitere Partie spielen.
  • einfache zugängliche Regeln, die sich im Laufe der Partien steigern
  • immer wieder neue unterschiedliche Herausforderungen
  • Wiederspielreiz nach gespielten 24 Partien ist gering, da man bzgl. der Rückseite auf Level 9/10 zurückfällt. Da hätte man noch etwas mehr draus machen können.
  • Story ist doch etwas dünn.

Aus meiner Spielerperspektive: My City richtet sich klar an den Familienspieler, der sich unterhalten und etwas tüfteln will. Dieses aber immer in zeitlich gut überschaubarem Rahmen.

Mich als Kennerspieler hat My City als lockeres Spiel zwischendurch sehr angesprochen, kann mir aber auch vorstellen, dass es dem ein oder anderen von euch zu wiederholend ist, auch wenn in jede Partie was Neues integriert wird.

1 KOMMENTAR

  1. Hallo, ich stimme dir soweit zu wie ich das bisher sagen kann. Tolles Familienspiel. Wir haben gerade das vierte Kapitel beendet.
    Warum ich melde: Wir spielen via Webcam zu zweit, wie du es beschrieben hast . Absolut toll zu spielen. Kommen wunderbar mit 20-30 Minuten pro Partie hin.

    Gruß Rheinwürfeler

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