Review: Krasse Kacke

b-familieWer hat es getan?

Fäkalspiele sind in. Mal fangen wir eine braune Wurst, die aus einer Toilette hüpft, mal beschäftigen wir uns mit einer Pippitoilette. Und es zieht die Massen an.

Und nun gibt es auch noch Krasse Kacke, bei dem wir uns auf die Suche nach einem Häufchenmacher befinden.

Da passt die Grafik der Karten mit den netten Tierchen so gar nicht zum Spieltitel, der im englischen auch deutlich weniger aggressiv daherkommt „Who did it?“ (Wer hat es gemacht).

Mal sehen…


Das Spiel

Jeder Spieler erhält 6 Handkarten in seiner Farbe. Auf diesen sind abgebildet: ein Hase, ein Hamster, ein Papagei, eine Katze, ein Goldfisch und eine Schildkröte.

Irgendwo im Haus ist virtuell ein Häufchen gefunden worden und wir müssen der Sache nachgehen, wem dieses Missgeschick passiert ist. Dazu spielt der erste (jüngste) Spieler eine Tierkarte aus und sagt, z.B. „mein Hase war es nicht, es war ein Goldfisch“. Nun müssen alle anderen schnell reagieren und einen Goldfisch ausspielen. Allerdings darf nur die Karte des Reaktionsschnellsten auf dem Ablagestapel liegen bleiben. Dieser darf dann auch das Raten weiterführen, in dem er z.B. sagt „mein Goldfisch war es nicht, es war ein Hamster“ (es darf auch das gleiche Tier sein). Wieder müssen nun alle anderen auf ihrer Hand den Hamster suchen und ausspielen. Und so wechselt das Spielrecht herum.

Hat ein Spieler all seine Karten ausgespielt, so scheidet er aus (positiv). Die anderen spielen so lange weiter, bis entweder ein Spieler übrigbleibt oder ein Spieler ein Tier aufruft, was auf den Händen der verbliebenen Spieler nicht zu finden ist. In diesem Fall bekommen der übrig gebliebene Spieler oder der falsch beschuldigende ein Kackhäufchen und eine neue Runde mit 6 Handkarten beginnt.

Hat ein Spieler drei dieser Haufen eingesammelt, so endet das Spiel und der Spieler mit den wenigsten Haufen gewinnt das Spiel.

  


Autor: Jonathan Favre-Godal • Grafiker: Steeve Augier
Verlag: Blue Orange|Pegasus • Jahr: 2018

spieler2-6 Spieler • alterab 6 Jahren • zeitca. 5-15 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Pegasus)


Spielgefühl

Zunächst einmal möchte ich festhalten, dass Krasse Kacke außer minimaler Berührungspunkte keinen größeren Bezug zu den erst genannten Klospielen hat. Dafür gehört es zu der Gruppe minimalistischer Spiele, die einfach erklärt und mit optisch sehr zugänglichem Material ausgestattet sind. Auch wenn es am Ende nur sechs Grafiken sind, diese Tiere schaut man sich einfach gerne an. Insbesondere wenn sie einen noch so ängstlich ansehen und dir sagen wollen: „ich war es nicht“.

Darüber hinaus spielt sich Krasse Kacke auch super schnell und laut, denn Emotionen kochen schon mal über in diesem Spiel.

Was jedoch bzgl. der Geschwindigkeit für den ein oder anderen Spieler das Salz in der Suppe ist, mag dem etwas langsameren Spielern ein kleiner Dorn im Auge sein. Denn gehört man zu diesen – wie ich – hat man einfach keine Chance. Und während ein Teil der Gruppe die Karten nur so auf den Ablagestapel drischt, so resigniert der andere Teil bei gleichbleibender Kartenhand. Was dann frustrierend ist.

Somit ist es meine klare Empfehlung, das Spiel in einer möglichst homogenen Gruppe zu spielen. Also ähnlich schnell oder ähnlich langsam. Dann entfacht sich auch der Spielspaß von Krasse Kacke. Denn neben dem Reaktionsvermögen muss man sich auch die Karten der anderen vor Augen führen, um nicht eine Tierart aufzurufen, welche gar nicht mehr vorkommt. Bei sechs Karten einfach? Naja, im Spiel merkt man, dass es dann doch nicht so einfach ist. Denn dann kann man vorher noch so gut (und reaktionsschnell) gewesen sein, seine eigenen Tierchen vom Verdacht zu befreien (und abzulegen). Und die Schadenfreude bei den anderen ist riesig groß.

Krasse Kacke macht in Gruppen ab vier Personen am meisten Spaß.


Kurzfazit: Für Reaktionsschnelle ist Krasse Kacke eine klare Empfehlung: einfache Regeln und viel Spaß. Für die anderen könnte es manchmal etwas zu schnell am Tisch ablaufen. Daher sollte man auf die Gruppenzusammensetzung achten.

  • schneller Zugang
  • großer Spielspaß
  • gelungene Kombi aus Memory und Reaktion

 

  • taugt aus meiner Sicht nur etwas für Spielhomogene Gruppen, sonst haben die langsamen keinen Spaß am Spiel.
  • Titel könnte den ein oder anderen abschrecken. Muß es aber nicht.

 

Ich spiele Krasse Kacke gerne. Dann aber mit Spielern, die auch in meinem Tempo spielen. Denn hier fühlt es sich nach einem echten Spiel und keiner Demütigung an. Dann aber macht Krasse Kacke viel Spaß und ist auch für Vielspieler ein klasse Spiel, um mal die müden Geister wieder aufzurütteln und Adrenalin in die Tischmitte zu bringen.

 


 

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