Kakerlakula

Der fliegende Hexbug

Den Hexbug gibt es bereits seit 2007 und wurde von der Firma Innovation First International auf den Markt gebracht. Er geht in seiner Entwicklung zurück auf BEAM (Biology, Electronics, Aesthetics and Mechanics) Robotics, welche analoge Schaltkreise nutzen und keine Microprozessoren. Ein Hexbug ist ein autonomer Spielzeugkäfer (hier als Kakerlake „personifiziert“), Druck auf die Antennen reagiert (und seine Richtungen ändert). Gleichzeitig wird er durch einen kleinen Motor angetrieben, der ihn vorwärts laufen lässt.

In die Kakerlaken-Reihe bei Ravensburger kam er durch Kakerlakak (2013) ins Spiel und fand in Kakerlaloop (2015) seine Fortsetzung. Nun gibt es das dritte Spiel mit Einsatz des Hexbugs.

Nachdem es mit dem Krabbeln nicht mehr ausreicht, lernt er in Kakerlacula als Vampirkakerlake auch noch das fliegen. Schön multifunktionell, diese kleinen Biester.


Das Spiel

Wir befinden uns in einem Schloß. Ausgehend vom Kinderzimmer müssen wir es gemeinsam schaffen, in allen Räumen entsprechend Kerzen anzuzünden. Alles kein Problem, wenn da nicht Kakerlacula durch die vielen Gänge flitzen würde, um uns davon abzuhalten. Zum Glück haben wir schützenden Knoblauch dabei.

Jeder Spieler hat eine ihm zugeordnete Farbe. Seine Aufgabe ist es alle Kerzen in der gleichen Farbe anzuzünden. Schafft er dieses, kann er seinen Mitspielern mit ihren Kerzen helfen.

Reihum wird gewürfelt und die Spieler setzen ihre Spielfiguren entsprechend der Augenzahl in den Gängen / Räumen fort. Erreichen sie einen Raum mit einer passenden Kerze, dürfen sie den Kerzenchip umdrehen. Erwischt die Kakerlake einen der Mitspieler, so muss dieser einen Knoblauch abgeben und startet im Kinderzimmer erneut.

Verirrt sich Kakerlakula im Gang mit dem Katerpult, können wir versuchen, ihn durch die Zielscheibe zu schießen. Gelingt uns dieses, erhalten wir allen ausgegebenen Knoblauch zurück. Im Burggraben gibt es noch als Trost einen dieser duftenden Gegenstände.

Das Team gewinnt, wenn es alle Kerzen anzünden kann, bevor sämtlicher Knoblauch ausgegeben wurde.


Autor: Markus und Inka Brand • Grafiker: Janos Janter
Verlag: Ravensburger • Jahr: 2018

spieler2-4 Spieler • alterab 6 Jahren • zeitca. 15  Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Ravensburger)


Spielgefühl

Vorweg: Der erste Aufbau des Spiels nimmt einige Zeit in Anspruch. Insbesondere die Wände der Räume sind nicht ohne Hilfe eines Erwachsenen für kleinere Kinder zu fixieren. Danach ist der Aufbau im Vorfeld einer neuen Partie des Spiels keine zeitraubende Gelegenheit mehr.

Kakerlakula lebt von seinem tollen Spieldesign. Da sind die vielen verschiedenen Räume, der Hexbug, welcher weiterhin große Aufmerksamkeit auf sich zieht und natürlich, die Katerpulteinrichtung mit der tollen Zielscheibe.

Anders als die beiden anderen Kakerlakenspiele mit dem Hexbug ist Kakerlakula kooperativ. D.h. wir fiebern jetzt gemeinsam gegen die Kakerlake. Dieses kommt dem Spiel sehr zu Gute. Wo der Spaß des Gemeinsamen allerdings aufhört ist beim Gebrauch des Katerpultes. Um Streit vorzubeugen, sollte man im Vorfeld eine Reihenfolge der Schützen festlegen. In den Spielen kam es 2-3-mal vor, dass sich Kakerlakula in dem Gang verirrte.

Das Spiel ist schnell bzw. sollte schnell gespielt werden. Das kann mitunter schon mal sehr hektisch werden, wenn die Würfel durch die Gegend gereicht oder aus den Händen gerissen werden.

Der Hexbug verliert – wie schon oben erwähnt – nichts von seiner Faszination. Rennt er an der Spielfigur vorbei oder berührt er sie. Kann ich mich mit einem guten Wurf noch vor dem Zugriff retten? Und das Ding ist verdammt schnell.

Sehr schön fand ich auch die Untermauerung des kooperativen Charakters des Spieles, in dem man zunächst seine eigenen Kerzen anzündet und dann den Mitspielern unter die Arme greifen kann. Somit können langsamere oder vom Pech verfolgte Spieler unterstützt werden und es fühlt sich gut an, wenn an a) helfen kann und b) in einer schwierigen Situation unterstützt wird.

Wer es dann etwas schwerer mag, kann die Anzahl der Knoblauchchips reduzieren.


  • Tolles Material
  • Das kooperative Element kommt sehr gut durch und wird durch das Helfen zum Schluß verstärkt
  • Der fliegende Hexbug ist eine aktionsreiche Neuerung für die Kinder

 

  • Mit der Zeit hat man die Flugkurve heraus. Dann stellt sie keine soooo große Herausforderung mehr dar (Zum Glück gibt es noch den Mond, welcher das Zielfeld verkleinert)
  • Nicht so schön fand ich die kompetitive Variante. Die braucht es bei dem Spiel eigentlich nicht.

 

Wir haben es hier mit einem Kinderspiel zu tun, ohne Frage. Durch das kooperative Element und auch den Hexbug, das wilde Würfeln, habe ich aber auch so manche gemischte bzw. Erwachsenenrunde erlebt, die von Kakerlakula durchaus angetan war. Auch wenn sich der Wiederspielreiz auf Dauer natürlich deutlich geringer hält, als bei den Kindern, die von dieser neuen Variante sehr angetan waren.

 


 

 

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