Interviewreihe junge Verlage: Skellig Games

Mit einer neuen Reihe werde ich im Vorfeld der SPIEL auf die Messe einstimmen. Ich möchte verschiedene neue Verlage vorstellen, die erst relativ kurz am Werk sind.

In der heutigen Folge geht es um Skellig Games, die erst kürzlich mit einer tollen Überraschung auf sich aufmerksam machten.

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BERICHTE:
PREVIEW / 23.10.24.10.25.1026.10.27.10.FAZIT

Skellig Games

  • gegründet: 2017
  • Inhaber: Uwe Bursik
  • Ort: Gießen
  • Homepage
  • bisherige Spiele: Concerto

Brettspielbox: Skellig Games gibt es seit 2018. Wie kam es dazu, dass du einen eigenen Verlag gegründet hast?

Uwe Bursik: Tatsächlich wurde Skellig Games schon 2017 gegründet. Ich habe viele Jahre nebenbei Spiele entwickelt, das aber nie wirklich konsequent verfolgt. Und irgendwann hat sich dann bei mir der Gedanke durchgesetzt, dass ich das zum einen endlich mal mit ein bisschen mehr Ernsthaftigkeit angehen sollte, ich aber eigentlich Lust auf die ganze Palette habe, also nicht nur das Entwickeln von Spielen, sondern auch redaktionelle Arbeit, vertriebliche Dinge, Marketing. Das ganze Verlagsgeschäft eben. Und dann hab ich einfach angefangen.

Brettspielbox: Der Name des Verlages rührt von einer unbewohnten irischen Insel. Welche persönliche Geschichte verbindet dich mit der Insel?

Skellig Michael
Insel Skellig / Quelle: Wikipedia

Uwe Bursik: Die Insel kam erst danach. Zuerst kam das Lied. „Skellig“ ist ein Titel von Loreena McKennitt, ein Lied, das mich schon seit vielen Jahren auf besondere Weise berührt, sowohl die Melodie als auch der Text. Und dieser handelt von einem (fiktiven) Mönch, der vor vielen Jahrhunderten auf der Insel Skellig Michael sein karges Klosterleben lebte. Dieses Lied ist so tief in mir, dass mir immer klar war: wenn es mal einen Verlag gibt, dann bekommt er diesen Namen. Dass die Insel darüber hinaus noch so wunderschön ist, macht die Sache umso stimmiger. Und die Form der Insel hat uns dann zu unserem Logo inspiriert.

Brettspielbox: Ihr seid dann auch direkt mal mit einem eher ungewöhnlichem Spiel gestartet. Concerto hat ein spezielles Merkthema zu grunde. Wie kam es dazu?

Uwe Bursik: Das war eher Zufall. Nachdem der Verlag das Licht der Welt erblickt hatte, musste natürlich ein erstes Spiel her. In dieser Zeit hatte ich mehrere ganz unterschiedliche Ideen in Arbeit. Concerto hat sich dann letztlich durchgesetzt, weil es am besten funktioniert hat, die Produktionskosten relativ human waren und wir die Idee besonders fanden. Wenn ich es nochmal machen dürfte, würde ich es anders machen. Das Thema zieht einige an, schreckt aber auch viele ab, und gleiches gilt für den Merk-Mechanismus. Aber trotzdem ist es unser Erstling. Wir lieben es 😉

Brettspielbox: Was ist dir bei der Verlagsarbeit besonders wichtig?

Uwe Bursik: Besonders spannend und bereichernd ist die Zusammenarbeit und Abstimmung mit meinen beiden Mitstreitern Marc und Thomas. Wir versuchen gerade, uns die Bereiche ein bisschen aufzuteilen. Aber weil das nicht immer klappt, macht doch auch jeder irgendwie alles, und das macht vielleicht auch den Reiz aus. Das Ziel ist aber immer neben der notwendigen wirtschaftlichen Beständigkeit, tolle neue Spiele zu entwickeln oder zu entdecken und voller Vorfreude und Enthusiasmus auf den Markt zu bringen.

Brettspielbox: Nun wird es in 2019 zwei neue Spiele geben. Kannst du hierzu schon etwas mehr sagen?

Uwe Bursik: Wir haben neben einer neuen, intensiven Zusammenarbeit (Anmerkung: On Mars und Escape Plan) mit einem etablierten amerikanischen Verlag die beiden neuen Spiele „Ambrosia“ und „Mice To Meet You“ am Start.

Ambrosia ist ein aufwendig gestaltetes taktischen Zugspiel mit Ärgerfaktor mit dem Thema Bienen und Blumen (keine Angst, ab 8 Jahren ;-). Für die wunderschöne Grafik konnten wir den österreichischen Pixelzauberer Christian Opperer gewinnen. Die Spieler ziehen mit ihren Bienen über eine Blumenwiese und jagen sich gegenseitig den Honig ab.

Mice To Meet You vom fantastischen Daniel Bernsen (und mit den süßen Mäusen von Alisa Menges) ist ein Kartenspiel mit dem neuartigen Roll-And-Discard-Mechanismus. Ziel ist es, alle Mäusekarten abzulegen, aber das wird im Laufe des Spiels immer schwerer, weil immer weniger Würfel zur Verfügung stehen.

Brettspielbox: Plant ihr über 2019 hinaus? Wie soll es mit Skellig Games weitergehen?

Uwe Bursik: Weiter ausbauen wollen wir auf jeden Fall unsere Kooperation mit unserem Partner in den USA: Eagle Gryphon Games

Ansonsten haben wir Pläne in jeder nur erdenklichen Richtung. Wenn alles gut läuft und unsere neuen Spiele gut ankommen, dann werden wir auch im nächsten Jahr wieder ein paar eigene Spiele herausbringen. Hierzu haben wir eine Menge eigene Ideen, aber auch viele neue und vielversprechende Prototypen aus Göttingen im Test. Wir prüfen die Zusammenarbeit mit vielen ausländischen Verlagen, da wird sich sicher das eine oder andere ergeben, um weitere Spiele hier zu vertreiben. Und wir wollen im nächsten Jahr unser erstes größeres Projekt zu Kickstarter bringen. Damit stellen wir uns breiter auf, damit wir nicht so leicht umfallen 😉

Brettspielbox: Auf welchen Messen seid ihr demnächst zu finden?

Uwe Bursik: Wir sind natürlich in Essen, keine Frage (Halle 5, Stand H113). Bei den Messen in Leipzig und Stuttgart werden wir beim Anspieler mit auf dem Stand sein (danke hierfür, Torben). Und die nächsten Spieletage sind auch schon fest im Plan: die Brett in Hamburg, Darmstadt Spielt, und dann im neuen Jahr natürlich wieder mindestens Bremen, Ratingen und Herne. Für dieses Jahr noch in Überlegung sind Ratingen Light, Bielefeld und Dresden.

Brettspielbox: Wo kann man eure Spiele sonst noch erwerben?

Uwe Bursik: Zuallererst natürlich auf unserer Homepage. Dann bei unserem Vertriebspartner Spiel Direkt. Und wir sind gerade dabei, uns ein Händlernetz aufzubauen, das ist ein langer Weg, der aber bisher stetig bergauf geht. Und unsere eigenen Neuheiten kann man außer bei den erwähnten Quellen zusätzlich auch in der BGG-Neuheitenliste für Essen vorbestellen.

Brettspielbox: Vielen Dank für das Interview


Eine Übersicht über die Neuheiten des Herbstes von Skellig Games gibt es hier.


Interviewreihe „junge“ Unternehmen

Bereits in der Reihe „junge“ Unternehmen erschieben:

Boardgame Circus | Funtails | Game’s Up | Homunculus Spiel | Skellig Games | Spielefaible | Taverna Ludica Games | Wyrmgold

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