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Samstag, Oktober 31, 2020
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Kosmos Vorschau Herbst 2020: Ersteindruck

Um die Neuheiten der SPIEL 2020 vorab sehen und ausprobieren zu können, lud der Kosmos Verlag zum vierten Mal in Folge zum Presseevent 2020 ins Kloster Haydau nach Morschen ein.

Doch 2020 ist alles anders. Es gibt keine SPIEL in Essen und auch das Pressevent fand nicht in Morschen statt.

Corona verändert einiges.

So wie es die SPIEL in 2020 in digitaler Form gibt, so wurde der Pressetag auch online durchgeführt. Und das klappte erstaunlich gut.

Vorab gab es ein tolles Paket mit vielen Spieleneuheiten (teilweise Handmuster! – daher ist das Spielmaterial für Anno 1800 und Signal & Switch nicht final) sowie einige kulinarische Leckerbissen, so dass einem tollen Spieleabend nichts mehr im Wege stand.

Gestartet wurde mit der obligatorischen Eröffnung von Heiko Windfelder (Programmleitung Spielware bei Kosmos) und Silke Ruoff (Presseleitung Kosmos)

Nach einer Regelerklärung von Redakteur Wolfgang Lütke ging es ans Spielen:

Switch & Signal

Switch & Signal ist ein kooperatives gehobenes Familienspiel. Wir müssen Waren mit Zügen von vier Städten nach Marseille bringen.

Dazu wird in den Runden eine Ereigniskarte aufgedeckt, deren Stapel gleichzeitig auch einen Timer darstellt. Über das Ereignis werden Züge ins Spiel gebracht (Wurf mit zwei W6 Würfeln) sowie Züge bestimmter Farben bewegt. Dann ist ein Spieler dran, welcher aus seinen Handkarten entsprechende Aktionen durchführt:

  • Weichen verstellen
  • Signale auf grün schalten
  • Züge bewegen (passiert über die entsprechenden farblichen Würfel)

Es gibt drei unterschiedlich schnelle Züge, die sich auf dem Spielplan fortbewegen. Da die Signale wie auch Weichen Engpassfaktoren sind, verliert man bei nicht genauer Planung sowie Würfelglück Zeiteinheiten und ggf. Ereigniskarten.

Das Spiel endet, sobald die Waren in Marseille eingetroffen sind oder der Ereigniskartenstapel aufgebraucht wurde.

Handmuster. Spielmaterial noch nicht fertig!

Ersteindruck

Spiel ist nicht so komplex wie es sich nach dem ersten Regel-Erklären anfühlt. Planung und gute Absprache sind dringend notwendig. Drei Bonusfelder vergisst man in den ersten Partien, die alle sehr knapp ablaufen. Diese können in dem ein oder anderen Spielzug das Zeitbudget „schützen“.

Zu Beginn ist es nicht immer einfach, den Überblick zu behalten, aber nach einigen Runden gewöhnt man sich an das Gewirr aus Gleisen und Weichen.

Durch die Würfel ist eine gehörige Portion Glück im Spiel. Zudem muss man für sich die Balance zwischen den unterschiedlich schnell fahrenden Zügen abstimmen. Graue Zügen an den falschen Stellen können schon mal tödlich sein, da man dann keine Waren mehr abholen kann.

Handmuster. Spielmaterial noch nicht fertig!

Blätterrauschen

Ich mag Spiele, von denen ich nichts erwarte, die mich dann aber sehr positiv überraschen.

Blätterrauschen ist ein Roll n Write Spiel, welches wir an dem Abend per Zoom mit gut 100 Teilnehmern simultan gespielt haben.

Jeder Spieler hat ein Blatt (und ich erkläre es jetzt am Herbst. Es gibt noch drei weiterer Jahreszeiten). Auf diesem kreuzt er sich eine von sechs Startpositionen an.

Nun wird gewürfelt und das Ergebnis in ein Rechteck umgewandelt (Beispiel: Wurf grün 4 und weiß 2 wird zu einem Rechteck von 4×2 oder 2×4). Die Startposition wird in das Rechteck integriert. Von dann an müssen spätere Rechtecke an bereits bestehende anliegend gezeichnet werden. In dem Rechteck sind verschiedene Symbole, von denen ich mir eine Art aussuchen kann, um sie im Wertungsbereich einzutragen.

Dabei gibt es je nach Jahreszeit Besonderheiten. Z.B. kreuze ich Pilze an so muss ich, wenn in meinem Rechteck neben Steinpilz auch der Fliegenpilz vorkommt, diesen ebenfalls ankreuzen. Bei Tannen muss ich mich für eine leichte, eine mittlere oder schwere Variante entscheiden und mindestens 3 – 6 – 9 Kreuze machen. Schaffe ich es gibt es 10 – 20 – 30 Siegpunkte oder ich gehe leer aus. Tannenzapfen werden nur in vierer Bundle gewertet. Laubbaum und Blätter nur als Paare. Bei Eichhörnchen und Eicheln zählt am Ende das Produkt.

Kann oder will ich nicht ankreuzen, so gibt dieses Minuspunkte. Aussteigen kann ich vor jedem Würfelwurf.

Dazu gibt es noch die Wolke auf den Würfeln, die das Wetter berücksichtigt. Beim Herbst die blauen Sturmfelder, die im zu zeichnenden Rechteck enthalten sein müssen.

Ersteindruck

Wie schon oben erwähnt, nicht viel erwartet und sehr positiv überrascht. Dem Spiel liegen vier verschiedene Jahreszeiten mit unterschiedlichen Herausforderungen bei.

Sehr einfach zu erlernen, aber doch nicht einfach zu beherrschen. Tolles Roll n Write spiel mit liebevollen Zeichnungen und Elementen. Das Thema Roll n Write ist einfach nicht tot und das finde ich auch gut so.

Also erst einmal eine Empfehlung

Greenville 1989

Am Abend selbst haben wir Greenville nicht mehr gespielt. Das habe ich einen Tag später nachgeholt, aber es gab ein Quiz, bei dem eine kleine Geschichte erzählt wurde und man so schnell wie möglich eine Karte aus dem großen Haufen Karten herausfischen musste.

ZUM SPIEL

Jeder Spieler stellt einen Charakter dar und bekommt eine Bildkarte zugeteilt. Für diese muss er nun eine Geschichte erzählen.

Rund um das zentrale Spielbrett legt der Spielleiter x+1 eine Bildkarte. Dann legt er verdeckte Marker der Spieler zu den Bildern und die anderen Spieler müssen diskutieren, welche Wahl der Spielleiter getroffen hat.

Dann wird aufgelöst. Bei einer Übereinstimmung bekommen die jeweiligen Spieler die Karte. Wenn nicht, so werden sie tiefer in den Abgrund gesogen.

Dann wechselt der Spielleiter und alle müssen ihre Geschichte neu oder weitererzählen.

Das Spiel endet, sobald ein Spieler im Abgrund ist oder alle Spieler vier Karten vor sich liegen haben.

Ersteindruck

Für Fans von Mysterium und der Lust auf einen dunklen Background sehr geeignet. Durch die Kombi aus Spielleiter in die Spieler hineinversetzen sowie dem kreativen Part des Geschichtenerzählens war es für mich ein sehr gelungenes Spiel.

Erste Runde verläuft noch etwas hölzern, doch wenn man sich auf das Spiel einlässt, ist es ein tolles Erlebnis. Wird definitiv weiter ausprobiert

Anno 1800

Das Schwergewicht im Herbstprogramm von Kosmos.

Wir haben eine Menge verschiedener Aktionen vor uns, die es geschickt in die richtige Reihenfolge zu bringen gilt.

Über unsere Bevölkerung produzieren wir Ressourcen, um neue Produktionsstätten oder Schiffe zu bauen bzw. Personen zufrieden zu stellen. Ressourcen können wir auch bei den Nachbarn gegen Handelsmarker eintauschen.

Neue wie alte Welten gilt es zu entdecken, um weitere Ressourcen bzw. Bauraum zu schaffen. So arbeiten wir uns in unserer Zivilisation immer weiter voran und erschließen uns weitere Möglichkeiten. Entwickeln unsere Bevölkerung vom Bauern bis zum Investor etc.

Das Ganze immer unter dem Blick verschiedener Siegpunktbedingungen, die es am Ende zu erreichen gilt.

Das Ende wird durch das Ende der Personenkarten eingeläutet, die man im Spiel auf der Hand hat. Durch neue Bevölkerung kommen welche hinzu, durch das Erfüllen von Wünschen verschwinden diese wieder von der Hand und bringen Siegpunkte.

Ersteindruck

Der Aufbau hat es schon mal in sich. Dazu sollte man für die Erstpartie keine Zeit von unter 3h einplanen. Regelerklärung plus das sich zurechtfinden bzgl. der vielen Interaktionen ist nicht so ganz ohne.

Das Spiel ist schon sehr komplex und eher etwas Besonderes im Kosmos-Programm. Daher sollte man nicht zu leichtfertig an diesen Enginebuilder herangehen.

Dazu gibt es einen gewissen Glücksfaktor über Karten und neue / alte Welten, die beherrscht werden wollen. Irgendwie will man an allen Ecken und Enden zu gleich schrauben. An Markern und Bevölkerung herrscht irgendwie immer ein Mangel und man muss sich an den Einsatz des Goldes zum Zurückholen von den einzelnen Holzwürfeln gewöhnen, um keine Züge zu verschenken.

Die Downtime ist in den ersten 75% des Spiels relativ gering. Nimmt aber dann im letzten Viertel deutlich zu. Auch wenn sich das Spiel selbst nach hintenheraus aufgrund der immer größer werdenden Möglichkeiten rasant entwickelt. Vor allem das mehrfache Erfüllen von Personenwünschen sollte man nicht unterschätzen.

Um Anno 1800 halbwegs beurteilen zu können, bedarf es definitiv noch einiger Partien. Ist sehr interessant, aber recht komplex eben nicht komplett eingängig zu spielen.

Kosmos hat darüber hinaus noch einige weitere Spiele in ihrem Herbstprogramm, die ich an dieser Stelle vorstelle.

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