Montag, Februar 26, 2024
StartJahr2023REVIEW | Rezension Brettspiel Grease Monkey Garage

REVIEW | Rezension Brettspiel Grease Monkey Garage

Das Brettspiel Grease Monkey Garage ist schon eine längere Zeit angekündigt worden. Nun ist es endlich erhältlich (Verkaufsstart 15.12.2023).

Wie vom Namen her bereits zu vermuten, betreiben wir eine Autowerkstatt und versuchen verschiedene Automobile über vier Ressourcen wieder in Stand zu setzen. Dazu kommt der Mechanismus des Worker-Movement mit Pick up and Delivery zum Tragen.

Für wen es ist und wie es mir gefallen hat, kommt jetzt…


SPIELBESCHREIBUNG

Zunächst bauen wir den zentralen modularen Spielplan zusammen. Dabei gibt es den Standardplan oder in einer Variante kann der Plan auch individuell zusammengefügt werden. Die Werkstatt besteht aus acht verschiedenen Orten. Von jedem Ort sind immer drei andere Orte erreichbar. Neben der Garage befindet sich ein Pool an zu reparierenden Fahrzeugen (X+1) sowie die Ereigniskarten. Dazu werden vier verschiedene Ressourcen (Motorteile, Reifen, Öl und Werkzeuge) neben dem Spielplan bereitgelegt.

Wir bekommen ein Lager, auf dem die Ressourcen gelagert werden. Links werden die Reparaturen durchgeführt und rechts die fertigen Autos abgelegt. Dazu gibt es verdeckt eine Bonuskarte.

Dann wird rundenweise gespielt, in dem wir zunächst eine Ereigniskarte vorlesen (das Ereignis gilt für die aktuelle Runde) und dann reihum erst den Azubi (wird von allen genutzt) sowie unsere Mechanikerin auf einen angrenzenden Ort setzen. Dort führen wir jeweils eine Aktion aus. Diese kann sein:

  • Ressourcen erhalten
  • Ressourcen tauschen
  • Auto zur Reparatur nehmen
  • Auto reparieren (Ressourcen abgeben und Siegpunkte erhalten)
  • ab dem siebten Punkt gibt es die Möglichkeit eine zweite Mechanikerin einzustellen

Sobald das sechste Auto repariert wurde, wird die Runde zu Ende gespielt und die finalen Siegpunkte aus der Bonuskarte ausgewertet. Autos, die noch nicht repariert worden sind, werden mit zwei Minuspunkten angerechnet.



AUTOR: Fredor Sosnin ■ GRAFIKER: Tristam Rossin, Aleksandra Bilic
VERLAG: Board Game Circus ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2023

spieler

2-4 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 30-40 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Board Game Circus)


SPIELGEFÜHL

Die Anleitung von Grease Monkey Garage ist sehr überschaubar und verständlich auf sechs Seiten geschrieben, so dass man das Brettspiel sehr schnell starten kann. Aufgrund der Einfachheit des Spiels ist die Zielgruppe eher im Familienspielsegment angesiedelt.

Auffällig ist sicherlich das Design und Material im 60er Jahre-Retrolook, was sehr ansprechend und hochwertig gestaltet ist. Alleine die Idee mit dem Startspielermarker ist sehr liebevoll umgesetzt.

Die Spielzüge verlaufen auch in einer vier Personen Partie sehr zügig. Das liegt auch daran, dass die Aktionen sehr kurz gestaltet sind und die Symbolik gut verständlich ist. Wichtig ist sich immer wieder daran zu erinnern, den Lehrling zuerst zu versetzen. Hier kommt nun jedoch auch der erste Glücksfaktor ins Spiel, denn meine Mitspielenden verhalten sich nicht immer so, wie ich es gerne will, so dass mitunter der Lehrling auch nur für einen Verlegenheitszug sorgen kann, da er zu weit weg vom eigentlich Ziel ist (gleicht sich aber im Spiel gut aus).

Tendenziell wird man versuchen, möglichst zügig an die sieben Siegpunkte heranzukommen, um die zweite Mechanikerin freischalten zu können (dann stehen 3 statt 2 Aktionen zur Verfügung). Dieser Zug sollte jedoch gut vorbereitet sein, da es mitunter einige Züge dauern kann, um mit seiner Mechanikerin oder der Lehrlingsfigur zum „Freischaltfeld“ zu gelangen. Dann kann die Mechanikerin jedoch eine deutliche Beschleunigung des eigenen Fortschritts gegenüber der Konkurrenz bedeuten.

Da das Spielende mit sechs fertiggestellten Karten eingeläutet wird, ist es immer hilfreich auch die Mitspielenden im Blick zu haben. Ebenfalls kann der Typ oder Farbanhäufung auf die Bonuskarte Aufschluss geben, da es pro Farbe und Typ noch einen zusätzlichen Siegpunkt geben kann.

Im Spiel gibt es unterschiedliche Strategien zum Sieg. Zum einen sehr schnell zu sein und sich nur auf 1 und 2 Punkte Reparaturen zu konzentrieren, wie auch, zu Beginn auf höhenwertige Autos zu gehen, um sich die zweite Mechanikerin freizuschalten.

Kommen wir zu den beiden Kritikpunkten des Spiels:

Über die Auslage kommen neue Wagen mit Reparaturbedarf nach. Leider gibt es im Spiel keinen Mechanismus verankert, der einen automatischen Austausch der Kartenauslage möglich macht. Es gab daher Partien, in denen es gerade im letzten Drittel eines Spiels für einige Mitspielende sich nicht mehr gelohnt hat, neue Fahrzeuge (Strafdrohung von 2 Minuspunkten) zu holen. Daher blieb die Auslage etwas frustrierend unverändert, denn das Risiko mit einer vierer Reparatur (bei einem Blindzug vom Nachziehstapel) wollte sich keiner mehr zumuten.

Die Ereigniskarten gibt es sowohl in belohnender wie auch bestrafender Form. Diese habe ich sowohl als Licht wie Schatten in den Partien empfunden. Zum einen sind die Texte nicht 100% eindeutig definiert, so dass es hier und da einen Interpretationsspielraum gab, zum anderen können gerade die bestrafenden Karten einen sehr ärgerlichen Eingriff in die Ressourcen darstellen. Insbesondere, wenn eine Person gerade auf eine teurere Reparatur anspart. Fühlte sich nicht immer richtig an.

…aber: Auf der anderen Seite bringen die Karten auch eine taktische Sequenz in das Spiel, so dass sich nicht jede Runde gleich anfühlt und man seine Aktionen kurzfristig auf die neuen Gegebenheiten anpassen muss.

Ein kleiner Ärgerfaktor kann im Spiel enthalten sein (kann variable dazu- oder abgeschaltet werden). Gehen die Ressourcen des Vorrats aus, kann man sich bei den Mitspielenden bedienen.

Egal ob zu zweit, zu dritt oder zu viert, Grease Monkey Garage spielt sich relativ ähnlich. Es kommt bei voller Besetzung ggf. mehr Abwechslung in der Auslage sowie eine höhere Bewegung des Lehrlings zum Tragen.

Hat man das Spiel ein paar mal gespielt, besteht die Möglichkeit, den Spielplan auch variabler zu gestalten und von der Basisauslage des Spielplans abzuweichen.


Zusammenfassung

Grease Monkey Garage besticht durch einfache und schnell zu spielende Aktionen. Dadurch ist ein hoher Spielfluss gewährleistet und es kommt zu einem Wettrennen über die lukrativsten Autoreparaturen, bei denen man die Konkurrenz und das Spielende immer gut im Blick behalten sollte.

In Summe ist das Spiel ein toll illustriertes Brettspiel mit kleineren Schwächen. Insbesondere die sich nicht verändernde Kartenauslage sollte man über eine Hausregel (letzte Karte verschwindet immer aus der Auslage am Ende der Runde) anpassen.

  • Liebevolle, durchdachte Gestaltung des Materials.
  • Schnelle, einfach durchzuführende Aktionen führen zu kaum Downtime in den Spielzügen
  • Ereigniskarten bringen taktische Elemente ins Spiel
  • Gewisse Variabilität im Spielmaterial
  • Ereigniskarten können jedoch auch sehr bestrafend sein
  • Auslage verändert sich ab einem bestimmten Punkt nicht mehr, da Karten nach Rundenende nicht automatisch herausgenommen werden.

Aus meiner Spielerperspektive: Grease Monkey Garage richtet sich klar an Familienspieler, die ein Brettspiel mit weniger Strategie und mehr Taktik, mit kurzen schnellen Entscheidungen haben wollen.

Grease Monkey Garage könnte ein reines Wohlfühlspiel sein, wenn die ein oder andere Ereigniskarte die Spielenden nicht ärgern würde. Wobei ich sehr gut verstehe, warum sie hineingenommen worden sind. Auch verändert sich die Auslage ab einem gewissen Zeitpunkt im Spiel nicht mehr, was dazu führt, dass es nur noch sehr schwer ist – bei einer ungünstigen Auslage – an sinnvolle Autokarten heranzukommen (siehe Hausregel!).

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