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Donnerstag, November 26, 2020
Start Jahr 2019 REVIEW Color Brain

REVIEW Color Brain

Color Brain war für mich die Überraschung der diesjährigen Listen der Jury zum Spiel des Jahres, denn das Quizspiel aus dem Haus Game Factory hätte ich dort nicht unbedingt erwartet.

Nicht weil es ein schlechtes ist, aber die Jury, die in der Regel sehr viel Wert auf Vollkommenheit legt, hat einen Bug des ansonsten gut funktionierenden Spiels (wohlwollend) übersehen.


SPIELBESCHREIBUNG

Zunächst teilen sich die Spieler in 2-4 Teams auf (wobei auch eine Person ein Team darstellen kann). Jedem Team werden 12 Farbkarten zur Verfügung gestellt. Eine Karte davon ist der Kopierer, der einmalig im Spiel eingesetzt werden darf, um eine Farbe eines anderen Teams zu kopieren (danach wird er aus dem Spiel genommen).

In einer Kartenbox sind die Fragen. Die Antwort bezieht sich dabei immer auf Farben. Wieviel Farben herausgefunden werden müssen gibt ein Marker im oberen Bereich der Box an.

Haben sich alle Teams für Farbkarten entscheiden, werden diese aufgedeckt und mit der Lösung auf der Fragekarte verglichen.

Punkte gibt es für das Team nur, wenn es alle Farben richtig erkannt hat und ein oder mehrere andere Teams falsch liegen. In diesem Fall gibt es pro falsch liegendes Team einen Punkt. Das Spiel endet sobald ein Team 15 Siegpunkte erreicht hat.

Sollten in einer Runde alle Teams richtig bzw. falsch liegen, so kommt die Karte in den Pot und der Sieger der nächsten Runde erhält einen zusätzlichen Siegpunkt.



AUTOR: Tristan Williams ■ GRAFIKER:
VERLAG: Game Factory ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2019

spieler

2-12 Spieler

alter

ab 12 Jahren

zeit

ca. 20 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Game Factory)


SPIELGEFÜHL

In das Spiel hineinzukommen ist nicht sonderlich schwer. Die Anleitung ist gut, übersichtlich und leicht verständlich geschrieben.

Genauso schnell spielt sich Color Brain auch.

Dabei unterscheidet sich das Spiel nicht sonderlich von anderen Quizspielen, außer dass in diesem Fall die Farbe im Vordergrund steht.

Die Fragequalität bzw. der Schwierigkeitsgrad ist jedoch extrem variable. Teilweise fällt es einem echt schwer die richtigen Farben zu benennen, teilweise sind die Fragen aber an Banalität nicht zu überbieten. Dieses kann man dann auch daran erkennen, dass der Pot der von allen beantworteten Fragen auf 3-4 Fragen anwächst. Wem es dann gelingt, diesen zu gewinnen, hat einen nicht unbeträchtlichen Vorsprung erspielt.

Dieses sehe ich auch als die beiden Hauptkritikpunkte an. Der Pot ist einfach nur ungerecht (insbesondere, wenn sich dieser über mehrere Runden anhäuft), da der Gewinn vom Glück bzgl. einer bestimmten nachfolgenden Frage abhängt. Da kann ein Spiel sehr schnell zu Ende sein. Zudem ist die Varianz in der Schwierigkeit der Fragen zu volatil. Da wäre es sinnvoller gewesen, Einsteiger-, Fortgeschrittenen- und Profifragen zu kategorisieren und entsprechend in unterschiedlichen Kartenpacks bereitzuhalten.

Damit will ich nicht sagen, dass Color Brain ein schlechtes Spiel ist. Warum man aber vor ein paar Jahren das Kneipenquiz unberücksichtigt gelassen hat und jetzt Color Brain auf eine Auswahlliste setzt, erschließt sich mir nicht.

Aber zurück zum Spiel selbst.

Was sehr gut gelungen ist, wenn wir herausfordernde Fragen erwischen, dass sie sich quer über alle Bereiche ziehen. Da wird nach Fortnite genauso gefragt, wie nach Olympischen Ringen sowie Nutellacremeverpackungen. Hier haben sich die Macher schon ins Zeug gelegt, um ein interessantes Portfolio für alle bereitzustellen, so dass jeder am Tisch zum Erfolg seines Teams etwas beitragen kann.

Somit kann man bei der ein oder anderen Frage auch noch etwas zur Stärkung seines Allgemeinwissens tun.

15 Punkte sind leider sehr häufig zu schnell erreicht, so dass die eigentlichen Runden gerne noch weitergehen könnten.

Das Alter von 12 ist richtig über alle Fragen, dennoch gibt es viele Fragen, die auch schon jüngere Mitspieler beantworten können. In einer Teamvariante ist es daher auch gut möglich mit 10jährigen zu spielen.


Zusammenfassung

Interessant gemachtes Quizspiel. Einfacher Zugang. Im Mittelpunkt stehen die Farben. Jedoch sind die Fragen vom Schwierigkeitsfaktor sehr unterschiedlich und die Potlösung sollte man am besten beiseitelegen.

  • Schnell erklärt, gut verständlich
  • Spiel sich auch mit einer größeren Spieleranzahl
  • 300 Fragen sollten für diverse Runden reichen.
  • Breites Fragespektrum.
  • Schwierigkeiten sind sehr unterschiedlich verteilt. Teilweise extrem leicht, teilweise etwas schwerer
  • Die Pot-Lösung erscheint mit etwas zu Glücks lastig.

Aus meiner Spielerperspektive: Quiz-Spiel für alle Spielertypen. Komplett unabhängig von der Zuordnung zu Familien-, Kenner- oder Expertenspieler.

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