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Dienstag, September 22, 2020
Start Jahr 2020 REVIEW Via Magica

REVIEW Via Magica

Gleich sieben Grafiker haben an der Neuerscheinung von Via Magica mitgewirkt.

Neuerscheinung, weil das Spiel vor sieben Jahren schon einmal auf der Bildfläche erschien. Gleicher Verlag. Damals als Augustus, welches für das Spiel des Jahres 2013 nomiert wurde. Damals aber Hanabi unterlag.

Nun sind die Römer gewichen und haben Zauberlehrlingen Platz gemacht. Und anstatt Zahlen anzukreuzen, um Zeilen auf einem Raster zu füllen, müssen wir nun Kristalle auf Torkarten legen, um diese zu öffnen.


SPIELBESCHREIBUNG

Zunächst wird der Spieltisch mit 10 Belohnungskarten (davon fünf für bestimmte Sprüche und fünf für eine festgelegte Anzahl an Sprüchen), dem Beutel mit den 23 Animi sowie Kristallen bereitet. In die Auslage kommen zudem fünf sichtbare Tore.

Jeder Spieler wird mit sieben Kristallen ausgestattet und erhält sechs Tore, von denen er drei behält und drei auf einen Ablagestapel zurückgibt.

Dann werden die Animi aus dem Beutel gezogen. Animi sind Plättchen bzw. kleine Wesen, die einem von sechs verschiedenen Elementen zugeordnet sind. Dazu gibt es noch zwei Joker (werden letztere gezogen, müssen alle Animi wieder zurück in den Beutel).

Auf den Toren sind unterschiedliche Felder mit Elementen angegeben. Immer wenn ein passender Animus gezogen wird, kann ich einen Kristall auf das Feld legen (dabei kann ich auch einen bereits gelegten Kristall umlegen oder passen).

Habe ich ein Tor komplettiert rufe ich „INCANTATUM“ (ein einfaches „STOP“ reicht auch) und räume die Kristalle ab, bekomme den Bonus des Tores und suche mir aus der Auslage ein neues Tor aus. Schaffe ich die Bonibedingungen kann ich mir zusätzlich auch Karten aus der Mitte nehmen.

Sobald ein Spieler sein siebtes Tor erfüllt, endet das Spiel und die Siegpunkte werden ermittelt.



AUTOR: Paolo Mori ■ GRAFIKER: Biboun, Camille Chaussy, Jérémie Fleury, Mathieu Leyssenne, Paul Mafayon, Jean-Baptiste Reynaud, Régis Torres
VERLAG: Hurricane | Asmodee ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2020

spieler

2-6 Spieler

alter

ab 7 Jahren

zeit

ca. 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Asmodee)


SPIELGEFÜHL

Den Römern folgen Zaubersprüche. Dramatisch viel hat sich zu Augustus nicht verändert.

Fans von Grafiken fallen bei den 80 Toren die bunten Grafiken auf. Mir sind sie an der ein oder anderen Stelle etwas zu verspielt bzw. zu überladen.

Der Anfang – das Drafting – ist nicht unwichtig. Aus sechs Karten die passenden drei herauszufischen kann für den Erfolg mitunter schon weichenstellend sein. Hierbei sind insbesondere die Wandel-Karten (blau) nicht zu verachten. Früh eine der Karten mit Dampf, Wasser oder Erde freigeschaltet, unterstützen diese das Vorankommen gut. Diese finde ich einen Tick zu stark, insbesondere wenn sie einem Spieler früh zur Verfügung stehen.

Somit erkennt man , dass die richtige Karten(aus-)wahl sehr hilfreich für den Erfolg sein kann. Der Glücksfaktor im Spiel bzgl. richtigem Zug von Animi aus dem Beutel bzw. der Kartenauswahl in der Mitte ist nicht zu unterschätzen.

Emotional wird es bei Via Magica durch den Bingo Effekt, wenn die Animi aus dem Beutel gezogen werden. Dazu gibt es Interaktivität im Kampf um die verschiedenen Bonuskarten.

Da parallel gespielt wird, ist die Downtime angenehm niedrig. Selbst bei STOPS geht es flott voran.

Das Alter ist ab sieben Jahren angegeben. Dieses halte ich für verfrüht. Via Magica ist zwar schnell zu verstehen und hat einfache Regeln, jedoch könnten die Verkettungen für siebenjährige inklusive richtiger Draftingentscheidung etwas zu schwer sein.

Um die verschiedenen Effekte der Torkarten zu verstehen, benötigt man die ersten 2-3 Partien das Regelheft. Danach sollte die gute Symbolik in Fleisch und Blut übergegangen sein.

Die kleine Schachtel täuscht etwas über den Platzbedarf hinweg. Die Auslage der Torkarten benötigt relativ viel Platz. Ist also kein Spiel was man mal unterwegs spielen kann.


Zusammenfassung

Kurzes und schnelles magisches Spiel mit Bingo Mechanismus. Wir sammeln Tore und versuchen über Karten zusätzliche Effekt zu erzielen, die unsere Handlungsbreite vergrößert.

Via Magica ist perfekt für Familien, die ein unkompliziertes Spiel mit knackiger Spieldauer bevorzugen. Spiele ich immer mal wieder mit.

Den Glücksfaktor sollte man jedoch nicht außer Acht lassen.

  • Schnell erklärt
  • und schnell gespielt.
  • Gute Symbolik
  • Bringt gewisse Emotionen an den Spieltisch.
  • Hoher Glücksfaktor
  • Drafting zu Beginn kann ggfls. schon gewisse Einflüsse geben.
  • Grafik ist etwas zu verspielt.

Aus meiner Spielerperspektive: Aus Kennerspielerperpektive sind wir das falsche Zielpublikum.

Via Magica richtet sich ganz klar an den Familienspieler, welcher ein unkompliziertes Spiel für sich sucht. Dem Kennerspieler dürfte das taktische Element zu überschaubar sein.

2 KOMMENTARE

  1. Aus Kennerspielerperspektive kann ich sagen, ich liebe Augustus. Trotz des einfachen Bingomechanismus ist es eines der am meisten gespielten Spiele in meiner Sammlung. Geht immer.
    Leider mag es meine 12jährige Tochter nicht so gerne. Vermutlich ist sie mehr Kennerspielerin als ich…

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