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Dienstag, September 22, 2020
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Zur Diskussion: Welche Perspektive berücksichtige ich bei Rezensionen?

DiskussionÜber Spiele zu schreiben und diese zu bewerten ist keine einfache Materie. Ein Spiel will ausreichend gespielt sein. Dazu sollte man vielleicht über eine umfassende Spielhistorie verfügen, um Vergleiche zu anderen Spielen zu haben und diese in seine Bewertung einfließen lassen. Dabei hilft es auch eine Rezension zu schreiben und diese ein paar Tage sacken zu lassen, bevor sie veröffentlicht wird. Es gilt einiges zu beachten.

Eine Sache, die mir in letzter Zeit aufgefallen ist, dass gerade einfachere Spiele nicht besonders gut in der Brettspielcommunity der Blogger und Forenschreiber ankommen. Dabei passiert es häufiger, dass die Spiele aus der Perspektive eines Vielspielers beschrieben und gnadenlos abgesägt werden (nicht neu, nicht ausgefallen, nicht spannend genug). Zielgruppe eines Spiels, was ist das?

Gerade dieses war u.a. ein Grund, warum die Spielbox ein Schwestermagazin mit Spiel doch! herausgegeben hat.

Aber wie seht ihr das?

Sollten bei Rezensionen von Brett-, Würfel- und Kartenspielen die Zielgruppe keine / nur eine begrenzte Rolle spielen und eine Bewertung diesen Aspekt außer Acht lassen?

  • JAWenn ich auf der Brettspielseite meiner Wahl über ein Spiel lese, dann weiß ich, womit sich der Autor der Seite beschäftigt. Findet er das Spiel schlecht, so wird es mir in der Regel auch nicht gefallen.
  • Die Zielgruppe des Blogs ist relevant, nicht die Zielgruppe des Spiels.
  • Mir hilft der weichgespülte Kram nicht, wenn man jedes Spiel in den Himmel lobt, weil es irgendeine Zielgruppe gibt, die das Spiel dann doch toll finden könnte.
  • Ich wünsche mir klare Kante.

 

  • NEIN Spiele sollten differenzierter betrachtet werden. Die Zielgruppe spielt eine gehörige Rolle mit. Dass ein Familienspiel einem Vielespieler zu seicht, zu viel Glücksbestandteile haben wird, ist doch logisch. Deshalb muss es ja nicht unbedingt schlecht sein. Aber dann sollte er es entweder gar nicht oder im vernünftigen Kontext rezensieren.
  • Es gibt viele Spiele, die mir als Gelegenheitsspieler völlig ausreichen. Ja, ich möchte sogar einen gewissen Glücksanteil. Rezensenten sind dagegen schon viel länger und intensiver in der Spielerszene und haben häufig den Blick nur noch für ihre Nerdspiele. Die winken dann gelangweilt ab.
  • Wo bleibt der Blick für den Mainstreamspieler? Ich brauche nicht immer komplexe 2-3h Strategieklopper, um mich so richtig wohl zu fühlen.

 

Ich persönlich bin auch eher für einen (zumindest parallelen) Blick aus der Brille der Zielgruppe. Klar kann man sich als Rezensent nicht freisprechen, seinen eigenen speziellen „nerdigen“ Blick auf ein Spiel zu haben, jedoch ist auch nicht jedes Spiel für mich gemacht und findet an anderer Stelle seine Anhänger (bestes Beispiel ist aktuell das Spiel „Skull King – Das Würfelspiel“).

Was denkt Ihr zu diesem Thema?

17 KOMMENTARE

  1. Eine sehr gute Frage. Ich bilde mir ein, meist mich in die Zielgruppe versetzen zu können, aber ob ich das wirklich kann, weiß ich natürlich nicht. Ich habe Freude an einem Love Letter, einem Loony Quest und einem The Game auf der einen Seite und einem Mombasa, einem Madeira und einem Russian Railroads auf der anderen Seite. Und meist braucht es nur die richtigen Mitspieler dafür.

    Dazu kommen aber Punkte wie: Schafft der Verlag die angestrebte Zielgruppe korrekt anzusprechen?
    Beispiel an das ich mich erinnere ist Celtica von Ravensburger. Alles schrie damals nach einem Kennerspiel und dann gab es aber „nur“ ein lapidares Familienspiel.
    Ein anderes Beispiel wäre für mich Andor, wo ich überhaupt keine Freude dran hatte und in meinen Augen der Verlag auch ohne Zielgruppe dasteht. Wie der Erfolg zeigt, liege ich natürlich falsch, aber das gehört dazu und für mich stehe ich noch zu der Meinung: http://darkpact.tumblr.com/post/35645479780/die-legenden-von-andor

    Also ja, die Zielgruppe muss betrachtet werden. Und dann hilft oft ein Vergleich mit anderen Spielen für die Zielgruppe.

  2. Ein spannendes Thema, über das ich auch schon einige Male gestolpert bin.

    Als Blogger gilt bei einer Rezension für mich nicht ausschließlich der Bewertungsgedanke, denn der Artikel soll, so objektiv er auch verfasst sein mag, einen gewissen Unterhaltungswert für Leser bieten. Sonst könnte man sich ja gleich auf rein visualisierte Wertungen reduzieren.
    Ich sehe es genau umgekehrt: Nicht die Zielgruppe des Blogs ist relevant, sondern die des Spiels. Spielideen sind heutzutage so ausdifferenziert und speziellen Sub-Genres zugeteilt, dass es wenig sinnvoll erscheint, die Zielgruppe des Brettspiel unbeachtet zu lassen. Die besten Beispiele sind doch die komplexen Kenner- bzw. Expertenspiele, die oftmals nur die eingefleischten (und häufig erwachsenen) Brettspieler ansprechen.

    Ein Brettspieltest liefert im Idealfall Informationen für alle: für Interessenten, für die Zielgruppe, für Leser außerhalb der Thematik, die durch einen guten Artikel begeistert werden könnten.
    Vielleicht sollte man nichts und niemanden ausklammern, sondern die Rezension einfach so verfassen, wie man es als „freier Journalist“ / Blogger (um das das böse J-Wort zu vermeiden) während des Testspielens empfunden hat. Dieser Aspekt dürfte für den Großteil der Leser ohnehin am wertvollsten sein, Fakten stellen nämlich die Spieleverlage zu ihren Titeln zur Verfügung.

    Und Angst vor „Fehlurteilen“ darf man ohnehin nicht haben. Jede Rezension ist nur eine Meinung unter vielen. Da kann man mit dem Strom schwimmen oder gelegentlich eine völlig andere Meinung haben, weil diese durch die Wahrnehmung und Spielerfahrung während des Testspielens geprägt wurde.

    Beste Grüße

    André
    für Spielpunkt.net

  3. Hallo, tolles Thema. Dafür schon mal ein dickes Dankeschön.
    Ich könnte mich jedes mal kaputt lachen wenn ich lesen muss, dass man einem einfachen Spiel kein 8 geben kann weil dann müsste man man den „richtigen“ Spielen eine 12 geben. Man mäkelt an Dingen herum, die der Ottonormalverbraucher überhaupt nicht bemerkt und für ihn keine Relevanz haben. Für mich sind viele wirklich tolle Experten im Sektor Spiel, aber als Multiplikatoren für das Kulturgut Spiel sind es völlig die falschen. Eigentlich schade drum.

  4. Ich sehe das auch so, daß man beachten muß für welche Zielgruppe das Spiel gedacht ist, bzw. ‚was es will‘. Damit will ich sagen, daß bei mir z.B. ein Mahé genauso die Höchstnote verdient wie ein Time Stories oder ein Terra Mystica. Jedes eben für sich stehend, vergleichen kann man solche Spiele doch gar nicht. Da ist dann eine grobe Einteilung in Familien-, Kenner- und Expertenspiel schon sinnvoll. Somit kann auch ein unerfahrener Leser/Spieler das Spiel und dessen Bewertung einordnen.

    • @laraya:
      Das sehe ich auch so, und ich spiele ja Spiele aus allen diesen „Kategorien“ gerne und fände es irreführend, wenn ein „Mahe“ nur 5/10 Punkten bekommen würde, nur weil es nicht so komplex ist wie ein Mombasa.

      Ich finde also auch, dass es bei den Rezis in Blogs wie diesem wirklich auf den „Spielwert“ ankommen sollte – aber eben auf den Spielwert aus Sicht eines Vielspielers! 😉

      Was ich damit sagen will: Ein „einfaches“ Spiel, das aber auch für Vielspieler reizvoll sein kann (wie Carcassonne/Alhambra/Mahe/Heckmeck usw) sollte auch gut bewertet werden, und falls es wirklich genial ist (was wenige Spiele sind), dann durchaus auch mit 10/10 Punkten.
      Aber ein einfaches Spiel, das für Vielspieler beispielsweise repetativ-laangweilig ist (beispielsweise Monopoly, Uno, evtl auch Gipfelkraxler (hab ich noch nicht gespielt)), darf in einem Vielspielerblog auch nur 2-4/10 Punkte bekommen, auch wenn es vielleicht bei Spieleanfängern gut ankommt.

      Das sei doch immer auch subjektiv?
      Ja, teilweise stimmt das sicher. Aber ist eine Rezi nicht sowieso in gewissem Maße subjektiv? Es gibt so viele Spiele, die selbst bei Vielspielern kontrovers diskutiert und von den einen geliebt und den anderen „verissen“ werden. Das gehört halt dazu, darum gibt es ja auch verschiedene Blogs und Reziseiten, damit man verschiedene Meinungen erfährt. 😉

      Darum finde ich, ein Vielspieler-Blogger darf ein Spiel ruhig „nur“ danach bewerten, wie es bei (ihm selber und anderen) VIELSPIELERN ankommt. Denn auch da kann sowohl ein komplexes Strategiespiel als auch ein kurzweiliges Einfachspiel gute Bewertungen bekommen. Sofern es eben dem Vielspieler genügend Spielreiz vermittelt.

      Ist halt meine Meinung:-)

      • Da sind wir absolut einer Meinung! Ich war vielleicht gestern abend schon zu müde um das genau auf den Punkt zu bringen.

  5. Hi Christoph,
    ich finde es gut, dass Dir das „Problem“ der Brettspielberichterstattung aus Vielspielersicht aufgefallen ist
    und Du auch Dich selber hinterfragst. Sowas ist immer wieder mal wichtig.

    Trotzdem stimme ich persönlich (spontan antwortend) am stärksten dieser Sichtweise zu:
    „Wenn ich auf der Brettspielseite meiner Wahl über ein Spiel lese, dann weiß ich, womit sich der Autor der Seite beschäftigt.“
    D.h. ICH WEISS i.d.R., OB ER VIEL- UND STRATEGIESPIELER IST UND KANN SEINE WERTUNG ENTSPRECHEND EINORDNEN BZW RELATIVIEREN.

    Natürlich kann es sein, dass im Gegensatz zu mir viele SpieleNEULINGE da noch nicht so durchblicken können und daher eine „für sie falsch gewichtete“ Spieleberatung von Dir und anderen Bloggern bekommen.

    Andererseits denke ich, dass Du und andere Blogger ja trotzdem auch mal einfache Spiele loben, wenn diese gut gemacht sind (Beispiel Carcassonne, Lost Cities, Bohnanza, Zug um Zug, Quixx, Krazy Wördz, ..).
    Aber vielleicht sind das halt einfache Spiele, die auch Vielspieler interessant finden, wohingegen Du mit „die Spiele, die aus der Perspektive eines Vielspielers beschrieben und gnadenlos abgesägt werden“ vielleicht eher solche wie „Gipfelkraxler“ meinst, die „wir“ vielleicht langweilig finden, die aber trotzdem für einige Spieleneulinge/Einfachspieler einen Tipp wert sein könnten.

    Daher mein Vorschlag: Du gibst Deinem Blog den Untertitel „Dein Vielspielermagazin“ oder betitelst Deine Bewertungen mit „Fazit aus Vielspielersicht“ oder „Strategiespieler-Fazit“ o.Ä., dann können auch Spiele- oder Website-Neulinge besser einordnen, ob das Fazit auch für sie Aussagekraft hat oder nicht.

    Übrigens: Es gibt durchaus Websites, die auch die Zielgruppe der Neulinge/“Wenigspieler“ abdecken: „Cliquenabend“ und „Mike’s Gaming Net“ beispielsweise stellen nicht nur Vielspielespiele vor, sondern auch Familien- und Kinderspiele.

    Ich besuche übrigens sowohl Deine als auch die anderen Blogs und Rezensionswebsites gerne
    und mache mir dann oft ein erstes Bild aus der „Summe“ der Meinungen 😉

    LG!
    Daniel

    P.S. Jaja, ich weiss: Die Bezeichnungen wie „Vielspieler“ usw habe ich nicht wissenschaftlich korrekt verwendet..^^..ich meine mit „Vielspieler“ NICHT den „Skat-Kneipenstammtisch“..^^ Aber der würde auch gar nicht in Spieleblogs nach Spielerezis suchen, denk ich 😀

  6. Ich lese grad die Kommentare hier, deren Verfasser der Meinung sind, dass nicht die Zielgruppe des Blogs (bzw die „Herkunft“ des Bloggers) Bewertungsmassstab sein sollte, sondern die Zielgruppe des zu bewertenden Spiels.

    Diese Meinung respektiere ich natürlich 🙂 und sie hat nachvollziebare, sinnvolle Argumente als Grundlage.

    Trotzdem spricht für mich Folgendes dagegen:

    1.) Die meisten Leser dieses Blogs sind (ok, mutmaßlich^^) „Vielspieler“ wie der Blogger selbst, und dementsprechend liest man auch die hier erscheinenden Spielkritiken usw aus der Vielspielersicht —
    und wäre meiner Meinung nach viel eher verwirrt, wenn die Bewertungskriterien ständig wechseln würden.

    2.) Wenn ein „Vielspieler“ künstlich versucht, ein „Wenigspieler-/Anfängerspiel“ aus der Sicht eines „Anfängers“ zu bewerten, besteht die Gefahr, dass die Rezi genauso an dieser Zielgruppe vorbeigeht wie eine „echte“ Bewertung aus Vielspielersicht.
    Es sei denn, der Rezensent hat das Spiel tatsächlich mehrfach mit Spieleanfängern/Wenigspielern gespielt und kann wirklich einschätzen, wie es bei dieser Zielgruppe ankommt.

    Liebe Grüße!
    Daniel

  7. Cooles Thema,
    Ich sehe das so.
    Was erwarte ich vom dem Spiel. Als Vielspieler spielt man ja nicht nur komplexe Spiele. Ich will ja auch mal ein glücklastiges, kurzweiliges oder Partyspiel spielen. Deswegen finde ich den Vergleich zu gleichartigen Spielen wichtig. Es geht ja auch darum wie das Spiel mit ihrem Thema umgeht, ob es nur aufgesetzt ist. Nicht jedes Spiel ist gut und findet eine Gruppe.

  8. Dass Vielspieler übrigens Brettspiele mit einfacherem Regelwerk eher schlecht bewerten, kann ich zumindest für mich nicht bestätigen. Wenn man mit seinen Bewertungen vernünftig umgeht, sollte man kaum Gefahr laufen, nur komplexe Titel auch gut zu bewerten. Im Gegenteil, ich habe meisten jede Menge Spaß mit einsteigerfreundlichen Titeln, da auch ich einen leichteren und schnelleren Zugang zu den Spielen finde und schnell viel Spaß haben kann.
    Das galt jüngst für so simple aber unterhaltsame Titel wie oder auch .

    Komplexität ist bei einem Brettspiel ohnehin dann hinderlich, wenn diese sich nicht auch in das Gameplay sinnvoll einfügt.

    Beste Grüße

    André
    für Spielpunkt.net

  9. Hallo,
    schön das es viele Kommentare zum Thema gibt.
    Ein Eindruck der sich für mich bestätigt:

    Familienspiele(r) = Auf jeden Fall Wenigspieler! Daher gefühlt auch wenig Ahnung.Sehr wahrscheinlicher noch Anfänger. Also gefühlt noch ahnungsloser.

    Ich muss echt schmunzeln.

    Vorsicht Ironiebutton nicht funktiosnfähig:
    Auf der anderen Seite die Megaspieler und Strategiegiganten. Die Wissensmacht der Spiele. Einfaches Spielvolk kniet nieder und huldigt uns.

    mit freundlichen grüßen
    Nils Kurt – einfach 🙂 Spieler-

  10. Persönlich gefällt mir der Ansatz von Udo Bartsch (http://rezensionen-fuer-millionen.blogspot.de) auf seinem Blog sehr gut – da schreibt er:

    Ich sehe keinen Grund, für ein Spiel eine mögliche Zielgruppe herbeizureden („aber für Familien durchaus einen Blick wert, blabla…“), bloß um ein kritisches Urteil abzumildern. Was nicht heißt, ich ließe unterhalb von AMUN-RE oder PUERTO RICO nichts gelten.
    Jedoch halte ich auch Spiele, die sich an ungeübtere Spieler richten, erst dann für empfehlenswert, wenn ich sie selber gerne mit ungeübten Spielern spiele. Ein Spiel, das ich mit niemandem gern spiele, empfehle ich nicht.

    Da es eine objektive Bewertung eh nicht geben kann (ist ja zu einem weiten Teil Geschmackssache, ob ein Spiel Spaß macht oder nicht), ist so eine ganz bewusst subjektive Rezension für mich der ehrlichste Ansatz.
    Verbindet man die Wertung mit einer ganz klaren Begründung, warum die Wertung schlecht oder gut ausgefallen, dann kann der Leser selbst für sich beurteilen, ob er das Spiel aus der gleichen Perspektive sehen würde, ob er sich woanders besser wiederfindet.

    Dass heisst natürlich auch: Das funktioniert nur für Spiele, die einem selbst theoretisch gefallen könnten, also wo man halbwegs zur Zielgruppe gehört.
    Für deinen Blog sehe ich hier etwas Schwierigkeiten bei den reinen (Klein-)Kinderspielen, die ja nicht für dich gemacht sind (und die du vermutlich auch eher der Kinder zuliebe spielst) – da musst du letztlich die Perspektive der jungen Mitspieler einnehmen.

    Jede Kategorie Spiel, die man rezensiert, sollte auch potentiell die Höchstnote bekommen (wenn es das perfekte Spiel dieser Kategorie ist), egal, ob’s der komplexe Strategiekracher oder das kleine 15-Minuten-Amigo-Kartenspiel ist.
    Für mich gilt auch der Umkehrschluss: Die Notenskala darf auch nach unten hin ausgenutzt werden. Wenn du ein Spiel nach Abschluss der Testpartien ganz sicher nie wieder Spielen willst, dann sollte das der Leser auch in Form einer Note aus der unteren Hälfte lesen können. Die Bewertungen gewinnen dadurch an Aussagekraft und Klarheit.

  11. Es mag Vielespieler geben, welche ausschließlich Kenner- und Expertenspiele spielen, aber ich vermute, die Mehrheit spielt eben auch Familienspiele. Daher sollten solche genauso Höchstnoten bekommen können, wie Kennerspiele.

  12. Es geht doch nicht darum, Familienspiele oder simple Spiele grundsätzlich schlecht zu bewerten.
    Sondern um die Frage, aus welcher Perspektive man bewertet. Und da bin ich der Meinung, dass ein erfahrener Spielerkenner (nenne ihn mal „Vielspieler“) seine Bewertungen durchaus aus seiner Vielspielerperspektive schreiben darf, ohne krampfhaft versuchen zu müssen, die mutmaßliche Sicht etwaiger Laien miteinzubeziehen (Motto:Mensch-ärgere-Dich-nicht finden Spielelaien toll, darum 8/10 Punkten). Sonst dürfte im Umkehrschluss ja ein Mombasa keine gute Note bekommen, weil es aus Sicht eines „Gelegenheitsspielers“ viel zu kompliziert und umfangreich ist.

    Dies ist ja mehr eine Vielspielerseite, also darf der Leser auch Beurteilungen aus Vielspielersicht erwarten.

  13. Nachtrag, damit man mich nicht mißversteht:

    Mein Plädoyer für „Spieleinschätzungen aus Vielspielersicht“ schließt natürlich mit ein,
    dass auch ein tolles Familien-, Party-, Absacker- oder sonstiges Spiel, welches für den Rezensenten hohen SPIELREIZ hat, selbstverständlich genauso mit 7-10 /10 bewertet wird wie ein gelungener Strategiekracher.
    Die Bewertungskala für die Endnote („Spielgelungenheit“) ist ja definitiv etwas anderes als die Skala für Komplexität/Strategieniveau!

    (Sorry! Da es hier leider keine Editierfunktion gibt, muss ich halt immer neue Kommentare schreiben.. ;-p )

  14. Hallo,

    aus meiner Sicht sollten auch einfache Spiele ruhig aus Vielspielersicht bewertet werden. Denn dies bedeutet ja nicht, dass diese automatisch eine schlechtere Note bekommen. Es sei denn, hier wird Vielspieler dadurch definiert, dass er einfache Spiele per se nicht mag.
    Meine Erfahrung: Die Familienspiele, die ich aus der Sicht eines Vielspielers als empfehlenswert bewerte, haben in meinem Bekanntenkreis auch Wenigspieler regelrecht begeistert und die, die ich nicht mochte sind nicht dadurch spaßiger wahrgenommen geworden, dass ich sie mit ungeübten Spielern spiele. Ein schlechtes Spiel bleibt halt ein schlechtes Spiel.
    Daher würde ich Spiele, bei denen es notwendig wäre, die Perspektive zu berücksichtigen nur dann bewerten, wenn ich Zugriff auf eine entsprechende Zielgruppe hätte. Beispiele wären für mich Spiele für behinderte Menschen oder für Kinder. Bei letzteren würde ich sogar so weit gehen, dass es eigentlich nur dann ein richtig gutes Spiel ist, wenn auch ein Erwachsener Spaß haben kann, der es mit seinen Kindern spielt – und von Spielen dieser Art gibt es eine ganze Menge heutzutage. Da kann man schlechte Spiele in der Art „wer als erster eine 6 würfelt hat gewonnen“ getrost schlecht bewerten.

    Viele Grüße,
    Andreas.

  15. Moin Moin,

    finde die Diskussion sehr interessant. Leider funktioniert der link für die Nachbesprechung nicht und führt ins Leere. Hier auf der Seite ist er gar nicht mehr geführt, über Brettspielfeed.de sieht man ihn noch. Gbt es den Artikel noch? Wäre sehr gespannt drauf.

    Viele Grüße
    Boardgame Bandit

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