Legends

legends boxb-familieb-kennerRund um die Welt

Wie aus dem Nichts tauchten zur SPIEL 2015 drei Prototypen von Legends am Ravensburger Stand auf. Und die ersten Anmerkungen zum Spiel waren recht vielversprechend.

Wir Abenteurer begeben uns auf Entdeckungspfad rund um die Welt, um mystische Orte zu erkunden und in unserem Reisetagebuch zu vermerken.

Eine gewisse Anlehnung an “in 80 Tagen um die Welt” ist nicht zu verleugnen.


Das Spiel

Elefantenfriedhof, Atlantis, Shangri-La, Yeti, Grab der Nofretet, Bernsteinzimmer, Bundeslade und Avalon sind die 8 historischen Orte, die es zu erkunden gilt. Sie sind über ein über ein kurzes Wegenetz miteinander verbunden. Ist einer der Abenteurer an der Reihe, so muss er sich zu einem neuen Ort bewegen und kann dort entscheiden, die Karten- oder die Buchaktion durchzuführen.
Mit der Kartenaktion können wir neue Karten bekommen. Mit Hilfe der Buchaktion platzieren wir Bücher an den jeweiligen Orten (dabei können wir auch Bücher von Konkurrenten nach hinten verschieben) und  müssen entsprechende Karten an den Orten abgeben. Treffen wir an den Orten auf Konkurrenten, so erhalten diese zusätzliche Karte.
Bereisen wir den Club der Abenteurer, können wir bis zu drei Karten verdeckt ablegen.

Alle Aktionen: ob Reisen, Karten- oder Buchaktionen müssen mit Zeit bezahlt werden. Diese wird auf der Zeitleiste abgetragen. Gleichzeitig ist die Zeitleiste ein Indikator für die Spielreihenfolge. Der letzte Spieler der Zeitleiste ist immer der aktuelle Startspieler. Überschreitet der jeweils letzte Spieler einen entsprechenden Zwischenwertungsmarker, wird eine von vier Wertungen ausgelöst.

Bei dieser Wertung werden aus der Ablage beim Club der Abenteurer so viele Karten aufgedeckt, bis 5 verschiedene Farben ausliegen. Genau diese Orte werden dann ausgewertet: Jeder erhält Punkte gemäß der Wertigkeit der besetzten Felder (=Bücher). Hinzu kommen Boni für die aufgedeckten Karten. Diese bekommen die am stärksten vertretenen Spieler.

Sieger ist der Punktbeste nach der Schlußwertung.

Zum Spiel selbst gibt es noch eine Homepage der beiden Autoren.

Autor: Christian Fiore, Knut Happel • Grafiker: Franz Vohwinkel • Verlag: Ravensburger • Jahr: 2016

spieler2-4 Spieler • alterab 9 Jahren • zeitca. 60 Minuten

b-matMaterial

In der BRETTSPIELBOX befinden sich: 1 Puzzle-Spielplan 120 Legendenkarten 4 Spielfiguren, 24 Holzbücher 4 Medaillen 5 große Holz-Sanduhren 4 kleine Holz-Sanduhren 4 Abenteurertafeln 4 Punktemarker

Auch wenn es den ein oder anderen stört, ich finde den Spielplan in Form einer Landkarte sehr gelungen.

b-einstiegEinstieg

Die Regeln sind verständlich, auch wenn ich sie mir etwas strukturierter gewünscht hätte. Aber dennoch kommt man als Spieler schnell in den Rhythmus des Spiels.

b-gefuehlSpielgefühl

Ist es jetzt noch ein Familienspiel oder schon eher ein Kennerspiel. Für mich hängt es irgendwie dazwischen. Gemäß des Jurymaßstabs der letzten Jahre liegt Legends eher im Kennerspielbereich.

Das Thema wirkt interessant und spannend, ist am Ende jedoch aufgesetzt, da es im Spiel “nur” begrenzt auftaucht: Wir reisen zu verschiedenen Orten und können dort etwas einsammeln bzw. hinterlegen. Dieses ist thematisch völlig losgelöst. Dieser Effekt tut dem Spielgefühl keinen Abbruch, man sollte sich jedoch nicht täuschen lassen und ein Abenteuerspiel erwarten. Da verpufft der Effekt der Landkarte recht schnell. Insbesondere das Hinterlegen von Tagebüchern an Orten macht inhaltlich eher gar keinen Sinn.

IMG_4086[1]Das was das Spiel jedoch ausmacht ist der Zeitmechanismus. Denn hier kann ich als Spieler tüfteln und selbst bestimmen, wann und wie häufig ich dran komme. Nutze ich kleinere Züge, die mich möglichst wenig Zeit kosten oder peile ich größere Sprünge an. Was etwas kritischer läuft ist der Wertungsmechanismus, da hier das berühmte Trittbrettfahrersyndrom zum tragen kommen kann. Wenn keine Karten im Club abgegeben werden, dann findet eine eher schmale Auswertung statt. Opfere ich jedoch meine Karten und meinen Zug dafür, können mir diese Ressourcen (Karten wie Zeit) an anderer Stelle fehlen.
Während man in der ersten Phase des Spiels eher an einer Ausbreitung interessiert ist, kommt im fortgeschrittenen Zeitverlauf die Konkurrenzsituation bzgl. der Platzierung der Bücher zum tragen. Denn neu hinzugelegte Bücher verdrängen die bisher dagewesenen, um einen Platz. Da ist man dann schnell auf den hinteren Rängen bzw. ganz draußen. Hier gilt es das Verhalten der Mitspieler zu antizipieren und sich taktisch klug mit seinen Zügen zu positionieren.

Schnelle Spieler werden durch den Goldenen Marker (kann eine Farbe bei der Wertung bestimmen) belohnt. Mittelschnelle haben eigentlich eher Nachteile.

Durch die Wertungen aber auch das Karten kommt ein gewisser Glücksfaktor ins Spiel, der nicht ganz zu vernachlässigen ist. Gut an dieser Stelle ist, dass die Karten die bei der Wertung nicht gezogen wurden, in der nächsten Runde wieder mit zum Einsatz kommen und somit nicht verloren sind.

Zu Zweit ist das Spiel für mich nicht so toll, da man doch sehr stark nebeneinander herspielt und die Interaktion so gut wie gar nicht mehr stattfindet.

b-spassLangzeitspaß

Hier werden sich sicherlich die Geister scheiden. Habe ich eine große Auswahl an Spielen, werde ich andere Spiele eher bevorzugen. Ansonsten hat Legends sicherlich einen gewissen Wiederspielreiz.

b-innovationInnovation

Die Mischung aus Kartensammeln, Zeitmanagement und Mehrheiten ist sicherlich neuartig.

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Erweiterungen:

Auszeichnungen:

Spielregeln (ext. Link zu Ravensburger)


b-aufbaub-karten

b-strategieb-40

b-glueckb-40

b-interaktionb-80

 

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Bewerte das Spiel
Rating: 5.2/10 (6 votes cast)
Legends, 5.2 out of 10 based on 6 ratings

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