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Montag, Oktober 25, 2021
StartJahr2021REVIEW | Rezension Brettspiel Spy Connection

REVIEW | Rezension Brettspiel Spy Connection

Ticket to Ride light könnte man nach ein paar Partien Spy Connection meinen.

Während der Klassiker mit festen Zug-Netzwerken aggiert, verblassen die Spuren in dem Agentenspiel im Laufe der Zeit, so dass sie mitunter erneuert werden müssen, um entsprechende Aufträge zu erfüllen.


SPIELBESCHREIBUNG

Jeder Spieler erhält 15 Scheiben sowie eine Startkarte zum Start.

Dazu legt jeder Spieler seine Spielfigur entsprechend der Markierung auf der Startkarte auf das zentrale Spielfeld. Auf diesem sind 12 Städte abgebildet. Auf dem Spielfeld werden zusätzlich vier Auftragskarten gelegt.

Nun können sich die Spielenden reihum für eine von drei Aktionen entscheiden:

  • eine neue Auftragskarte nehmen (man darf max. drei offene vor sich liegen haben). Dabei ist die unterste kostenfrei. Jede andere kostet ein oder zwei Scheiben, die auf den Auftrag zu legen sind
  • die Spielfigur in eine angrenzende Stadt versetzen. Dabei müssen zwischen der aktuellen Stadt und der angrenzenden Stadt Scheiben auf die Verbindungspunkte gesetzt werden. Ist dort bereits ein Gegner mit Scheiben, so müssen zwei Scheiben ausgelegt werden (dabei holt man sich ggf. fehlende Scheiben vom Spielbrett).
  • man kann die Spielfigur innerhalb des Netzes auch versetzen (um z.B. eine Zielstadt zu erreichen).

Ist die Spielfigur am Ende seines Zuges in einer Stadt, die auf einer der Auftragskarten abgebildet, so darf er eine Scheibe ablegen. Sind damit alle Ziele gedeckt, so gilt die Karte als erfüllt und man bekommt die Scheiben wieder zur Verfügung.

Das Spiel endet sobald ein Spieler sieben Aufträge erfüllt hat. Dann wird noch die aktuelle Runde zu Ende gespielt.



AUTOR: Brett J. Gilbert, Matthew Dunstan ■ GRAFIKER: Dennis Lohausen
VERLAG: Pegasus ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2021

spieler

2-4 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 30-45 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Pegasus)


SPIELGEFÜHL

Spy Connection macht nicht viel falsch. Ein Familien-Reisespiel bei dem wir verschiedene Aufträge erfüllen müssen, erinnert – wie eingangs erwähnt – an Zug um Zug. Jedoch haben wir es hier mit verblassenden Reisespuren zu tun. Was ich bei dem Agententhema wieder thematisch stimmig finde, auch wenn im Rest des Spiels das Thema der Agenten so gut wie gar nicht vorkommt und sogar eher aufgesetzt wirkt.

Das Spiel lebt vor allem von der Interaktion der Spieler untereinander, sowie durch das geschickte Routenplanen des Einzelnen. Interaktion kommt durch das Verknappen der Scheiben ins Spiel, wenn Zugwege durch den Gegner blockiert sind und man je zwei Scheiben einsetzen muss, sowie durch den „Kampf“ um die entsprechenden Aufträge ins Spiel.

Dem einzelnen Spielenden obliegt es nun, sinnvolle Kartenkombinationen zu wählen, um seine Wege so optimal wie möglich auszunutzen. In Summe ist das Spiel eher taktisch als strategisch ausgeprägt.

Durch die Kartenauswahl enthält das Spiel auch ein Glückselement, was aber in diesem Genre zu verschmerzen ist, auch wenn die Auswahl mitunter nicht immer passt.

Durch den Einsatz der Agentenscheiben muss man permanent abwägen, wieviel Aufträge man offen ausliegen hat, wen man für die Zielerfüllung und wen für das Netzwerk einsetzt.

Dabei ist es nicht unbedingt von Vorteil, besonders schnell zu sein, um einfachere Aufträge mit geringern Punktzahlen abzuhandeln.

Spy Connection eignet sich insbesondere für Spielende, die ein einfach zu verstehendes Spiel für Zwischendurch suchen.

Die Anleitung hätte bei der Auswahl der Aktionen noch klarer formuliert sein können. Die Spieleranzahl zwei ist eher nicht so gut. Zu dritt oder viert kommt die Interaktion deutlich besser zu tragen.


Zusammenfassung

Schnell zu verstehendes Familienspiel mit hohem Interaktionsgrad für zwischendurch. Eine Partie ist in gut 30 Minuten gespielt und lädt zur Revanche ein.

Zu dritt und zu viert ein jederzeit gerne. Zu zweit würde ich das Spiel eher nicht so gerne spielen.

  • Relativ gut zu verstehen.
  • Schnelles Spieltempo mit relativ geringer Downtime
  • Scheibenmanagement als Mechanismus mit hohem Interaktionsgrad.
  • Gute Integration von neuen Spielern
  • Regeln nur klarer strukturieren
  • zu zweit nicht so gut wie zu dritt oder viert.
  • Thema wirkt etwas aufgesetzt

Aus meiner Spielerperspektive: Spy Connection richtet sich eindeutig an den Familienspieler, die einfache Regeln bevorzugen und ein Glückselement kein Problem darstellt. Für Kennerspieler ein netter Filler, aber nicht mehr, dafür bringt das Spiel trotz der Rücksseite auf Dauer zu wenig Herausforderungen.

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