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Der Brettspieltisch (1/3): Idee und Vorbereitung

Einen eigenen Brettspieltisch zu Hause zu haben, ist ein Traum von vielen Brettspielenden. Viele schleichen dann um die Stände von Kapplex, Hüne, Geeknson, Rathskellers oder der Tischlerei Collin. Mich verzücken diese Tische immer wieder, so dass ich mir jedes Jahr in Essen ein neues Bild davon mache (LINK).

Es gibt aber auch die Möglichkeit, sich einen eigenen Tisch zu bauen. Und dieses hat ein treuer Leser und inzwischen auch guter Spielfreund Tim Schleimer getan. In einem umfangreichen Projekt mit der Unterstützung seiner Frau und seines Vaters ist da was ganz tolles enstanden. So habe ich ihn gebeten, über seinen Bau einen kleinen Bericht zu schreiben und euch teilhaben zu lassen.

Nun es sind ein paar mehr Wörter geworden, so dass ich den Bericht auf mehrere Teile aufgeteilt habe.

Viel Spaß beim Lesen.


BERICHT EINES LESERS | ZUSEHERS | ZUHÖRERS | SPIELFREUND

TEIL 1 (IDEE|VORBEITUNG) 🔹 TEIL 2 (RAHMEN|BEINE) 🔹 TEIL 3 (DAS FINALE)

Ein eigener Brettspieltisch – diesen Wunsch haben viele. In letzter Zeit eher mehr als weniger. Man findet die unterschiedlichsten Motivationen und Methoden im Internet. Das nehme ich als Anlass euch die Geschichte unseres neuen Brettspieltisches zu erzählen.

Schritt 0 – Die Idee

Das erste Mal haben wir zur SPIEL 2015 in Essen einen Brettspieltisch gesehen. Vorher wären wir nicht auf den Gedanken gekommen, dass man so etwas braucht. Aber bei mir war sofort der Wunsch eines eigenen Brettspieltisches geweckt. Das Problem: Wir hatten uns kurz vorher schon einen (hochwertigen und hochpreisigen) neuen Esszimmertisch gekauft. Die Investition eines ähnlich hohen, oder sogar höheren Geldbetrags für einen Brettspieltisch konnte ich zu dem Zeitpunkt nicht mal vor mir selbst rechtfertigen, geschweige denn vor meiner Frau.

Dennnoch blieb der Wunsch eines eigenen Brettspieltisches über die Jahre bestehen. Schließlich hatte ich auch im „Würfel und Zucker“ (Anmerkung: Brettspielcafe in Hamburg) die Gelegenheit daran zu spielen und war sicher, dass ich auch so etwas haben wollte. Schließlich kam die Gelegenheit nochmal intensiv über das Thema nachzudenken: Ein bevorstehender Umzug und die Möglichkeit im neuen Haus ein eigenes Spielezimmer einzurichten. So war auch meine Frau überzeugt und wir überlegten gemeinsam, welche Art von Tisch wir gerne haben würden.

Mittlerweile gibt es eine große Vielfalt von Brettspieltisch-Herstellern, die vor allem aus dem Ausland kommen. Aber auch in Deutschland gibt es mehrere. Die Tische haben eine sehr große Preisspanne, wobei man (unserer Meinung nach) diese den Tischen natürlich auch anmerkt. Das größte Problem war allerdings, dass es nicht DEN perfekten Tisch gab. Es gab immer den, an dem uns genau das eine Feature gefallen hat, aber ein anderers bei einem anderern Anbieter besser gelöst war. So gefiel uns die Idee von Bandpass Design beim Tisch „The Dresden“ in dem Rahmen verschiedene Features zu integrieren sehr gut. Allerdings stimmte der Rest des Designs für uns überhaupt nicht.

Und in diesem Preissegment, mit dem man rechnen muss, waren wir nicht bereit eine halbherzige Lösung in Kauf zu nehmen. Als Folge blieb also nur der Eigenbau als einzige Alternative übrig. Und schon stand das nächste Problem ins Haus: weder meine Frau noch ich verfügen über die handwerklichen Fähigkeiten bzw. das Werkzeug zum Bau eines Tisches. Zumindest nicht in der Qualität, in der wir uns das vorgestellt haben. Hier war die Lösung zum Glück sehr nah, denn mein Vater baut schon als Hobby, seit ich denken kann seine Möbel selbst und hat dafür bei sich zu Hause eine eigene Werkstatt eingerichtet.

Als wir ihm das erste Mal von dem Vorhaben berichteten, hat er uns mit Fragen konfrontiert, mit denen wir uns bisher – wenn überhaupt – nur sehr oberflächlich befasst hatten.

Das Holz

Zuallererst welche Holzart wir denn gerne nutzen würden. Es folgte eine Recherche über die verschiedenen Holzarten, deren Aussehen und Verarbeitungseigenschaften sowie Abnutzung. Besonders edel wirkten immer die Tische aus Tropenhölzern. Aber ein Möbelstück aus Tropenholz hätte für uns einen bitteren Nachgeschmack gehabt, so dass wir diese Idee schnell verworfen haben.

Als alternative zum Tropenholz haben wir uns dann gemeinsam für die Räuchereiche entschieden. Räuchereiche ist heimisches Eichenholz, das durch Räuchern eine dunklere Farbe erhält. Außerdem ist es sehr robustes Holz und lässt sich gut verarbeiten. Auch wenn die Anschaffung sich zunächst als nicht so einfach herausstellte, gelang es uns doch knapp 0.4 m³ zu bestellen. Das erschien ausreichend, um unsere Vorstellungen erfüllen zu können.

Die Größe

Im Vorfeld haben wir uns auch sehr ausgiebig über die Größe unterhalten. Unser normaler Tisch, an dem wir sonst gespielt haben, misst 95×200 cm. Aus diesem Grund war uns schnell klar, dass die Spielfläche auch mindestens 90 cm tief sein sollte. Für die Breite haben wir zwischen 120-160 cm geschwankt. Schließlich haben wir uns, nach einigen Tests, für 120 cm entschieden. Zum einen reicht es um die meisten Eurogames zu viert zu spielen, zum anderen muss man den Rahmen auch bei der Gesamtgröße mitberechnen. Vor allem, weil wir mit 15 cm einen etwas breiteren Rahmen haben wollten als üblich. Beinfreiheit war auch ein wichtiges Thema. Deswegen haben wollten wir die Unterseite des Tisches auf 70 cm Höhe bauen. Allerdings bedeutet das auch, dass die Armablage gute 80 cm und die, mit den Tischplatten bedeckte, Oberfläche fast 85 cm hoch sein wird.

Die Extras

Nach diesen Überlegungen stand die Wahl der Extras an. Von den vielen Möglichkeiten, die es bei anderen Tischen gibt, haben wir uns inspiriren lassen. Schnell wussten wir, dass wir eine LED-Beleuchtung und Becherhalter in unseren Tisch integrieren wollten. Ursprünglich wollten wir die LEDs mit einer Batterie betreiben, die mit einem integrierten Stecker aufgeladen werden kann. Berechnungen bzgl. der Wunschbeleuchtung machten das Unterfangen aufgrund der Größe der Batterie schnell zunichte. Diese wäre nur schwer zu verstecken gewesen.

Andere technische Spielereien wie z.B. Handyladestation, Lautsprecher usw. haben wir dann jedoch verworfen. Auch die Idee sämtliches Zubehör seitlich am Tisch zu befestigen, haben wir nicht weiterverfolgt. Wir wollten das lieber im Tisch integrieren. Das bedeutete für uns, dass wir zunächst die Spielmatte, Becherhalter und das LED-Band bestellen mussten, bevor wir dann richtig anfangen konnten.

Schritt 1 – Die Vorbereitung

Die Lieferzeit der Materialen konnten wir nutzen, um einen groben Plan zu entwerfen. Wir hatten eine Spielmatte mit den Maßen 90×120 cm haben wollten, aber der Rest war noch nicht final entschieden.

Es dauerte etwas, aber schließlich waren alle benötigten Teile da – zumindest für den Anfang. Zwischendrin ist uns immer mal wieder eingefallen, was man noch für Kleinigkeiten bräuchte, aber dazu an geeigneter Stelle mehr.

Das Holz wurde in 8 Balken geliefert, jeweils etwas über 4 Meter lang. Zunächst galt es daraus verarbeitbare Bretter herzustellen. Was hier in einem Satz beschrieben steht ist tatsächlich mit eines der aufwädigsten Schritte. Man kann das natürlich umgehen, indem man im Baumarkt fertiges Leimholz kauft, aber da gibt es nun mal keine Räuchereiche.

Zunächst haben wir die Bretter in Ihrer Länge geteilt, um sie etwas handlicher zu machen. Die eigentlich doch recht geräumige Werkstatt ist deutlich zu klein, um 4 Meter lange Bretter zu verarbeiten. Außerdem wäre das auch gar nicht notwendig, denn das längste Brett, welches wir brauchten musste „nur“ 1,80 Meter lang sein.

Im Anschluss haben wir die Bretter in Scheiben zersägt, etwas dicker als das endgültige Brett sein sollte. Die Scheiben wurden dann gehobelt und gefräst, um zum Schluss zu einem Brett zusammengeleimt zu werden. Hierbei was es auch wichtig die einzelnen Scheiben vorher zu sichten und zu sortieren, damit man eine optisch schöne Oberfläche bekommt.

Zu diesem Bearbeitungszeitpunkt entscheidet sich auch welche Seiten später sichtbar sein sollen und welche nicht. Daher ist sorgfalt hier sehr wichtig, sonst ärgert man sich später.

Nach diesem Schritt und der benötigten Trockenzeit für den Leim hatten wir nun das Holz fertig, um daraus unseren Tisch zu bauen.

Morgen geht es mit Teil 2 und dem Rahmen sowie den Beinen weiter

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