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Mittwoch, April 14, 2021
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REVIEW | Rezension Troyes Dice

Roll n Write Spiele gibt es seit einigen Jahren viele. Ebenso Würfeladaptionen von Brettspielen.

Seit geraumer Zeit gibt es nun auch komplexere dieser Art. Genau dazu gehört auch Troyes Dice, was ich in diversen Partien ausprobieren konnte.


SPIELBESCHREIBUNG

Jeder Spieler erhält ein Blatt vom Spielblock. Auf diesem sind vier Bereiche:

  • Militär (Rot) mit dem wir Spalten Schützen können
  • Bürgertum (Gelb) mit dem wir Ressourcen erlangen
  • Weiß (Klerus) mit dem wir Mulitplikatoren schaffen
  • sowie der Bereich der Gevolksleute (in den drei Farben).

jeder der drei oberen Bereiche besteht aus je zwei Reihen, wobei nur die obere den beschriebenen Effekt erbringt, während die untere i.W. Gevolksleute bringt. Dazu gibt es den jeweils drei Farben zugehörige Ressourcen: Einfluß – Geld – Bibeln mit denen die Augenzahl erhöht / erniedrigt – Würfel gekauft – Farben der Scheiben verändert werden können.

In die Mitte wird eine Spieltafel mit acht Ausbuchtungen sowie einem Tagesrad in die Mitte gelegt. In die Ausbuchtungen werden acht beidseitig in den drei Farben bedruckte Scheiben gelegt (dier ersten vier gelten für den Tag, die zweiten für die Nacht).

Das Spiel besteht aus acht Runden mit je einer Tag und einer Nachtphase.

Dann wird mit vier Würfel (drei durchsichtig, einer schwarz) gewürfelt. Diese der Reihe nach sortiert (der Schwarze Würfel hat bei gleicher Zahl immer Vorrang vor den Durchsichtigen) und auf die Tag bzw. Nachtseite des Rades gelegt. Die Scheibe mit dem schwarzen Würfel darf nicht gewählt werden). Aber der dritten Runde muss – wenn nicht durch eine rote Burg geschützt – der jeweilig farbige Sektor gestrichen werden.

Nun wählen sich die Spieler einen Würfel und müssen die entsprechenden Kosten bezahlen. Wie oben beschrieben kann mittels Einfluß und Bibeln das Würfelergebnis manipuliert werden.

Am Ende eines Tages wird die Tagscheibe um eine Raster nach links auf den nächsten Tag gestellt.

Nach 16 Würfen werden die Siegpunkte aus den Gebäudemulitplikatoren, verbliebenen Ressourcen sowie Gevolksleuten (je ein Siegpunkt) zusammengezählt und der Sieger ermittelt.



AUTOR: Sébastien Dujardin, Xavier Georges, Alain Orban ■ GRAFIKER: Alexandre Roche
VERLAG: Pearl Games | Asmodee ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2020

spieler

1-10 Spieler

alter

ab 12 Jahren

zeit

ca. 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Asmodee)


SPIELGEFÜHL

Natürlich ist die erste große Frage, zur Nähe zum Brettspiel, welches 2010 herausgekommen ist. Diese ist erkennbar, ohne dass man von einer 1:1 Umsetzung sprechen kann.

Für das Spiel benötigt man definitiv ein bis zwei Lernpartien, um sich mit den Mechanismen und dem Zusammenspiel | der Verzahnung vertraut zu machen.

Viele Spieler entscheiden sich zu Beginn einer jeden Partie ob sie lieber risikoavers oder risikofreudig spielen. Bei der einen wird man versuchen sehr schnell gut vier Spalten durch rote Burgen zu schützen, bei der anderen hofft man, so wenig wie möglich Kolateralschäden ab Runde drei zu bekommen (da gebaute Gebäude ebenfalls nicht weggenommen werden dürfen). Beim Zocken muss man aber schon viel Glück haben. Gelingt dieses ist der Vorteil schon groß.

Da Gevolksleute wie auch die richtig eingesetzten Mulitplikatoren sehr viele Punkte bringen, muss man den Einsatz der Würfel geschickt planen. Gleiches gilt auch für die Ressourcen, die man benötigt, um sich besser Würfel zu beschaffen. Mit letzterem kann man das durchaus vorhandene Würfelglück zu seinen Gunsten beeinflussen bzw. Minimieren.

Das gilt natürlich nicht für die Gebäude des schwarzen Würfels. Hier kann man schon mal Pech haben. Kam nicht bei allen gut an, wenn das eigene Gebäude vernichtet wird, während ein anderer das Glück hatte, genau diese Spalte zu schützen.

Zum richtigen Zeitpunkt gebaute Kirchen bringen in kombination mit vielen Gebäuden richtig viele Punkte. Auch dieses gilt es zu berücksichtigen, so dass man nicht alles nur einfach wahllos ankreuzen darf.

Troyes Dice offeriert seinen Spielern alles in allem sehr verzahnte Aktionen.

Die Downtime im Spiel empfand ich als angenehm kurz. So wie die gesamte Spielzeit der überschaubaren 16 Aktionen mit 30 Minuten für ein RnW Spiel der etwas komplexeren Art recht knapp ist.

Die Anzahl der Spieler ist völlig unerheblich. Da alle Spieler gleichermaßen Zugriff auf die Ergebnisse haben, erhöht oder verringert es die Spieldauer nicht.

Vielleicht in der Zeit der Ressourcenschonung wäre ein beidseitig bedruckter Spielplan noch besser gewesen.


Zusammenfassung

Ein schönes RnW Spiel, welches ich immer mal wieder spielen mag. Jedoch wird es nicht im Dauereinsatz sein. Da gibt es aktuell RnW Spiele, die entweder noch kürzer zu spielen sind oder noch herausfordernder sind.

  • Schönes Material
  • für ein komplexes RnW Spiel eine angenehme kurze Spieldauer.
  • für Fans von Troyes eine nette Alternative.
  • Glücksfaktor mit dem schwarzen Würfel kann manchmal recht nervernd sein.
  • beidseitig bedruckte Zettel wären zeitgemäßer
  • Man benötigt doch etwas, um die Verzahnungen zu verstehen.

Aus meiner Spielerperspektive: Ich bin froh, dass es inzwischen komplexere RnW Spiele gibt. Troyes Dice gehört definitiv dazu. Thematisch schön umgesetzt, spielt es sich für mich fast schon zu kurz. Trotzdem immer wieder eine schöne Alternative auf dem Spieltisch.

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