Sonntag, Mai 19, 2024
StartJahr2022REVIEW | Rezension Brettspiel Der Fall des Bergkönigs

REVIEW | Rezension Brettspiel Der Fall des Bergkönigs

Das Brettspiel Der Fall des Bergkönigs erzählt die Vorgeschichte zum Brettspiel In der Halle des Bergkönigs. Dieses ist thematisch wichtig, für das Spielen selbst benötigt man aber bei beiden Spielen das Wissen aus dem jeweils anderen Spiel nicht. Zudem sind die Mechanismen der beiden Spiele komplett anders.

Wir als Trolle versuchen in dem Brettspiel das Eindringen der Zwerge zu verhindern, die uns mit aller Vehemenz aus dem Berg vertreiben wollen. Dazu kommen verschiedene Mechanismen zu Einsatz.

Das wir verlieren ist eigentlich klar und es geht jetzt nur noch darum, möglichst ruhmreich aus den Höhlen vertrieben zu werden.


SPIELBESCHREIBUNG

Wir als Spielende sind Trolle und müssen uns gegen die einfallenden Zwerge behaupten.

Im Zentrum des Brettspiels liegt ein großer Hauptplan, der die Höhlen darstellt. Vorab müssen wir noch den Spielaufbau mit Zwergen und dem jeweiligen Spielmaterial für die Mitspielenden verteilen. Dazu bekommen wir noch einen Champion.

Zunächst wählen wir zwei Heimstattfelder mit drei Trollen sowie angrenzend weitere Trolle.

Über drei Runden (=Wellen) führen wir die folgenden Züge durch:

  1. Bau der Ahnentafel
    Wir draften eine aus vier Karten mit Symbolen und geben den Rest weiter. Die Karte wird an die bereits gelegte angelegt (dabei wird mindestens ein Symbol überbaut). Dieses machen wir mit drei Karten.
    Dabei darf die Ahnentafel maximal in einem 6×6 Grid ausgelegt werden.
    Entsprechend bekommen wir Vorräte, welche wir für die Aktionen benötigen.
    Von Vorteil sind angrenzende Symbole, die ich zu einer Aktion zusammenführen kann.
  2. „Gefecht“
    Reihum führen wir nun eine starke oder zwei schwache Aktionen gegen einen Vorrat aus und markieren die Aktionen mit Cubes auf der Ahnentafel. Dabei kann ich z.B. Trolle bewegen (Vorstoß), Einfluss auf die Champions generieren, Zwerge ausspionieren oder Verstärken.
    Zwerge kann ich besiegen, wenn ich mit meinen Trollen in eine Höhle komme, in der ein oder zwei Zwerge liegen. Dann drehe ich die Zwerge um und vergleiche die Stärke der Trolle mit denen der Zwerge. Der Sieg ist unser, wenn wir mindestens gleich stark sind. Wir fliehen in unsere Heimstätte, wenn wir unterlegen sind.
  3. Ende der Welle
    Zunächst wird ein zweiter Zwerg zu einem alleine liegenden gelegt.
    Dann wird jede Torkarte mit der Invasion der Zwerge abgehandelt.
    Drittens werden die Champions über den Einfluss verteilt.
    Zum Schluß werden noch die einzelnen Höhlen gewertet.
  4. Auffrischen (Adminphase nur bei den Wellen 1 und 2)
    Es kommen neue Torkarten ins Spiel und neue Champions für die nächste Runde werden bereitgelegt und die Cubes abgeräumt.

Nach der dritten Welle werden die großen Hallen ausgewertet. Es gilt dabei, Mehrheiten in den angrenzenden Höhlen zu erlangen. Dazu werden noch die Symbole sowie der Einfluß bei den sieben Stämmen des Berges gewertet.

Wer die meiste Ehre eingesammelt hat, ist der Sieger.



AUTOR: Adam E. Daulton ■ GRAFIKER: Fahed Alrajil, Xavier Cuenca
VERLAG: Burnt Island | Skellig Games ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2022

spieler

1-5 Spieler

alter

ab 14 Jahren

zeit

ca. 30-120 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Skellig Games)


SPIELGEFÜHL

Der Fall des Bergkönigs ist ein Mix aus verschiedenen Mechanismen. Area Controll trifft auf Aktionspuzzeln und Engine Building, die sich in den einzelnen Phasen unterschiedlich stark auswirken.

Im Zentrum des Anfangs einer Welle steht sicherlich das Aktionspuzzle, mit dem wir uns die verschiedenen Aktionen erstellen, die im Laufe des Spiels immer höhenwertiger werden. Nach dem sinnvollen Draften der Karten, hilft es im Spiel seine Aktionssteine sinnvoll einzusetzen, um die Aktionen möglichst mächtig werden zu lassen.

Thematisch bemerkt man schon „den Fall“ durch die Invasion der Zwerge, denn Welle um Welle strömen weitere Zwerge in die Höhlen hinein und werden durch die Effekte aus dem Zwergenrad noch weiter forciert. Da kann man schon mal einer Übermacht gegenüberstehen. Das sollte man mögen, sonst ist das Spiel vielleicht nichts für euch. Man wird für das „Sterben“ aber auch belohnt und erlangt weiteren Ruhm. Dieser Umstand fühlt sich ggf. in der ersten Partie noch etwas ungewöhnlich an.

Das Spiel ist etwas anders, wenn man es zu zweit bzw. zu dritt oder zu viert spielt. Während man sich zu zweit vielleicht etwas mehr auf das Vertreiben der Zwerge konzentriert, so ist der Konflikt im Rahmen des Area Controlls zu viert untereinander höher, da man hier intensiver um Höhlenmehrheiten und Einfluß bei den Stämmen kämpft.

Der Fall des Bergkönigs gibt uns unterschiedliche Strategien, um das Spiel erfolgreich für sich zu gestalten. Dieses flexible Erlebnis wird durch die unterschiedlichen Ahnentafeln sowie durch die verschiedenen Champions noch verstärkt.

Bei allen positiven Bemerkungen sollte man jedoch nicht unerwähnt lassen, dass wir einen gewissen Verwaltungsaufwand gerade bei den Zwergen haben.
Das Glückselement ist relativ begrenzt und kommt ein wenig über die Aktionskarten zu Beginn einer jeden Welle ins Spiel.

Das Spielmaterial ist sehr hochwertig. Sei es durch die schönen Holzmeeple, aber auch durch die dickeren Pappteile. Ebenfalls ist auch die Anleitung gut und ausführlich gestaltet und hilft beim Einstieg in das Spiel.

Der Fall des Bergkönigs ist auch solo spielbar, was ich aber nicht ausprobiert habe.


Zusammenfassung

Sehr schöner Mechanik-Mix bei dem uns nach und nach der Boden unter den Füßen weggezogen wird. Wenn man dieses mag und in sein Spiel mit einbezieht, wird man trotz des administrativen Aufwands bei den Zwergen viel Spaß an dem Spiel haben.

  • Umfangreiches schön gestaltetes Material
  • Interessanter Mechanik-Mix.
  • Sehr thematisch erleben wir die Invasion der Zwerge in die Höhlen der Trolle.
  • Spannend, was man mit nur vier Aktionsmöglichkeiten erzeugen kann.
  • Sehr hoher Verwaltungsaufwand bei den Zwergen und Trollen während der jeweiligen Invasionen hemmen den Spielfluss ein wenig.
  • Die thematische Invasion merkt man sehr deutlich. Dieses kann sich je nach Spielertyp positiv oder eben auch negativ anfühlen.

Aus meiner Spielerperspektive: Der Fall des Bergkönigs würde ich als gehobenes Kennerspiel bezeichnen. Wenn man vom administrativen Aufwand bei den Zwergen mal absieht, haben wir einen recht rund laufenden Mechanik-Mix vor uns.
Besonders an dem Brettspiel ist sicherlich die thematische Einbettung in einen Überrennen durch unsere Feinde den Zwergen, die Runde für Runde mehr werden und uns den Untergang fühlen lassen. Das kann mitunter schon etwas erdrückend wirken. Läßt man dieses Gefühl ausser acht und nutzt die Zwerge sinnvoll für sich, so bringen die eigenen geopferten Einheiten viel Ruhm und Ehre.

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