Mehr als 800 veröffentlichte Spiele, zahlreiche Auszeichnungen und einige Titel, die längst als moderne Klassiker gelten. Reiner Knizia hat in seiner Karriere vieles erreicht. Seit 2026 kommt ein Rekord hinzu, der selbst in dieser langen Liste heraussticht.
Mit Rebirth gewann Reiner Knizia erstmals das Kennerspiel des Jahres. Damit ist er der erste Spieleautor, der alle drei Hauptpreise der Spiel-des-Jahres-Familie gewinnen konnte.
Bereits 2008 wurde Keltis zum Spiel des Jahres gewählt. Im selben Jahr erhielt Wer war’s? die Auszeichnung als Kinderspiel des Jahres. 18 Jahre später schließt Rebirth jetzt 2026 die noch offene Lücke.

Vom Mathematiker zum Spieleautor
Reiner Knizia wurde 1957 im bayerischen Illertissen geboren. Er studierte Mathematik an der Universität Ulm, machte zusätzlich einen Master of Science an der Syracuse University in den USA und promovierte 1986 über mehrdimensionale Perron-Integrale. Für seine Dissertation erhielt er einen Promotionspreis der Universität Ulm.
Sein beruflicher Weg führte ihn zunächst allerdings nicht in die Spielebranche. Knizia arbeitete unter anderem in der Softwareentwicklung und in der Unternehmensplanung einer Bank. Anfang der 1990er-Jahre wechselte er nach England und war dort zunächst als General Manager und später im Vorstand eines Baufinanzierungsunternehmens tätig.
Erst Ende der 1990er-Jahre machte er die Entwicklung von Spielen zu seinem Hauptberuf.
Dass ein promovierter Mathematiker Spiele entwickelt, sorgt bis heute schnell für eine naheliegende Einordnung. Natürlich spielen Zahlen, Wahrscheinlichkeiten, Wertungen und das Abwägen von Chancen in vielen seiner Spiele eine Rolle. Sein Werk allein darauf zu reduzieren, würde der Vielfalt seiner Spiele jedoch nicht gerecht.
Reiner Knizia hat kurze Karten- und Würfelspiele entwickelt, Kinderspiele, Familienspiele, abstrakte Zwei-Personen-Spiele und anspruchsvolle Strategiespiele. In seinen Spielen wird geboten, gewettet, gesammelt, gebaut, gelegt und manchmal auch gemeinsam gegen das Spielsystem gespielt. Nach eigenen Angaben sind inzwischen mehr als 800 Spiele von ihm in über 2.000 verschiedenen Ausgaben erschienen.
Erfolgreich, aber lange ohne Spiel des Jahres
Reiner Knizia war bereits viele Jahre einer der bekanntesten und erfolgreichsten Spieleautoren, bevor er erstmals das Spiel des Jahres gewann.
Titel wie Modern Art, Euphrat & Tigris, Ra, Samurai, Tadsch Mahal oder Amun-Re hatten seinen Ruf als Autor strategischer Spiele längst geprägt. Hinzu kamen zugänglichere Spiele wie Lost Cities, Einfach Genial und Heckmeck am Bratwurmeck.
Auch die Jury Spiel des Jahres hatte seine Spiele schon früh im Blick. Eine besondere Auszeichnung erhielt er 2001 für Der Herr der Ringe. Das kooperative Spiel wurde mit dem Sonderpreis „Literatur im Spiel“ ausgezeichnet.
Knizia hatte Tolkiens Geschichte nicht einfach als Hintergrund für ein gewöhnliches Brettspiel genutzt. Die Spielenden mussten gemeinsam gegen das Spiel antreten und konnten nur zusammen gewinnen oder verlieren. Kooperation war zu dieser Zeit noch deutlich seltener als heute.
Auf den regulären Hauptpreis musste Reiner Knizia dennoch noch einige Jahre warten.
Das besondere Jahr 2008
2008 wurde schließlich zu einem der erfolgreichsten Jahre seiner Karriere.
Mit Keltis gewann Reiner Knizia erstmals das Spiel des Jahres. Das Spiel basiert auf seinem zuvor veröffentlichten Zwei-Personen-Spiel Lost Cities, überträgt dessen Grundidee aber auf einen größeren Spielplan und bis zu vier Personen.
Die Spielenden versuchen, ihre Figuren auf mehreren farbigen Wegen möglichst weit voranzubringen. Dafür spielen sie Zahlenkarten in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge aus. Die Regeln sind schnell erklärt. Wer einen Weg beginnt, sollte ihn möglichst weit verfolgen. Die ersten Felder bringen Minuspunkte. Gleichzeitig fehlen oft genau die Karten, die für eine gute Reihe benötigt werden. Hinzu kommt die Frage, welche Karten gefahrlos abgeworfen werden können, ohne damit der Konkurrenz zu helfen. Keltis ist kein komplexes Spiel. Es erzeugt aber mit wenigen Regeln ausreichend Spannung und genügend Entscheidungen, um auch nach mehreren Partien interessant zu bleiben.
Im selben Jahr gewann Reiner Knizia mit Wer war’s? auch das Kinderspiel des Jahres.
Die Kinder bewegen sich gemeinsam durch ein Schloss und versuchen herauszufinden, wer den Ring des Königs gestohlen hat. Hinweise erhalten sie von den Tieren, die im Schloss leben. Eine elektronische Truhe begleitet die Partie, spricht mit den Kindern und steuert einzelne Ereignisse. Dabei spielen alle gemeinsam gegen die Zeit. Erreicht der böse Zauberer das Schloss, bevor der Dieb gefunden wurde, verlieren alle zusammen.
Der Doppelsieg zeigte damit bereits 2008, wie breit Reiner Knizia als Spieleautor aufgestellt ist.
Das Kennerspiel gab es 2008 noch nicht
Als Reiner Knizia die beiden Auszeichnungen gewann, existierte die Kategorie Kennerspiel des Jahres noch nicht.
Der Preis wurde erst 2011 eingeführt. Er richtet sich an Menschen, die bereits Erfahrungen mit modernen Brettspielen gesammelt haben und Spiele suchen, die etwas anspruchsvoller sind als die typischen Kandidaten für das Spiel des Jahres.
Das Kinderspiel des Jahres wird in seiner heutigen Form seit 2001 vergeben. Das Spiel des Jahres gibt es bereits seit 1979.
Die Möglichkeit, alle drei Auszeichnungen zu gewinnen, besteht somit überhaupt erst seit 2011.
Reiner Knizia war auch danach immer wieder auf den Listen der Jury vertreten. Wettlauf nach El Dorado wurde 2017 für das Spiel des Jahres nominiert. My City folgte 2020. Das gemeinsam mit Martino Chiacchiera entwickelte Witchstone landete 2022 auf der Empfehlungsliste zum Kennerspiel des Jahres.
Der Gewinn in der dritten Kategorie blieb zunächst aus.
Rebirth schließt die Lücke

In Rebirth bauen die Spielenden auf einer gemeinsamen Landkarte eine neue Zivilisation auf. Sie legen nacheinander Plättchen aus, errichten Energieanlagen, bewirtschaften Gebiete und versuchen, Siedlungen, Burgen und Häfen für sich zu nutzen. Das Spiel enthält zwei unterschiedliche Landkarten. Schottland bietet einen etwas leichteren Einstieg. Irland bringt zusätzliche Regeln und weitere Wertungsmöglichkeiten ins Spiel. Der eigentliche Zug bleibt überschaubar. Ein Plättchen wird gezogen und auf einem passenden Feld eingesetzt. Je nach Art und Position löst es anschließend eine Wertung aus oder verbessert die eigenen Möglichkeiten für spätere Züge.
Ein großer Teil der Spannung entsteht durch den gemeinsamen Spielplan. Eine Platzierung hilft nicht nur demjenigen, der das Plättchen legt. Sie verändert gleichzeitig die Möglichkeiten aller anderen Personen am Tisch. Gebiete werden blockiert, Mehrheiten verschieben sich und geplante Verbindungen können plötzlich nicht mehr umgesetzt werden.Die Regeln bleiben dabei vergleichsweise zugänglich. Trotzdem bietet das Spiel ausreichend taktische Entscheidungen, um als Kennerspiel zu funktionieren.
Genau diese Verbindung ist typisch für viele Spiele von Reiner Knizia. Die Regeln sind häufig kürzer, als es die Tiefe des Spiels zunächst vermuten lässt. Komplexität entsteht weniger durch zahlreiche Sonderregeln, sondern durch die Entscheidungen am Spieltisch.
Knizia selbst beschrieb seinen Ansatz bei der Preisverleihung sinngemäß damit, dass er ein Spiel so lange reduziere, bis nichts mehr entfernt werden könne.
Drei Preise für drei sehr unterschiedliche Spiele
Mit Keltis, Wer war’s? und Rebirth hat Reiner Knizia nun alle drei Hauptpreise der Spiel-des-Jahres-Familie (neben vielen anderen Auszeichnungen auch) gewonnen.
- 2008 – Keltis ist ein zugängliches Familienspiel, das mit einfachen Kartenreihen, etwas Glück und einigen taktischen Entscheidungen arbeitet.
- 2008 – Wer war’s? ist ein kooperatives Kinderspiel, das eine Geschichte erzählt und elektronische Elemente einsetzt.
- 2026 – Rebirth ist ein taktisches Legespiel für ein Publikum, das bereits etwas mehr Spielerfahrung mitbringt.
Als erster Spieleautor überhaupt.



Ist der Text mit KI Hilfe verfasst? Er liest sich so redundant, wie mancher LLM-Text.
Wäre schade, wenn das hier einzieht…
Schön wäre es stattdessen vergleichbare Autoren zu benennen zum Beispiel Markus S. , der das Triple auch beinahe geschafft hätte…
Nein, der Text ist nicht mit KI verfasst.
Eigentlich ist es ja ein Quadrupel. Zusätzlich hat er 5 mal den Deutschen Spielepreis mit:
Modern Art (1993)
Euphrat & Tigris (1998)
Tadsch Mahal (2000)
Amun-Re (2003)
Wer war’s? (2008 – Deutscher Kinderspielepreis)
gewonnen. Wer war’s hat sogar beide Preise gewonnen.