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Brettspiel News: Duel of Meloch

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Duel of Meloch: Scythe trifft Expeditions im asymmetrischen Duell

Mit Duel of Meloch: Scythe vs Expeditions führt Stonemaier Games zwei Spiele zusammen, die zwar in derselben Welt angesiedelt sind, spielerisch jedoch sehr unterschiedliche Wege einschlagen. Das neue Spiel von Jamey Stegmaier ist kein klassischer Ableger und auch keine reine Erweiterung. Stattdessen treten zwei Personen mit unterschiedlichen Regeln und Mechanismen gegeneinander an.

Eine Seite spielt nach den Grundprinzipien von Scythe, die andere orientiert sich an Expeditions. Das Ergebnis soll ein eigenständiges Duell für ein bis zwei Personen mit einer Spielzeit von rund 45 Minuten sein. Gleichzeitig erweitert die Box beide Ursprungsspiele um neue Inhalte.

Zwei Spiele aus derselben Welt

Scythe erschien 2016 (und feiert sein 10jähriges Jubiläum in diesem Jahr) und versetzt uns in ein alternatives Osteuropa der 1920er-Jahre. Landwirtschaft, industrielle Entwicklung und riesige Mechs treffen auf politische Unruhe und einen nur oberflächlich beendeten Krieg. Die asymmetrischen Fraktionen entwickeln ihre Wirtschaft, produzieren Ressourcen, errichten Gebäude, rekrutieren neue Kräfte und erweitern ihren Einfluss auf der Landkarte.

Ein zentraler Bestandteil ist dabei das persönliche Aktionstableau. Durch Verbesserungen werden Aktionen effizienter und die eigene Produktionsmaschine nimmt zunehmend Fahrt auf. Konflikte spielen ebenfalls eine Rolle, bleiben aber meistens eine Frage der Drohung, Positionierung und richtigen Vorbereitung. Das Spiel endet, sobald eine Fraktion ihren sechsten Stern platziert.

Expeditions folgte 2023 und führt die Geschichte der Welt fort. Nach dem Krieg brechen Charaktere mit ihren Begleitern und Mechs nach Sibirien auf. Dort hat der Einschlag eines Meteoriten eine alte Verderbnis geweckt.

Spielerisch entfernt sich Expeditions deutlich von seinem Vorgänger. Im Mittelpunkt stehen Karten, Erkundung und der Aufbau einer eigenen Auslage. Gegenstände werden verbessert, Aufgaben gelöst, Meteoriten geborgen und Kartenaktionen miteinander kombiniert. Expeditions soll ein ähnliches Entwicklungsgefühl wie Scythe vermitteln, nutzt dafür jedoch ein anderes mechanisches Fundament.

Bildquelle: Instagram Account Stonemaier Games

Zwei Regelsysteme auf einem Spielplan

Genau diese Unterschiede bilden den Kern von Duel of Meloch. Eine Person übernimmt eine Scythe-Fraktion mit eigenem Fraktionstableau und Aktionstableau. Die andere Seite steuert einen Charakter, einen Begleiter und einen Mech nach den Prinzipien von Expeditions.

Beide spielen auf einer gemeinsamen, doppelseitigen Spielmatte mit lediglich zehn Orten und zwei Seen. Der begrenzte Raum sorgt dafür, dass sich die beiden Seiten schnell begegnen und kaum ausweichen können. Damit unterscheidet sich das Duell deutlich von den größeren Landschaften der beiden Ursprungsspiele.

Interessant ist vor allem der Einstieg: Wer Scythe kennt, kann die Scythe-Seite übernehmen, während eine mit Expeditions vertraute Person die andere Seite spielt. Beide müssen somit nicht zunächst ein komplett neues Regelwerk lernen. Die Box enthält dennoch alles, was für das eigenständige Spiel benötigt wird. Weder Scythe noch Expeditions müssen vorhanden sein.

Das Rennen um vier Sterne

Das Ziel des Duells ist vergleichsweise direkt. Auf einer neuen, ebenfalls doppelseitigen Triumphleiste versuchen beide Seiten, als erste vier Sterne zu platzieren.

Damit eine frühe Führung nicht automatisch zu einem ungefährdeten Sieg führt, greift Meloch in das Geschehen ein. Sobald eine Seite einen Stern platziert, erhält die gegnerische Seite einen kleinen Vorteil. Meloch fungiert damit als Ausgleichsmechanismus und soll das Duell bis zum Ende offenhalten.

Wie stark dieser Mechanismus tatsächlich eingreift, wird für das Spielgefühl entscheidend sein. Ein enges Duell lebt von der Spannung und dem Gefühl, auch nach einem Rückschlag noch reagieren zu können. Gleichzeitig sollten gute Entscheidungen weiterhin spürbar belohnt werden. Ob Duel of Meloch diese Balance findet, lässt sich erst nach einigen Partien beurteilen.

Eigene Motoren und neue Kämpfe

Beide Seiten bauen während der Partie ihre eigene Engine auf. Die Scythe-Seite verbessert ihre Aktionen und entwickelt ihre Fraktion, während die Expeditions-Seite mit Karten, Gegenständen, Aufgaben und Meteoriten arbeitet.

Trotz der unterschiedlichen Systeme bleiben beide nicht friedlich nebeneinander. Auf der kleinen Karte kommt es immer wieder zu direkten Auseinandersetzungen. Dafür enthält Duel of Meloch ein vollständig neues Set aus 60 Kampfkarten. Acht unterschiedliche Karten sind in verschiedenen Häufigkeiten enthalten.

Die Beschreibung deutet damit auf ein Spiel hin, das die Entwicklung der eigenen Möglichkeiten mit gezielten Konfrontationen verbindet. Aufgrund der kurzen Spielzeit dürfte weniger Raum für einen langen Aufbau bleiben. Jede Aktion muss entweder die eigene Position stärken, einen Stern vorbereiten oder die Pläne der anderen Seite stören.

Eigenständiges Spiel und doppelte Erweiterung

Duel of Meloch funktioniert nicht nur als eigenständiges Duell. Zahlreiche Inhalte können auch in Scythe und Expeditions verwendet werden.

Für Scythe sind enthalten:

  • eine neue Fraktion
  • ein neues Aktionstableau
  • drei neue Fabrikkarten
  • sechs neue Begegnungskarten
  • 60 neue Kampfkarten

Expeditions erhält:

  • einen neuen Charakter
  • einen neuen Begleiter
  • einen neuen Mech
  • 30 neue Entdeckungskarten mit Gegenständen, Aufgaben und Meteoriten

Darüber hinaus können bestehende Inhalte aus beiden Spielen in Duel of Meloch eingesetzt werden. Alle bisherigen Scythe-Fraktionen und Aktionstableaus sollen kompatibel sein. Auch die meisten Begegnungskarten lassen sich verwenden. Auf der Expeditions-Seite können sämtliche bisherigen Charaktere, Begleiter und Mechs sowie die meisten Entdeckungskarten eingebunden werden.

Damit könnte sich ein erheblicher Wiederspielreiz ergeben. Eine Scythe-Fraktion trifft nicht nur einmal auf eine feste Expeditions-Kombination. Unterschiedliche Fraktionen, Tableaus, Charaktere, Begleiter und Mechs ermöglichen zahlreiche Paarungen.

Gleichzeitig stellt sich eine spannende Balancefrage. Scythe und Expeditions wurden ursprünglich nicht für ein direktes Aufeinandertreffen entwickelt. Duel of Meloch muss deshalb nicht nur zwei unterschiedliche Systeme verbinden, sondern auch zahlreiche Kombinationen aus bestehenden Inhalten auffangen.

Auch alleine gegen den Automa

Obwohl das Spiel als Duell konzipiert ist, enthält es einen vollständigen Automa-Solomodus. Dadurch kann eine Person gegen eine automatisierte Gegenseite antreten.

Besonders interessant wird dabei sein, ob beide Seiten durch den Automa gesteuert werden können. Das würde ermöglichen, sowohl die Scythe-Fraktion als auch die Expeditions-Gruppe auszuprobieren. Detaillierte Referenzhilfen für beide Seiten sollen außerdem den Einstieg und den Ablauf unterstützen.

Optional erscheinen ein Metall-Mech-Paket und ein Luftschiff aus Kunststoff. Diese Ergänzungen sind für das eigentliche Spiel nicht erforderlich.

Veröffentlichung und deutsche Ausgabe

Duel of Meloch stammt von Jamey Stegmaier. Die Illustrationen und der weitere Ausbau der Welt kommen erneut von Jakub Rozalski, dessen Bilder das Erscheinungsbild von Scythe und Expeditions entscheidend geprägt haben.

Der Verkauf über die internationalen Stonemaier-Onlineshops soll am 15. Juli 2026 beginnen. Die Auslieferung erfolgt aus Logistikzentren in den USA, Kanada, Europa und Australien. Erste regionale Veröffentlichungen im Handel sind für Mitte August geplant. Weitere Regionen und Onlineshops sollen gegen Ende August folgen.

Zu einer deutschen Ausgabe gibt es derzeit noch keine offizielle Ankündigung. Stonemaier Games überlässt Informationen zu Übersetzungen grundsätzlich den jeweiligen Lokalisierungspartnern. Von daher müssen wir warten, was von Feuerland kommen wird.

Erste Einschätzung

Duel of Meloch ist vor allem deshalb spannend, weil es nicht einfach Elemente aus Scythe und Expeditions vermischt. Beide Seiten dürfen ihre spielerische Identität behalten. Eine Fraktion entwickelt sich über die vertrauten Strukturen von Scythe, während die andere Seite mit Karten und Erkundungsmechanismen aus Expeditions arbeitet.

Damit entsteht eine ungewöhnliche Form der Asymmetrie. Nicht nur Fähigkeiten und Ausgangspositionen unterscheiden sich, sondern gleich ganze Aktionssysteme.

Für Scythe-Fans könnte Duel of Meloch eine deutlich kürzere und direktere Alternative bieten. Wer Expeditions bevorzugt, erhält neue Karten und zusätzliche Kombinationsmöglichkeiten. Wer beide Spiele besitzt, bekommt zugleich umfangreiches Erweiterungsmaterial.

Die große Frage bleibt, ob sich die beiden Systeme trotz ihrer Unterschiede ausgewogen und flüssig gegenüberstehen. Gelingt das, könnte Duel of Meloch weit mehr als ein interessantes Experiment werden. Es könnte zu einer spielerischen Brücke zwischen zwei sehr unterschiedlichen Kapiteln der Welt von Scythe werden.

Quellen:

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