Buchrezension: Das Geheimnis des Genter Altars

Geheimnisse des Genter AltarsBuchrezensionen sind eigentlich nicht Bestandteil der Brettspielbox.

Wenn sich jedoch ein Brettspielautor wie Klaus-Jürgen Wrede (Carcassonne) aufmacht, einen eigenen Roman (Das Geheimnis des Genter Altars) zu schreiben, so sollte man diesen als Brettspielfan zumindest mal gesehen haben.

Ob es sich lohnt?

Zur Geschichte

Die Hauptperson des Romans Daniel findet seinen Freund Juri tot in dessen verwüsteter Wohnung. Da Juri ihm kurz vorher noch etwas wichtiges zu seinen aktuellen Forschungen mitteilen wollte, kann es sich also hier nicht um einen gewöhnlichen Raumüberfall handeln. Da steckt mehr dahinter. Dann taucht Mara auf, unbekannte Schwester von Juri, die sich von nun an gemeinsam mit Daniel auf die Spuren von Juris Ermittlungen rund um den Genter Altar begibt. Doch sie sind nicht allein dem Geheimnis auf der Spur und müssen sich beeilen.

Das Buch selbst beginnt mit zwei Zeitsprüngen. Zunächst findet sich der Leser via Epilog im Jahre 1314 in Paris wieder. Dort werden zwei Menschen auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Anschließend der Sprung ins Jahr 1934 bei dem ein Teil (eine Tafel) des Genter Altares gestohlen wird. Diese drei Handlungsstränge 1314 – 1934 – Gegenwart finden im Buch im Laufe der Geschichte zusammen und ergeben ein schlüssiges Bild und manche überraschende Wendung.

Wie hat mir das Buch gefallen?

Das Buch erinnert mich sehr an Dan Brown in Kombination mit älteren drei Fragezeichen. Zwei relativ jungen Hauptpersonen gelingt trotz vieler Rückschläge unter zumeist richtigen – häufig naiven – Entscheidungen vieles. Zudem tauchen vielfach immer wieder Personen auf, die bereitwillig unterstützen und helfen. Hier läuft mir einiges zu „gerade“ und viele Sachen fallen den Hauptpersonen in den Schoß. Da hat man den ein oder anderen Hollywood/-Disneystreifen in Erinnerung. Das gleiche bezieht sich auf die Motivation von Daniel sich in derartige Gefahren zu begeben. An der ein oder anderen Stelle wäre etwas weniger, mehr gewesen und hätte dem Roman an sich gut getan, realistischer rüber zu kommen. Zumal die Geschichte und die verschiedenen Plots gut recherchiert scheinen und sehr plastisch beschrieben sind. Man kann sich gerade bei den historischen Rückblicken sehr gut in die Lage der damaligen Zeit hineinversetzen. Auch einzelne Szenen sind sehr bildhaft beschrieben, so dass man in die Geschichte hinabtaucht und mitgezogen wird.

Die Reise nach neuen Quellen und Erkenntnissen quer durch Westeuropa verläuft rasend schnell. Man ist permanent auf der Flucht und der Schreibstil vermittelt diese Geschwindigkeit.

In Summe ist der Spannungsbogen der Geschichte gut aufgebaut und mündet in ein aktiongeladenes Finale.

Fazit

Wer spannende Geschichten mag, wird sich hier gut aufgehoben fühlen. Hätte der Autor bei den heldenhaften Taten der Hauptpersonen etwas weniger in die Vollen gegriffen, so wäre der Roman rundum als gelungen zu bezeichnen. Hier wurde jedoch leider deutlich übertrieben, was dann das ganze eher unrealistisch wirken läßt. Zudem wirken die beiden Charaktere trotz ihrer Heldentaten dennoch recht blaß. Das was der Autor den Orten und Räumen an plastischer Erlebbarkeit mitgegeben hat, fehlt mir an dieser Stelle.

Wen dieses nicht stört, der kann ohne Bedenken zu diesem Buch greifen und sich der Spannung hingeben.

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