Paper Tales

Bunt geht es zur Sache

Paper Tales ist ein Kartenkampfspiel mit Draftingmechanimus. Über den Mechanismus versuchen wir die beste Truppe für vier Vergleiche mit den benachbarten Einheiten zusammenzustellen. Aber es ist auch ein bisschen mehr. Und das werde ich gleich beleuchten.

Paper Tales wurde bereits 2010 in Japan veröffentlich. In 2017 sorgte das Spiel in den USA für einen intensiven Hype und Frosted Games sowie Pegasus haben sich an die Lokalisierung


Das Spiel

hier beschreibe ich die Partie mit 4 Spielern

Paper Tales ist in 4 Runden a 6 Phasen unterteilt. 

  1. Drafting: Zu Beginn einer Runde bekommen die Spieler 5 Karten zugeteilt, suchen sich eine aus und reichen die vier restlichen Karten an den linken bzw. rechten Nachbarn (wechselt mit den Runden) weiter. Dieses geschieht so lang, bis man eine Karte zurückbekommt.
  2. Dann bestücken wir unsere Einheiten, in dem wir bis zu 4 Karten auslegen (später kann man durch Ausbau noch eine fünfte legen). Zunächst verdeckt und dann offen. Die Karten müssen dann bezahlt werden. Liegen bereits Karten aus, können diese überbaut werden.
  3. Jetzt kommt es zum Kampf und ich vergleiche mich mit meinem linken wie rechten Nachbarn. Dabei zählt nur die Stärke der ersten Reihe (es gibt auch Ausnahmen). Der Sieger (bei Unentschieden gewinnen beide) bekommt 3 Siegpunkte
  4. In der Einkommensphase bekommen die Spieler 2 Geld plus das, was die Karten zusätzlich hergeben
  5. Dann kann ich investieren in Ausbauten. Dabei kann ich entweder ein bereits Gebautes upgraden oder einen neuen Ausbau vornehmen. Der erste kostet noch keine Grundstückskosten, ab dann sind 2 Münzen für jeden bisher getätigten Bau zu zahlen.
  6. Zu Letzt wird gealtert. Und jeder Charakter mit einem bereits vorher liegenden Alterungsmarker stirbt. Alle anderen bekommen einen Marker.

Nun geht es in die nächste Runde und nach vier Runden gewinnt der Punktbeste.

Autor: Masato Uesugi • Grafiker: Christine Alcouffe • Verlag: Frosted Games|Pegasus • Jahr: 2010|7|8

spieler2-5 Spieler • alterab 12 Jahren • zeitca. 30 Minuten

b-matMaterial

In der BRETTSPIELBOX befinden sich: 1 Wertungstafel, 1 hölzerner Rundenanzeiger, 30 Goldmünzen mit dem Wert 1 (gelb) und 10 größere Goldmünzen mit dem Wert 5 (grau), 30 Alterungsmarker, 5 Spielhilfekarten in den Spielerfarben, 5 hölzerne Wertungsscheiben in den Spielerfarben, 25 Gebäudekarten ( je 5 pro Spieler), 81 Einheitenkarten

   

Ich mache keinen Hehl aus der Tatsache, dass ich kein Freund der Grafik bin. Sie hat mich beim ersten Spielen nicht sonderlich angesprochen und tut es bis heute nicht. Aber das ist pure Geschmacksache. Der Rest ist absolut in Ordnung.

b-einstiegEinstieg

Ist kein größeres Problem und funktioniert recht schnell. Auch relativ wenig Rüstvorgang vor dem Spielstart.

  

b-gefuehlSpielgefühl

Paper Tales ist ein klassisches Draftingspiel. Das Besondere am Spiel liegt in der recht großen Auswahl an verschiedenen Karten (einige ibt es auch mehrfach), die man miteinander kombinieren kann. Damit sind sowohl die Hand- wie auch Gebäudekarten gemeint. Gerade letztere sind wichtig und mindestens eine sollte möglichst in den ersten beiden Runden voll ausgebaut zu werden, da sie es ermöglicht, den Kampfverband um eine weitere Karte zu stärken. Darüber hinaus bringen sie weitere (dauerhafte) Ressourcen sowie Siegpunkte am Ende des Spiels. Gelingt es nicht, entsteht allerdings ein nicht wegzudiskutierender Effekt der Chancenungleichheit. Dem Kampf gegen den Nachbarn kommt schon eine bedeutende Stellung zu, da bei siegreichem Verlauf bis zu 24 Punkt alleine hierüber vergeben werden.

Während man beim Spiel schnell den Vergleich zu 7 Wonders zieht, ist insbesondere durch das Altern der Karten ein spannender neuer Kniff in das Spiel integriert worden. Somit ist in den meisten Fällen gewährleistet, dass auch die stärksten Verbände irgendwann einmal erneuert werden müssen. Hierdurch kommt ein Stück weit größere Chancengleichheit in das Spiele. Zudem werden die Alterungsmarker durch bestimmte Karten noch taktisch aufgewertet.

Wichtig ist in dem Spiel auch nicht an lukrativen Karten festzuhalten, wenn man sie nicht bezahlen oder anderweitig nutzen kann. Dieses sollte man auch bedenken, da man nur eine Karte mit in die nächste Runde nehmen kann. Hierbei kann falscher Ehrgeiz schon mal hinderlich sein und Spieler blockieren.

Im Rahmen des Draftings spielt das Glück bei den Karten eine gewichtige Rolle. Sehr positiv ist der hohe Interaktionsgrad. Bis auf einige wenige administrative Sequenzen ist man somit immer am Spiel beteiligt

Ich bin ein wenig zwiegespalten bei Paper Tales. Zum einen mag ich die Grafik nicht sonderlich, zum anderen lässt es sich zu zweit (mit Abstrichen zu dritt) nicht sonderlich gut spielen. Erst ab vier oder fünf Spielern funktioniert Paper Tales so richtig.

Dagegen ist es schnell gespielt, wenn man die Karten einmal für sich verinnerlicht hat. Das liegt auch an der gut strukturierten Spielhilfe sowie dem einfachen Kampfmodus, der keine längeren Auswertungen benötigt.

b-spassLangzeitspaß

Ich werde sicherlich nicht nein sagen, wenn man mich zu einer Runde auffordern wird. Aber selbst werde ich das Spiel wohl eher nicht auf den Tisch bringen, dafür bin ich einfach mit der Aufmachung nicht klargekommen.

Paper Tales bietet aufgrund der verschiedenen zahlreichen Karten eine hohe Varianz an Spielmöglichkeiten. Dazu wird es noch eine Erweiterung geben, welche den Spielspaß noch einmal verlängern dürfte. Nach mehreren Partien hat Paper Tales noch einen Nachteil. Es erlaubt einen Einstieg eines Unbedarften nicht mehr so ohne weiteres, da es von Vorteil ist, die Karten gut zu kennen, um das Spiel zu seinen Gunsten flüssig zu spielen. Dieses gilt insbesondere für die verschiedenen Kombinationen der Karten.

Gesamtbeurteilung 6,5/10

Die Note hätte aus meiner Perspektive höher sein können, wäre das Zweierspiel nicht so schwach und die Grafik (aus meiner persönlichen Sicht – ich kenne aber auch viele, die es genau anders sehen und die Illusttationen lieben) ansprechender gewesen. Für mich hat sie leider keinen Aufforderungscharakter.

Gut funktionierendes Draftingspiels. Man könnte von einem 7 Wonders light sprechen. Auch sollte man mindestens zu dritt, besser zu viert bei diesem Spiel sein. Es ist kein Duell.


Erweiterungen:

Auszeichnungen:

Spielregeln (ext. Link zu Frosted Games / Pegasus)


b-aufbaub-karten

b-strategieb-80

b-glueckb-40

b-interaktionb-80

 

VN:F [1.9.22_1171]
Bewerte das Spiel
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