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SPIEL DOCH 2026 – Erlebnisbericht

Die Brettspiel Messe SPIEL DOCH 2026 in Dortmund ist zu Ende gegangen. 18.000 Besuchende waren vor Ort und haben einen neuen Rekord aufgestellt. Dabei war die Halle 4 mit 8.300 Quadratmetern erstmalig komplett in Beschlag genommen.

Die Nachfrage ist so groß, dass im Nächsten Jahr die Fläche der Messe vergrößert werden soll und Teile der Halle 7 hinzugenommen werden.

Hier ist unser Bericht über die drei Tage, in denen das Brettspielbox-Team vor Ort war. Wir haben verschiedene Brettspiele gespielt und geben euch die Eindrücke wieder.

Freitag

von Nina

Der Freitag stand bei mir im Zeichen der „Erwachsenenspiele“ in dem Sinne, dass wir ohne die Kinder den ersten Messetag nutzen konnten. Es war angenehm leer, sodass man fast überall ohne langes Warten einen Tisch bekam. 

Emberleaf, Skellig Games

Wir sind direkt mit einem Schwergewicht gestartet und so hat es sich zu Beginn der Partie auch angefühlt. Auf einem gemeinsamen Spielbrett wollen wir verschiedene Gebäude auf Lichtungen platzieren und dabei möglichst viele Punkte sammeln. Das Ganze machen wir, indem wir Karten auf unser Tableau spielen. Der Kniff: einige Karten besitzen „Verschiebe-Effekte“, die eine Karte nach der anderen auf bzw. vom Tableau verschiebt und dadurch evtl. weitere Effekte triggert. Trotz trägem Start, hat mir das Spiel und vor allem die Mechanik sehr gut gefallen.

Panda Royale, SPIEL DAS

Würfeln, würfeln, würfeln, aufschreiben und rechnen. So simpel, so schnell gespielt und so viel Spaß macht es, wenn man Spiele mit sehr vielen Würfeln (W4-W20) und hohem Glücksfaktor mag. Nach jeder Runde von insgesamt 10 bekommen wir einen neuen Würfel (ein bisschen wie Bag-Building), wobei jede Würfelfarbe eine eigene Wertung hat. Das Thema ist hier allerdings nebensächlich. Uns konnte es überzeugen.

Wundersame Wesen, Strohmann Games

Auch keine Neuheit, aber nun endlich mal die Gelegenheit es an der Spielausleihe auszuleihen und direkt auch erklärt zu bekommen (ein riesiges Lob an dieser Stelle an die ErklärbärInnen der Meeplebox!). Das Spiel bietet mechanisch nicht viel Neues: Worker (Wesen) platzieren für Ressourcen, Ressourcen einsetzen für Karten, Karten spielen, um Ziele zu erfüllen – Siegpunkte einzuheimsen und Boni freizuschalten. Trotz vielem bekannten hat uns das Spiel durch Zugänglichkeit, tolles Material (Holz und Double-Layer Playerboards) und Illustrationen begeistert – einfach schön.

Samstag

von Carina und Tanja

Am Samstag erreichten wir das Messegelände gegen 10:15 Uhr und es war alles bereits unfassbar voll. Sind wir in den vergangenen Jahren zu einer vergleichbaren Uhrzeit noch einfach durch die Einlasskontrolle in die Messe reinmaschiert, schlängelte sich jetzt erstmal eine lange Warteschlange durch den Vorraum – allerdings reihten sich alle vorbildlich dort ein und so hatte man kein langes Wartegefühl.

In der Halle selber verlief sich die Menge auch schnell und niemand musste sich durch Engpässe quetschen. Freie Spieltische zu finden, war leider nicht mehr so einfach wie in früheren Jahren, mit ein bisschen Geduld war eine kleine Partie aber immer möglich. 

In voller Blüte, Topp Verlag

In diesem Kartenlegespiel positionieren wir über vier Runden farblich passende Blumen in unserem Beet. Dabei wollen wir nicht nur unterschiedliche 4er-Poliominoformen bilden, sondern auch Schmetterlinge in unseren Garten locken. Das Spieltempo ist flott, da alle gleichzeitig spielen. Die verbliebenen Handkarten draften wir an die nächste Person. Eine Runde endet, wenn alle Handkarten eingebaut wurden. Bei Spielende ist ein 4×4-Raster entstanden und die gebauten Kombinationen werden ausgewertet. Ein Spiel mit leichter Einstiegshürde und niedrigem Anspruch für den Sonntagnachmittag bei Kaffee und Kuchen. 

Meister Makatsu, Amigo

Für Viele ist Meister Makatsu eines der besten Kartenspiele dieses Jahrgangs – bei mir (Carina) war der Funke in einer Kennenlernpartie bislang nicht übergesprungen. Daher haben wir die Chance genutzt, es in Dortmund nochmal zu spielen. Ich kann den Kniff des Spiels durchaus würdigen: In jeder Runde werden zwei der vier Handkarten ausgespielt und man versucht, möglichst wenig Minuspunkte dafür zu erhalten, dass man die höchste Karte einer der drei Farben ausspielt. Zwei Karten lege ich ab für die nächste Runde. Es ist durchaus reizvoll, das Kartenmanagement bis zum Spielende clever durchzuführen. Nachvollziehbar, dass es viele Fans hat, mein Herz erobert es allerdings nicht.

Greedy Goose, Amigo

Deutlich witziger – und auch gemeiner – fanden wir die Neuerscheinung Greedy Goose. Hier geht es darum, hungrige Gänse mit Snacks zu versorgen. Wir decken Karten auf und entscheiden: Nehmen wir Karten selber auf die Hand oder lassen wir sie für die nächste Person liegen? Denn wichtig ist: Haben wir zu viele Snacks einer Sorte auf der Hand, müssen wir alle Karten dieser Sorte abwerfen. Dabei zählen Karten bei Rundenende Punkte und daher wollen wir sie auf der Hand behalten und nicht zu gierig sein. Wären da nicht die Mitspielenden, die bei uns Karten stehlen oder uns Geschenk machen… Interaktiv, schnell, gemein und flott gespielt. 

First Giants, Space Cowboys/Asmodee

Tolle Tischpräsenz bietet First Giants von den Space Cowboys, vertrieben durch Asmodee, das in Dortmund in einer Art Vorauflage angeboten wurde. Das wanderte nach erster Draufschau ungetestet in die Einkauftasche. Als Paläontologen graben wir zunächst Fossilien aus, forschen mit ihnen im Labor und stellen sie anschließend aus. Viele Punkte gibt es für vollständige Sammlungen. Ein grundsätzlich zugängliches Spiel, bei dem aber zunächst viele Symbole erlernt werden müssen. Gestaltung und Spielmaterial sind dabei sehr ansprechend gestaltet. 

Die Mittagspause ließ sich bei dem tollen Wetter prima im Freien verbringen und direkt für Probepartien nutzen. Zwei Spiele kamen in großer Runde auf den Tisch:

Fast out, Queen Games

In dieser Stadt, Land, Fluss-Variante stehen uns 13 Kategorien zur Verfügung, aus der wir die Karten von 6 Kategorien auswählen. Die Karten tragen auf der Rückseite die Kategoriekennzeichnung und auf der Vorderseite einen Buchstaben. Liegt eine Kategorie-Karte in der Mitte aus, gilt es, mit dem Buchstaben oben auf meinem Kartenstapel einen Begriff zu nennen, der zu Kategorie passt. Gelingt das, darf ich die Karte auf den Stapel legen und gebe mit der Rückseite die nächste Kategorie vor. Wer auf diese Weise als erstes seine Karten losgeworden ist, gewinnt diese Speed-Variante des bekannten Spiels. Schnell, hektisch und laut, aber lustig. 

Ninety Nine, Kendi Games

Der Untertitel „Einfach Punkte machen“ spricht für sich. Wir legen unsere Handkarten auf Stapel nach drei Vorgaben: Entweder Karten der gleichen Farbe, mit einem Wert +1 oder Karten, die in Summe 10 ergeben. Und wir legen vor uns Karten in aufsteigender Reihenfolge ab. Lösen wir diese Reihe auf, gibt es Punkte und leeren wir unseren persönlichen Nachziehstapel, gibt es ebenfalls Punkte. Wer als erstes bei 99 oder mehr Punkten liegt, gewinnt. Sehr simpel, aber absolut nicht schlecht. Kann man jederzeit und mit jedem spielen. 

Gegen Nachmittag wurde es leerer und es ließ sich einfacher ein Spieltisch an den Ständen oder in der offenen Spielefläche ergattern. So nutzten wir die Gelegenheit für zwei Partien Got Five, das endlich in der Einkaufstasche gelandet war sowie eine Kennernlernen-Partie von DNUP. 

DNUP, Asmodee

Hier gilt Handkarten aufnehmen, gerne sortieren, aber ja nicht umdrehen. Unsere Handkarten möchten wir loswerden. Wir legen Karten vor uns auf den Tisch – einzelne Karten, Zwillinge, Drillinge… – und hoffen, dass sie dort noch liegen, wenn wir wieder dran sind. Dann dürfen wir sie nämlich endgültig abwerfen. Werden wir in der laufenden Runde aber überboten, müssen wir sie wieder auf die Hand nehmen – und dabei umdrehen. Andere dürfen bei uns auch Karten anlegen oder unsere Karten wegnehmen und selber auf die Hand nehmen. Ganz schön turbulent am Tisch und manchmal ziemlich unerwartet, was bei Dnup passiert…

Got Five, Blue Orange/Asmodee

Deduktionsspiele sind normalerweise nicht so unseres. Aber Got Five. Dieses Spiel schafft es, den Mechanismus so einsteigerfreundlich runterzubrechen, dass es eigentlich für jeden möglich ist, sich diesem Genre zu nähern und es von der Pike auf zu lernen. Und es bleibt eigentlich nie bei einer Partie. Man war doch gerade selber soooo kurz davor, die Lösung zu schaffen – und schon fordert man die Revanche. Ein tolles Spiel, das mit wenig Mitteln und 60 Zahlen so viel Spielspaß und Spannung bei gleichzeitiger Konzentration an den Spieltisch zaubern kann. 

Nach so viel Denkarbeit nutzten wir noch die Gelegenheit, den Live-Podcast der Jury Spiel des Jahres anzuhören. Dort präsentierten Christoph Schlewinski Dito!, Harald Schrapers Rebirth, Martina Fuchs Hot Streak und Nico Wagner Cozy Stickerville. Eine sehr hörenswerte und unterhaltsame Episode. Danach ging es müde, aber erfüllt von schönen Gesprächen und lustigen Erlebnissen nach Hause. 

Sonntag

von Nina

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Kinder. Auch wenn es etwas voller war als am Freitag, haben wir uns an keiner Stelle davon beeinträchtigt gefühlt. Erster Halt: HABA

Nice Cream (5+)

Wir sind Erdmännchen und wollen mit unseren Seifenkisten zum Eisstand düsen. Dafür werden etliche Seifenkistenkarten der Reihe nach ausgelegt (es passten nicht einmal alle auf den Tisch). Jeder bekam 5 Karten mit den werten 0,1,2,3,5. Dann ging es ans Karte aussuchen, wie weit man mit seinem Erdmännchen laufen darf. Der Kniff: Die Seifenkisten haben Pfeile, wie weit (-1, 1,2,3 Felder), sie sich bewegen, sobald man drauf landet. Dadurch ändert sich ständig die Reihenfolge und man kann auch mal ganz woanders landen als vorher geplant. Kam bei uns allen leider nicht so gut an, da es für die Kinder noch zu schwierig war wirklich sinnvoll zu planen und sich das Ganze sehr zufällig anfühlte.

Paleolino (5+)

Der kleine Bruder von Paleo (Spiel des Jahres 2021). Mammut Lino findet auf einem Berg viele Rohstoffe (Beeren, Holz, Steine und Kristalle), die uns helfen unser Dorf aufzubauen. Wir spielen alle gemeinsam. Der Reihe nach schütteln wir aus einem Faustkeil jeweils zwei Rohstoffe und lassen sie den Berg runterrollen. Jetzt müssen sich alle gut merken, wo – in welcher der 4 Schubladen – die Rohstoffe gelandet sind. Am Ende meines Zuges darf ich alle Rohstoffe aus einer Schublade nehmen und schauen, ob ich die richtigen Rohstoffe für eins oder mehrere der ausliegenden Kombinationen zusammen habe. Haben wir unser Dorf aufgebaut, bevor uns die Rohstoffe ausgehen, haben wir gewonnen. Das Spiel ist schnell gelernt, schnell gespielt und schnell bei den Kindern in der Einkaufstasche gelandet. 

Smart Games & Brio Stand

Wie auch im letzten Jahr waren der Stand von Smart Games und die Brio Ecke ein Highlight für die Kinder. Wer kleine Logikspiele für fast alle Altersstufen mag, wird bei Smart Games immer fündig (Auch wir „Großen“ 😉). Auch aus der Brio Ecke – dieses Jahr mit Sitzgelegenheit für die geduldig wartenden Eltern – mit vielen schönes Holzeisenbahnen, waren die Kinder kaum wegzubekommen.

Auch wenn so eine Messe für unsere Kinder noch sehr viele Eindrücke sind und sicher auch etwas überwältigend war, so gab es doch ein sehr positives Fazit auf der Rückfahrt am frühen Nachmittag.

von Christoph

Ich war Sonntag vor Ort, allerdings habe ich nichts gespielt. Dafür viel geredet und mir neue Brettspiele zeigen lassen. Die Parkplätze vor Ort waren um 10:00 Uhr schon ausgebucht und ich musste etwas abseits parken. Für den Nachmittag war eine optimierte Abreise von Nöten, da der BVB ab 17:30 sein Heimspiel gegen Freiburg austrug.

Wuselige Wiesen, Frosted Games

Wuselige Wiesen erscheint in wenigen Wochen bei Frosted Games und ist ein Plättchenlegespiel, bei dem wir 13 Plättchen aneinander legen, um die optimierten Wiesen zu legen. Je nach Anlage, erhalten wir Holztoken, von denen wir am Ende die meisten haben müssen.

Stars of Ilumeïa, Ornament Games

Zum zweiten Mal nach Chronofalls entführen uns die beiden Macher von Ornament Games in die Weitern der Galaxie. In Stars of Ilumeïa gilt es verschiedene Sternebilder zu erschaffen.

Mare Nostrum, PD Games

Mare Nostrum wird u.a. Teil der Concordia Special Edition Version sein, die demnächst via Gamefound in die Finanzierung gehen wird und ist eine Erweiterung zum bestehenden Brettspiel.

Sweet Lands, PD Verlag

Sweet Lands wird die Herbstneuheit von PD. Allerdings wird es das Brettspiel, sehr wahrscheinlich nicht nach Essen schaffen, sondern erst gegen Ende des Jahres auf unseren Brettspieltischen verfügbar sein.

8 Dragons, Wonderbow

Demnächst via Kickstarter gehen die 8 Dragons von Wonderbow in die Finanzierung. Nach Kelp ist es das zweite Projekt des deutschen Verlags. Dabei müssen wir Drachen mit ihren Jungen fliegen lassen und Höhlen bauen.

dlp Games Neuheiten Herbst 2026

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