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Freitag, Oktober 30, 2020
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REVIEW | Rezension The Isle of Cats

The Isle of Cats war ein Kickstarter in 201. Frank West ist Autor und auch Verlagsinhaber. Thematisch ist das Spiel etwas phantastisch angelegt. Als Schiffskapitäne müssen wir auf eine Insel, um dort Katzen vor dem bösen Lord Vesh zu retten.

Im Herbst wird das Spiel auch auf Deutsch bei Skellig Games erscheinen. Der Titel wird Die Insel der Katzen lauten.


SPIELBESCHREIBUNG

Über fünf Runden müssen wir möglichst effizient Katzenpuzzleteile erwerben und auf unserem Schiff integrieren.

Dabei hat jeder Spieler ein Schiffstableau mit sieben Räumen vor sich liegen.

Die Runden verlaufen wir folgt:

  • Einkommen verteilen: je Runde gibt es 20 neue Fische
  • Drafting. Wir draften sieben Karten 2-2-2-1 mit unseren Mitspielern
  • Kaufen: von den sieben Karten entscheiden wir uns für bis zu sieben Karten und müssen den entsprechenden Preis in Fischen bezahlen. Die nicht gekauften Karten werden beiseite gelegt.
  • Aufgaben ausspielen. Öffentliche Karten werden offen ausgespielt, der Rest verdeckt.
  • Reihenfolge festlegen. Diese wird über Stiefelkarten geregelt (die Anzahl der Stiefel legt die Reihenfolge fest). Auf den Karten sind auch Körbe abgebildet. Je Korb dürfen wir eine Katze retten. Dabei gibt es auch halbe Körbe, die zu einem Korb zusammengesetzt werden können.
  • Katzen retten: aus der Auslage können wir uns reihum je Korb eine Katze nehmen und müssen entsprechend Lage drei oder fünf Fisch bezahlen. Danach wird die Katze direkt auf unser Schiff gebracht.
  • Oshax Katzen können via Karten auf dem Schiff platziert werden. Dabei bestimmt der jeweilige Spieler die Farbe der Katze.

Karten wie auch Fische, die man in der aktuellen Runde nicht ausgegeben hat, kann man für die nächsten Runden behalten. Dazu gibt es sogenannte „Jederzeit-Karten“, die – wie der Name schon sagt – jederzeit ausgespielt werden können.

Am Ende der fünf Runden gibt es Siegpunkte für zusammenhängende Katzenfamilien, Aufgabenkarten und gesammelte Schätze. Ratten und nicht gefüllte Räume bringen Minuspunkte.

Es gibt auch noch eine Familienvariante mit einem vereinfachtem Wertungssystem sowie die Möglichkeit das Spiel Solo zu spielen. Zudem gibt es eine Erweiterung, mit der bis zu sechs Spieler teilnehmen können.



AUTOR: Frank West ■ GRAFIKER: Frank West
VERLAG: Skellig Games ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2020

spieler

2-4 Spieler

alter

ab 12 Jahren

zeit

ca. 60-90 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Skellig Games)


SPIELGEFÜHL

Als ich das Spiel bei Kickstarter gesehen habe, hat es nur einen sehr begrenzten Reiz auf mich ausgeübt. Puzzeln und dazu die gewöhnungsbedürftige Katzengrafik. Das Spiel war relativ schnell von meinem Radar verschwunden.

Erst als ich es bei Flo von Get on Board ausprobiert habe, wurde der Reiz des Spiels für mich sichtbar.

Dieser liegt in der Mischung aus Drafting, Puzzeln, Set-Kollektion sowie Ressourcenmanagement mit den Fischen. Inzwischen habe ich diverse Partien erleben können und The Isle of Cats bzw. die Insel der Katzen hat seinen Reiz für mich entfalten können. Die verwobenen Mechanismen machen das Besondere an dem Spiel für mich aus.

Die einzelnen Runden spielen sich relativ flott. Dabei kann es jedoch bei etwas langsameren Spielern zu minimaler Downtime kommen. Dieses fand ich zu dritt und viert nicht sonderlich schlimm (habe aber auch Glück gehabt mit der Auswahl meiner Mitspieler; das kann sich ggf. bei Grüblern deutlich stärker in die Länge ziehen). Bei fünf oder sechs stelle ich es mir jedoch zu langatmig vor.

Seine Fische muss man schon gut im Auge haben und mit den Zügen der Mitspieler sowie der Zugreihenfolge abgleichen. Da kann man mitunter einen Korb haben, aber das Geld reicht nicht mehr aus, um eine Katze einzuladen. Was sehr ärgerlich ist. Mit unter kann es sogar hilfreich sein, sich Karten und Fische für eine spätere Runde aufzubewahren.

Auch die unterschiedlichen Kartenfarben gilt es sinnvoll während der Draftingphase auszuwählen. Vielleicht auch mal eine Karte dem Mitspieler wegnehmen (denn es herrscht ja keine Kaufpflicht).

Das Spiel hat durch die Vielzahl an Karten eine angenehme Varianz, so dass sich die Partien ähnlich aber nicht gleich anfühlen. Auch war für mich in den verschiedenen Partien nicht DIE Siegerstrategie ersichtlich.

Das Thema wirkt etwas aufgesetzt und könnte auch mit Hunden im Weltall sein.

In der Familienspielvariante steht das Puzzeln klar im Vordergrund. Dieses fand ich auf dauer zu langweilig.


Zusammenfassung

Wer sich nicht durch die etwas kindliche Katzengrafik abschrecken läßt, erhält einen schönen Mechanikmix aus Kartendrafting und Ressourcenmanagement. Das Spiel hat mir sowohl in der Familienvariante wie auch in der Kennerspielvariante gefallen. In letzterer ist es für – verständlicherweise – herausfordernder.

  • Sehr gelungener Mechanik-Mix aus bekannten Mechanismen. Jedoch in der Zusammensetzung neuartig.
  • Hochwertiges Material
  • Das Spiel ist gut zugänglich und bedarf keine ausuferndenden Erklärungen
  • Durch zwei Modi für Familien- wie auch für Kennerspieler geeignet.
  • Kann im Kennerspielmodus zu langatmig sein. Insbesondere wenn Grübler mitspielen.
  • Drei Fünfer-Fische sind sehr verwirrend.
  • Thema ist eigentlich beliebig und wirkt etwas aufgesetzt.

Aus meiner Spielerperspektive: In der Familienspielvariante steht tatsächlich das Puzzlen mehr im Vordergrund. Die aufwendigere Kennerspielvariante hat mir sehr gut gefallen. Schöner Mix von Mechanismen.

2 KOMMENTARE

  1. was meinst du mit „Drei Fünfer-Fische sind sehr verwirrend. “
    auf den einen ist ein Fisch abgebildet und auf dem anderen sind 5 Fische zu sehen…

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