REVIEW | Rezension Brettspiel Happy Bee

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Happy Bee ist ein neues Brettspiel in der Fun by Nature-Reihe von Helvetiq. In dieser Reihe sind bereits Fish ´n Flip, Fly Home und Just Wild erschienen. Just Wild hatte ich bereits kennengelernt und es hat mir gut gefallen. So war ich natürlich auch neugierig auf Happy Bee, das mich allein schon durch das wunderschön gestaltete Cover angesprochen hat.

Hier geht es also nun um Bienchen und Blümchen und die einfache Frage: Wer hat die meisten?  

Carina Brachter


AUTOR: Maxime Rambourg, Théo Rivière ■ GRAFIK: Anna Formila
VERLAG: Helvetiq ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2023

spieler

3-6 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 15 Minuten

Spielregeln (Download – Deutsch)

SPIELGEFÜHL und FAZIT

Happy Bee ist ein optisch sehr hübsch gestaltetes Drafting- und Mehrheitenspiel, das in sympathisch kleiner Schachtel daherkommt. Die glücklichen Bienen haben wir in Form von Karten auf der Hand. Sie haben die gleiche Farbe wie die Blüten, die in der Tischmitte ausliegen und die uns Punkte bringen. Es befinden sich dort mehrere Stapel an unterschiedlich farbigen Blüten. Es ist immer eine Sorte mehr als Mitspielende im Spiel, also beispielsweise vier Sorten bei drei Spielenden. Die Blüten tragen die Werte 1 bis 5 und diese Werte sind dann auch die Siegpunkte, die uns die Karten bei Spielende einbringen.

Wir spielen über neun Runden. In jeder Runde bieten wir auf die gerade ausliegenden Blüten. Wer alleine die meisten Bienen-Karten passend zu einer Sorte bietet, bekommt dann die jeweilige Blüte. Bei Gleichstand bekommt sie leider niemand und sie wird ungenutzt abgeworfen. Das passiert natürlich ziemlich oft, denn auf die wertvollen Blüten mit den 5er-Werten haben es die meisten abgesehen.

Wir können aber – frei nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist – auch unterschiedlich farbige Karten in unserem Gebot kombinieren und hoffen, dass wir auf diese Weise nicht nur eine, sondern vielleicht auch zwei oder mehr Blütenkarten abgreifen können, sofern auf diese niemand anderes bieten sollte. Das kann bisweilen lohnender sein!

Soweit alles bekannt – Happy Bee hat aber auch zwei Kniffe im Gepäck:

Zum einen liegt ein Kniff darin, dass wir in jeder Runde unterschiedlich viele Karten bieten: In der ersten Runde eine Karte, in der zweiten Runde zwei – bis zur fünften Runde, wo wir fünf Karten bieten. Danach reduziert sich das wieder bis zu einer Karte in der neunten Runde. 

Der zweite Kniff besteht darin, dass wir unsere Handkarten draften – aber nur zum Teil. Wir legen die Karten, mit denen wir bieten, immer verdeckt vor uns ab und geben die restlichen Handkarten weiter. Dann folgt die Auswertung der Gebote und schließlich nehmen wir die gebotenen Karten wieder auf die Hand zusammen mit den Karten, die an uns weitergegeben wurden. 

Mit dieser Spieloption kann man ganz interessant taktieren und schauen, was man behält und welche Karten man weitergibt. Man kann sich beispielsweise ein stückweit spezialisieren: Wenn man beispielsweise immer auf eine bestimmte Farbe bietet, behält man auf diese Weise immer die ausgelegten Karten und der links neben mir Folgende kommt gar nicht in de Besitz dieser Farbkarten, da sie ja bei mir bleiben. Nehmen nach der fünften Runde die Anzahl der Karten, die wir bieten, wieder ab, reduziert sich auch die Zahl der Farbkarten, die ich behalten kann und die Chancen für andere wachsen, dass sie wieder um die Farbe ins Rennen einsteigen.

Happy Bee ist sehr schnell erklärt und ganz schnell gelernt – obwohl: Die erste Partie werden alle benötigen, die Wirkungsweise der Kniffe kennenzulernen und fast immer wird dann direkt noch eine zweite Partie eingefordert, um das Erlernte zu festigen bzw. nun taktisch klüger anzuwenden. 

Aber da die Spieldauer kurz ist, kann man ja auch flott ein, zwei, drei Partien hintereinander spielen. 

Gerade in Runden mit Wenigspielenden kommen die „glücklichen Bienchen“ sehr gut an. Und da das Spiel auch bis zu sechs Spielenden spielbar ist, passt es auch in die große Runde – beispielsweise beim Spieltreff oder wenn unterschiedliche Gruppen am Ende des Spieltages noch einen gemeinsamen Absacken spielen wollen.

Auch für Emotionen am Spieltisch ist gesorgt: 

  • Gerade, wenn man sich ganz ausgefuchst einen Bietplan zurecht gelegt hat und sicher ist, dass man vielleicht auch zwei Karten auf einmal abstauben kann, kommt jemand mit exakt der gleichen Kartenverteilung um die Ecke. Man hört ständig ein „Oh nein, warum hast du denn auch so gelegt?!?“ 
  • Oder, wenn man gerade Karten einer bestimmten Farbe weitergegeben hat, wird dort in der Tischmitte natürlich die Karte mit Wert 5 aufgedeckt und in meiner Kartenhand herrscht bei dieser Farbe gerade absolute Ebbe… 
  • Oder, wenn der vor einem Spielende merkt, dass er nicht richtig aufgepasst und viel zu viele Karten einer Farbe weitergegeben hat, die einem selber nun quasi ein Monopol bescheren…

Happy Bee ist ein wirklich hübsches und auch ein schön fluffiges, kleines Spiel, das eher die Familien- und Wenigspielenden ansprechen möchte und mit schnellem Spieltempo und kleinen taktischen Möglichkeiten Laune an den Spieltisch bringt. Große Spieltiefe sollte man hier nicht erwarten, aber ein, zwei Runden Spaß kann man mit den kleinen Bienchen auf jeden Fall haben.


  • Hübsche Gestaltung im Natursetting
  • Sehr zugängliche Regeln und flottes Spieltempo
  • Nette Kniffe, die ein wenig Taktieren zulassen
  • Glückselemente machen eigene Entscheidungen manchmal zu Nichte
  • Einige der Blütenfarben lassen sich nur schwer unterscheiden
  • Braucht bei den meisten unbedingt eine Kennenlernpartie

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