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Ninety Nine – REVIEW | Rezension Brettspiel

110 – 99 – Diese Zahlenkombination macht Ninety Nine aus dem Hause Kendi Games aus.

Wir wollen mit 110 Spielkarten als erste Person 99 Punkte erreichen und wir schauen einmal, ob es Kendi Games gelingt, das einfach und spaßig zu Tisch zu bringen

Björn


Bei Ninety Nine baut jede Person eine eigene Kartenreihe auf. Das Deck besteht aus Karten mit den Zahlen 0 bis 10 in zehn verschiedenen Farben. Jede Person startet mit sechs Karten auf der Hand und einem eigenen verdeckten Zugstapel von 15 Karten. In der Tischmitte liegen zwei gemeinsame Ablagestapel.

Im eigenen Zug spielt man zunächst genau eine Karte aus der Hand in die persönliche Reihe. Dabei muss die Zahl höher, als die zuletzt gelegte sein und jede Farbe darf nur einmal in der gesamten Reihe vorkommen. Kann man keine passende Karte anlegen, oder will man strategisch die Reihe abschließen, wird sie gewertet: Die Anzahl der Karten wird quadriert und ergibt die Punkteanzahl. Vier Karten bedeuten also 16 Punkte, fünf Karten bedeuten 25 Punkte.

Danach darf man noch Karten aus der eigenen Hand auf den gemeinsamen Ablagestapel loswerden. Hier gelten drei Regeln, entweder gleiche Farbe, gelegte Zahl exakt eins höher, als die darunterliegende Karte oder Karte auf dem Stapel plus eigener Karte ergeben zusammen 10. Es darf so lange es passt abgelegt werden, danach füllt man seine Hand wieder auf 6 Karten auf, sollte dabei der eigene Zugstapel geleert werden, bekommt man 15 Punkte gutgeschrieben und erhält einen neuen Stapel mit 15 Karten.

Das Spiel endet sofort, sobald eine Person 99 Punkte in seinem Zug erreicht hat und damit Ninety Nine gewinnt.

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu Kendi)


Kendi Games liefert verlässlich gute Spiele in kleiner Schachtel für Einsteiger und, um mit wenigen Regel direkt starten zu können. Ninety Nine macht da keine Ausnahme. Der Einstieg gelingt in wenigen Minuten und das Spielprinzip sitzt nach der ersten Runde. 

Dabei ist es immer auch notwendig seine Kartenhand zu sortieren, damit man auch die Kettenzüge aus der eigenen Hand gut im Griff hat, allerdings braucht man damit erst so wirklich beginnen, wenn man am Zug ist. Zu oft verändern sich, logischerweise, die Karten auf dem Ablagestapel und damit steht erst zu Beginn meines eigenen Zuges fest, welche beiden Zahlenkarten mir zur Ablage zur Verfügung stehen.

Da sind Glück und Frust nah beieinander, mal spielt man seine komplette Hand runter, ein anderes Mal gibt es nur eine Karte, die man ablegen kann.

Emotionen und Kartenkloppen sind hier ganz wundervoll vereint. Damit haben Kartenprofis und bauchspielende Anfänger fast Chancengleichheit und daher macht es auch Spaß sich über die Person vor einem aufzuregen, was für einen Müll sie einem dort hat liegen lassen, oder was für ein purer Punkteschatz sich ergibt, wenn die Hand leergespielt werden kann.

Was in jeder Partie aber auch stört – Die 110 Karten sind in einer Partie mit drei oder vier Personen schnell aufgebraucht und regelmäßig müssen im Spiel die abgelegten Stapel eingesammelt und gemischt werden. Dieser Verwaltungsmoment bremst das Tempo. Bei einem Spiel, das von seiner Dynamik lebt, ist das schade.

Der zweite Kritikpunkt liegt im Punkte notieren, immer wenn ein Stapel leer ist oder die vor einem liegende Reihe abgeräumt wird. Damit braucht es einen guten Blick oder eine Info an alle Spielenden, wie der aktuelle Punktestand ist, schließlich entscheidet man sich ggf. seine Reihe vorzeitig abzuräumen um noch eine Chance zu haben. Die beiden Punkte machen dieses schnelle und mit einem schönen Kniff versehenen Kartenspiel etwas zu schaffen, Spaß macht es trotzdem.

  • Karten zügig ablegen nach drei Regeln – Schöner Kniff
  • Die eigene Ablagereihe erweitern oder Punkte abkassieren? – Schönes Dilemma
  • 99 Punkte und es ist direkt Schluss – Dann halt noch eine schnelle Revanche
  • Ewiges Gefühl des Karten Aufsammelns und Mischens
  • Punktestände regelmäßig ordentlich führen und im Blick behalten
  • Zu zweit ok, zu viert etwas lang, zu dritt perfekt

Ninety Nine ist ein solides kurzweiliges Kartenspiel, das mit einem frischen Siegbedingungskonzept und der eigenen Kartenreihen-Mechanik punktet und für Kendi Games typisch leicht zugänglich daherkommt.
Der richtige Mix aus Glück und kleinen taktischen Entscheidungen macht es zu einem guten Absacker oder Familienabend-Begleiter. Die Unterbrechungen durch das Mischen der Nachziehstapel und die Notwendigkeit permanent auf die Punktestände zu achten, trüben das Erlebnis ein wenig. Wer bspw. Quando mochte, greift sicherlich auch hier gerne zu.

AUTOR: Reinhard Staupe 
ARTIST: Oliver & Sandra Freundenreich
VERLAG:
Kendi Games
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

2-4 Spielende

8 Jahre

30 Min.

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