Home Rezension REVIEW Moeraki-Kemu

REVIEW Moeraki-Kemu

1

Auch von Moeraki-Kemu schon ein paar Jahre auf dem Buckel hat, ist es doch eines (bzw. mehrerer) Blicke wert.

Thematisch steigen wir in die Welt der Maori ein. Zwei Stämme „kämpfen“ um das Recht Riten.

Eine Auszeichnung hat das Spiel, welches in Anlehnung an Neuseeländische Stammesrituale entstanden ist, schon gewonnen. 2010 konnte es bei Hippodice-Autorenwettbewerb Platz 1 im besten Zwei-Personenspiel abräumen. Ebenfalls wurde es mit dem Siegel Spiel gut ausgezeichnet.


SPIELBESCHREIBUNG

In diesem 2 Personenspiel haben wir zentral ein Holzbrett mit 57 Mulden vor uns liegen. Diese sind mit Wegelinien verbunden. Im Zentrum des Bretts ist ein Kreis mit 9 Mulden. Jeder Spieler erhält ein Säckchen mit 28 Spielsteinen|Kugeln, 24 Stammesplättchen, 1 Zählstein und einem Maori-Tanen.

Es gibt verschiedene Schwierigkeitsstufen, auf die ich jetzt eingehe:

Zunächst wird die grüne Moeraki-Kugel in eine der neun zentralen Mulden gelegt. Bei der ersten Partie der jüngste, anschließend der Sieger aus der vorherigen Partie.

Die Spielenden setzen abwechselnd eine ihrer Kugeln in eine beliebige Mulde, um eine der Siegbedingungen zu erfüllen.

Einsteigerspiel

Es gibt drei Möglichkeiten eine Partie zu beenden.

  • Man kann vier eigene Kugeln in einem Quadrat platzieren: Tahuna (Strand) – Spiel endet sofort
  • Gelingt es eine Diagonale von Spielfeldrand zu Spielfeldrand legen oder die Moeraki-Kugel mit einem beliebigen Spielfeldrand verbinden, so endet das Spiel ebenfalls sofort: AWA (Fluss)
  • Werden vier Steine einer der vier äußeren Reihen des Spielfeldrandes besetzt, endet das Spiel ebenfalls sofort mit einem ARA (Weg)

Basisspiel

Im Basisspiel kommen die Stammesplättchen ins Spiel. Diese werden gelegt, sobald ein Abschnitt | Strand von vier Kugeln umgeben ist. Es geht nach Mehrheiten. Dabei ist die Moeraki-Kugel neutral. In den Randbereichen, in denen ein Spieler nicht dominiert (d.h. nur 2:1 gewinnt), gibt es halbe Punkte.

Führt keine der drei obigen Bedingungen zum Sieg, entscheiden die Punkte aus den Stammesplättchen über Sieg und Niederlage.

Meisterspiel

Im Meisterspiel kommen die Maori-Tane ins Spiel. Dieser darf einmal in der Partie anstatt eines Stammesplättchen eingesetzt werden. In der Blickrichtung des Tanen werden alle Stammesplättchen vom Strand entfernt (egal ob fremd oder eigen).



AUTOR: Stefan Kiehl ■ GRAFIKER: Florian Buchner
VERLAG: Kiehly Verlag ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2011

2 Spieler

ab 8 Jahren

ca. 3-25 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Kiehly)


SPIELGEFÜHL

Bei diesem Spiel nicht zunächst über das Material zu sprechen, wäre fatal. Die Ausstattung ist schon eher ungewöhnlich und sehr hochwertig. Angefangen beim Spielbrett, über die Glasmurmeln bis hin zu den Halbedelsteinen als Zähler der einzelnen Partien bis zur handgefertigten Tonfigur des Maori-Tanen.

Neben dem Spielmaterial ist auch die gut gestaltete Regeln zu erwähnen, mit der man gut in das Spiel hineinfindet. Ebenso schnell wie man in das Spiel hineinfindet gestalten sich auch Auf- und Abbau.

Von Vorteil bei einer Partie Moeraki-Kemu ist die Ähnlichkeit der Spielstärke der Gegner. Ist dieses nicht gegeben, enden die Partien schon einmal vorschnell.

In Summe kann das Platzieren der je 28 Kugeln schon mal an die dreißig Minuten herangehen, wenn nicht eine der anderen Siegbedingungen vorher greift.

Dieses im Auge zu behalten ist recht herausfordernd. Gerade bei den ersten Partien gab es Spielstände, bei denen der Sieger schon längst feststand, aber erst 2-3 Züge später entdeckt wurde. Mit zunehmender Erfahrung hat man dieses aber sehr gut im Blick, so dass man mit wachsen der eigenen Kompetenz hier auch viel gezielter auf mögliche Ergebnisse hin spielen kann. D.h. auch dem Gegner Fallen stellen und bestimmte Konstellationen anbieten.

Daher ist es hilfreich zunächst auch 2-3 der Einsteigerspiele durchzuführen, um dann die Stammesplättchen hinzuzunehmen. Wie der Name schon sagt, ist die Meisterschaft, dann inkl. der Maori-Krieger, bei denen man die Konstellation gut im Blick behalten muss. Hier droht das größte Ärgerpotential auf beiden Seiten.

Thematisch sollte man jedoch nicht zuviel von dem Spiel erwarten, was komplett abstrakt angelegt ist, auch wenn der Autor sich über die Anleitung viel Mühe gibt, in die Historie der Maoris einzutauchen. Ist aber für mich kein k.o.-Kriterium.

Weitere Informationen und die Möglichkeit das Spiel zu erwerben findet ihr bei Stefan Kiehl und Kiehly Spiele.


Zusammenfassung

Taktisch-Strategisches Zwei Personenspiel mit ansteigendem Schwierigkeitsgrad. Wer die große Schachtel öffnet, wird vom Spielmaterial angetan sein, welches jedoch nicht blendend vom Spiel ablenken soll, sondern den Spielspaß angenehm unterstützt.

  • Hochwertige Materialausstattung
  • schönes taktisch / strategisches Zwei Personenspiel
  • Mehrere Schwierigkeitsgrade führen zu einem höheren Widerspielreiz
  • Gute übersichtliche Regeln.
  • ein reines abstraktes Spiel ohne Story
  • gerade zu Beginn nicht unbedingt einfach alle Siegpunktbedingungen im Auge zu behalten
  • Spiellevel der Beteiligten sollte nah beieinander liegen.8909

Aus meiner Spielerperspektive: Moeraki Kemu spricht mich als Freund von abstrakten und taktisch / strategisch angelegten Spielen sehr an.

Mit steigender Erfahrung wird die Spieltiefe größer und es stehen viele Duelle auf Augenhöhe.

1 COMMENT

  1. Ich kann dem nur zustimmen. Wie auch das TAC von diesem Verlag, ein Spiel mit hochwertigem Spielmaterial, welches absolut zeitlos ist. Das ihr dieses Spiel vorgestellt habt, freut mich sehr.
    Gruß Chris

LEAVE A REPLY

Please enter your comment!
Please enter your name here

Die mobile Version verlassen