StartJahr2026Orapa Space - REVIEW | Rezension Brettspiel

Orapa Space – REVIEW | Rezension Brettspiel

Schiffe versenken im Weltall – oder so ähnlich – könnte man denken, wenn man das Brettspiel Orapa Space das erste Mal sieht. Doch eigentlich wollen wir den Weltraum mit unseren Laserstrahlen vermessen. Aber spielt das wirklich eine Rolle? Das erfahrt ihr hier…

Nina


Im Spiel Orapa Space bekommen zwei Personen jeweils ein „Weltalltableau“ auf dem ein Raster mit den Zahlen von 1-18 und den Buchstaben A-R zu sehen ist. Das gleiche gibt es zusätzlich als Blatt Papier („Forschungsbogen“) mit Platz für Notizen. Dazu kommt jeweils ein Satz magnetische Planeten (2x weiß, 2xrot, 1x blau, 1x gelb) und kleine Papp-Planeten zum rumprobieren auf dem Forschungsbogen.

Bei mehr als 2 Personen ist eine Person die Spielleitung und bekommt ein Tableau mit den Planeten und die anderen jeweils nur den Forschungsbogen.

Die magnetischen Planeten werden dann innerhalb des Rasters beliebig platziert, sodass keine Kanten aneinanderliegen und jeder Planet immer von mindestens einem Laserstrahl getroffen werden kann. Der große weiße Planet muss zudem mit der langen Kante an einem der vier Rasterränder platziert werden.

Dann kann Orapa Space auch schon losgehen. In seinem Zug hat man die Möglichkeit entweder einen „direkten Scan“ zu machen und damit die Farbe an einem konkreten Punkt abzufragen, z.B. E-5. Alternativ kann mit einem „Laser Scan“ ein Laserstrahl an einer Stelle des Rasters, z.B. Zeile E, abgeschossen werden. Dieser wird dann ggf. von Planeten wie bei einem Spiegel reflektiert (gerade Kante) oder nach den Regeln der Physik im 90° Winkel abgelenkt (schräge Kante). Dabei nimmt er die Farbe der Planten an, auf die er trifft. Wenn er auf mehrere Planeten hintereinander trifft, werden die Farben gemischt – bspw. aus gelb und rot wird orange, kommt dann noch weiß hinzu wird es hellorange.

Es gewinnt, wer als erstes die Lage und Farbe der Planeten auf dem gegnerischen Tableau bzw. dem Tableau der Spielleitung bei mehreren Mitspielenden richtig deduziert.

Wem das noch zu wenig ist, kann auch eine der zusätzlichen Varianten (schwarzes Loch, Rotverschiebung oder Wurmloch) mit hinzufügen. Dadurch wird auch die Komplexität erhöht.

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu Nice Game Publishing)


Orapa Space ist ein Deduktionsspiel auf einem soliden Kennerniveau.

Beim ersten Mal brauchen vor allem Einsteiger erstmal länger, um sich reinzudenken. Zuerst den Weg der Laserstrahlen nachzuvollziehen und dann noch zu schauen, welche Farbe der Strahl dann annimmt und dann noch gleichzeitig die Hinweise des Gegenübers verarbeiten. Da hilft zwar die Spielerhilfe mit Farbmischungsübersicht. Die Denksportaufgabe verursacht dennoch zu Anfang etwas Downtime. Hat man die Farbmischungen nach ein paar Partien drauf, gelingt das Ganze dann auch recht locker in 20 Minuten.

Auch ein gewisser Glücksfaktor ist dabei, wenn man zufällig eine einfache Schräge trifft oder der Strahl auch mal gar nichts trifft oder auch mal kreuz und quer durchs Raster läuft und am Ende schwarz wieder rauskommt. Wer da kein gutes räumliches Vorstellungsvermögen hat, wird es schwer haben.

Je nach Konstellation der Planeten kann es einem auch einfacher oder schwieriger zu lösen vorkommen. In unseren Partien war es gefühlt schwieriger zu lösen, wenn alle Planeten sehr nah beieinander auf einem Haufen waren und somit viele Strahlen ins Leere laufen oder sehr oft gebrochen und/oder reflektiert werden.

Die weiteren Varianten haben den Schwierigkeitsgrad nochmal angenehm erhöht und Abwechslung reingebracht. Sie sind allerdings erst nach mehreren normalen Partien oder für Deduktionsprofis zu empfehlen.

  • schönes, hochwertiges Material
  • kniffliges Deduktionsspiel
  • Wiederspielreiz durch neue Herausforderungen
  • Stifte wurden weggespart
  • Glückskomponente
  • Räumliches Vorstellungsvermögen nicht für jeden geeignet

Ja, Orapa Space erinnert auch mich ein bisschen an Schiffe versenken, aber deutlich komplexer und mit mehr Wiederspielreiz. Das Thema „Weltall vermessen“ kommt wie auch schon das seismische Wellen zum Untergrund erkunden beim Vorgänger Orapa (Mine) nicht wirklich durch. Es bleibt ein eher abstraktes Spiel, was für mich jedoch dem Spielspaß keinen Abbruch tut. Das ganze in einer kompakten kleinen Schachtel – perfekt für unterwegs.

Das Materialupgrade im Vergleich zu Orapa (Mine) hat sich sehr gelohnt. Kein ständiges verrutschen mehr, direkt 4 übersichtliche Spielerhilfen und auch der zusätzliche Satz an Planeten zum rumprobieren ist eine sinnvole Ergänzung. Nur an den Bleistiften wurde – warum auch immer – gespart.

Wer also gerne Deduktions-/Logikspiele auf einem guten Kennerniveau mag, sollte sich Orapa Space definitiv mal anschauen.

AUTOR: Junghee Choi, Wanjin Gill
ARTIST: Wanjin Gill
VERLAG:
Nice Game Publishing (orig. Playte)
ERSCHEINUNGSJAHR: 2026

2 (- 5) Spielende

8+ Jahre

20 Min.

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