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Brettspiel News – Excursions: Galactic Cruise in einer Stunde?

Die Nachricht ist schon ein paar Wochen alt, aber ich bin erst jetzt darüber gestolpert – und sie ist definitiv einen Beitrag wert. Mit Excursions erscheint eine Reimplementierung von Galactic Cruise, die von Kinston Key Games entwickelt wird. Und zwar nicht einfach eine abgespeckte Version, sondern – wenn die ersten Stimmen stimmen – ein eigenständiges Spiel, das die DNA des Originals trägt, aber eigene Wege geht.

Das Thema: Kreuzfahrten im Weltall

In Excursions schlüpfen die Spielerinnen und Spieler in die Rolle von Kreuzfahrtdirektoren auf einer futuristischen Raumstation. Von dort aus plant man spezialisierte Reisen, wirbt Gäste an, rüstet die eigene Flotte auf und versucht, die Passagiere mit den passenden Destinationen zusammenzubringen. Wer am Ende die meisten Siegpunkte gesammelt hat, wird zum „Cruise Director Extraordinaire“ gekürt – und sichert sich den begehrten Employee-of-the-Year-Bonus.

Wie soll es sich spielen?

Der aktive Spieler wählt eine von sieben Aktionen rund um die Raumstation – darunter das Bauen von Entwicklungen, das Bewerben von Gästen, das Entdecken neuer Ausflüge oder das Entsenden von Gästen auf ihre Traumreise. Der entscheidende Kniff: Alle Spieler führen die gewählte Aktion gleichzeitig aus, aber der aktive Spieler erhält eine stärkere Version davon plus einen Bonus – ein klassisches „I choose, you follow“-Prinzip. Die Stärke des Bonus variiert je nach Rotation der Raumstation, was dem Aktionswahlmechanismus eine taktische Tiefe verleiht.

Wer mit einer gewählten Aktion wenig anfangen kann, hat die Möglichkeit, über eigene Developments Aktionen zu verknüpfen und sich so mehr Spielraum zu verschaffen. Das reduziert die Frustration bei ungünstigen Aktionswahlen erheblich.

Reimplementierung – aber warum?

Der Verlag selbst bezeichnet Excursions als Reimplementierung von Galactic Cruise – ähnlich wie etwa Ark Nova und Sanctuary oder Race for the Galaxy und seine Ableger zueinander stehen. Mehrere Mechanismen, darunter das Bauen von Developments und das Starten von Schiffen, sind direkt aus dem Original übernommen. Das Spielgefühl soll vertraut wirken, ohne eine bloße Kopie zu sein.

Erste Stimmen aus dem Playtest-Umfeld beschreiben genau das: Wer Galactic Cruise kennt, findet sich sofort zurecht. Wer neu einsteigt, hat keinen übermäßig schweren Regeleinstieg. Designer Ben Rosset und das Team bei Kinston Key Games haben offenbar gezielt darauf geachtet, dass kein „verwässertes“ Original entsteht, sondern ein Spiel mit eigenem Charakter.

Was bleibt, was ist neu?

Excursions behält die variablen Setups, unterschiedliche Unternehmensziele und eine Auswahl an Technologien. Der vertraute Ablauf – Kreuzfahrt planen, Gäste anwerben, Farben und Destinationen smart kombinieren – ist ebenfalls erhalten. Neu sind vor allem die simultane Aktionsauswahl und die deutlich kürzere Spielzeit: rund zwei Stunden, gegenüber den vier oder mehr Stunden, die Galactic Cruise erfordern kann. Damit adressiert Excursions eine der häufigsten Hürden beim Original: die Einstiegshürde durch Komplexität und Dauer.

Fazit

Excursions klingt nach einem der selteneren Fälle, in denen eine Reimplementierung tatsächlich einen eigenen Daseinszweck hat. Für eingefleischte Galactic-Cruise-Fans als kürzere, flüssigere Alternative. Für Neulinge als zugänglicher Einstieg in eine faszinierende Spielwelt. Die physische Version soll noch in diesem Jahr erscheinen – ich bin gespannt, ob das Spiel am Tisch hält, was die frühen Playtests versprechen.

Quellen:

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