StartAllgemeinGreedy Goose - REVIEW | Rezension Brettspiel

Greedy Goose – REVIEW | Rezension Brettspiel

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Ob Gänse wirklich so gierig sind und den Hals nicht voll bekommen können, kann ich nicht beurteilen. In Greedy Goose, einem kleinen Kartenspiel von Amigo, schlüpfen wir jedenfalls in die Rolle von hungrigen Gänsen, die sich auf der Suche nach leckeren Snacks befinden. Damit dürfen wir es jedoch nicht übertreiben, denn ist der Schnabel zu voll, fällt einiges wieder runter und wir müssen mit dem Sammeln von vorne anfangen…

Carina


Greedy Goose ist ein Kartenspiel. Auf den Karten sind Gänse abgebildet, die sich die unterschiedlichsten Snacks einverleiben. Es gibt sie in fünf Farben: Die blauen Karten tragen den Zahlenwert 1, die roten die 2, die gelben und grünen tragen jeweils den Wert 3 und die lila Karten den Wert 4. Die Karten möchten wir auf der Hand sammeln und bis zum Ende durchbringen, um Punkte dafür zu kassieren.

Von jeder Sorte darf man aber nur die Menge auf der Hand sammeln, die dem aufgedruckten Kartenwert entspricht. Eine 1er-Karte darf ich nur einmal haben, eine 2er-Karte zweimal usw. Wird diese Anzahl überschritten, muss ich alle Karten dieser Sorte abwerfen. 

Zu Spielbeginn werden alle Gänse- und Aktionskarten gut gemischt und in der Tischmitte verdeckt auf einem Haufen verteilt. Anschließend zieht jeder noch drei Handkarten vom Haufen. 

Bin ich am Zug, muss ich zunächst eine Karte in der Tischmitte aufdecken und offen liegen lassen.

Decke ich eine Snackkarte auf, habe ich folgende Möglichkeiten:

  • Ich mache weiter und decke eine weitere Karte auf. Diese Option kann ich so lange durchführen, bis eine zweite Karte des gleichen Typs aufgedeckt wird. Dann muss ich alle aufgedeckten Karten auf die Hand nehmen und schauen, ob ich ein Snacklimit überschritten habe und ggf. Karten abwerfen.
  • Ich darf aufhören und alle Karten auf die Hand nehmen, die ich bisher aufgedeckt habe. Dann überprüfe ich wieder das Snacklimit und werfe ggf. Karten ab.
  • Ich kann passen und die offen liegenden Karten für den nächsten Mitspielenden liegen lassen.

Decke ich eine Aktionskarte auf, kann ich entweder einem Mitspielenden eine Karte verdeckt stehlen oder einem beliebigen Spieler eine Karte von meiner Hand schenken. Ich kann die Aktion aber auch verfallen lassen. Danach kann ich mit meinem Zug fortfahren.

So wird reihum gespielt, bis alle Karten in der Mitte aufgedeckt und verteilt wurden. Nun wird geschaut, wer die meisten Karten bis zum Ende auf der Hand behalten konnte und wie viele Punkte sich daraus ergeben. Jede Karte ist einen Punkt wert, die Karte mit dem Zahlenwert 1 ist 3 Punkte wert. Wer die meisten Punkte erzielen konnte, gewinnt Greedy Goose. 

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu Amigo)


Greedy Goose heißt dieses Spiel nicht umsonst. Während wir noch in unserer ersten Partie in bester “push your luck”-Manier gierig eine Karte nach der anderen aufdecken, um die größte und damit vermeintlich beste Ausbeute zu erzielen, lernen wir schnell dazu. Denn immer sitzt uns das Risiko im Nacken, dass wir uns überreizen – und das passiert garantiert! Dann ärgern wir uns über unsere eigene Gier, aber die Mitspielenden werden daran ihre helle Freude haben…

Lernkurve

In der ersten Partie lernen wir also, dass wir etwas überlegter an die Sache rangehen sollten und erkennen, dass man Greedy Goose auch durchaus strategisch angehen kann: 

Beispielsweise, indem ich – gar nicht gierig – nur eine Karte aufdecke und diese dann auch nehme, um meine Kartenhand nur langsam aufzubauen und kurz vor dem Snacklimit zu halten. Ebenso kann es Sinn machen, in der Mitte des Spiels das Limit kontrolliert zu überschreiten, ordentlich Karten loszuwerden und dann aber wieder neu zu sammeln, um am Ende mehr Karten durchzubringen. Zum richtigen Zeitpunkt zu passen ist ebenfalls eine gute Option. Dann steigt das Risiko für die nächste Person in der Runde ganz erheblich, Karten aufnehmen zu müssen, die nicht gewünscht sind und das gegnerische Snacklimit zum Platzen bringen.

Nimm Du doch!

Die letztgenannte Option wird vermutlich am häufigsten genutzt. Karten liegen lassen und hoffen, dass der oder die nächste sie nehmen muss. Die Kartenauslage gleicht dann der sprichwörtlich heißen Kartoffel, die schnell weitergereicht wird und, wenn man großes Pech hat, noch umfangreicher wieder bei einem selbst ankommt. Wenn man sie dann selber nehmen muss, ist die Schadenfreude groß und der Trashtalk am Tisch garantiert. Greedy Goose ist daher überraschend konfrontativ und wer mitspielt, sollte mit Frust umgehen können. Aber genau das macht auch den Reiz des Spieles aus. Ob es aber in Familienrunden mit Kindern gut ankommt, hängt von der Frustrationstoleranz der Beteiligten ab. 

Ein Geschenk für Dich

Auch die untergemischten Aktionskarten wollen schlau genutzt werden. Sie bringen nicht nur eine weitere Portion Interaktion in die Partie. Hier und da ist es sehr hilfreich, eine Karte zu verschenken, da man sonst schnell ein Snacklimit überschreitet. Dass Karten aus der Hand von anderen gezogen werden, kommt dagegen eher selten vor. Da fliegt die Aktionskarte häufig ungenutzt aus dem Spiel. 

Unverhofft kommt oft

Aber letztendlich gilt: Egal wie strategisch man versucht, an Greedy Goose heranzugehen – der Moment wird kommen, in dem etwas Unerwartetes passiert. Du deckst schon mit der zweiten Karte einen doppelten Snack auf, die weitergeschobenen Karten kommen wieder zu Dir zurück oder durch eine Aktionskarte erhältst du genau das unpassende Geschenk. Und schon sind Deine Pläne durchkreuzt. Das Ganze bleibt ein Glücksspiel…

  • Klein, aber oho – mehr Spielreiz als man erwartet
  • Flottes Spieltempo
  • Viel Interaktion
  • Kann ganz schön gemein sein
  • Aktionskarte stehlen wird kaum genutzt
  • Dass es zwei Sets für die 3er gibt, muss immer gesondert erläutert werden

Greedy Goose bietet während der ersten Partie eine schöne Lernkurve. Man erkennt während der Partie, was es mit dem „Greedy“ im Spieltitel auf sich hat und dass es eben nicht so sinnvoll ist, allzu gierig an die Kartenauslage heranzugehen. 

Neben vielen Zufallselementen bietet das kleine Kartenspiel aber auch die Möglichkeit, ein wenig strategisch an das Kartenmanagement heranzugehen. Auf diese Weise lassen sich die Gemeinheiten der Mitspielenden und die Glückselemente ein wenig umschiffen, so dass man am Ende mit den meisten Punkten das Spiel gewinnt. 

Greedy Goose bietet während der ersten Partie eine schöne Lernkurve. Man erkennt während der Partie, was es mit dem „Greedy“ im Spieltitel auf sich hat und dass es eben nicht so sinnvoll ist, allzu gierig an die Kartenauslage heranzugehen. 

Neben vielen Zufallselementen bietet das kleine Kartenspiel aber auch die Möglichkeit, ein wenig strategisch an das Kartenmanagement heranzugehen. Auf diese Weise lassen sich die Gemeinheiten der Mitspielenden und die Glückselemente ein wenig umschiffen, so dass man am Ende mit den meisten Punkten das Spiel gewinnt. 

Greedy Goose ist interaktiv und ein bisschen gemein, aber es ist flott gespielt, so dass man sich in einer Revanchepartie sicher einfach rächen kann. 

AUTOR: George Feledichuk, David Rudow, Leo Taylor
ARTIST: René Amthor
VERLAG:
Amigo
ERSCHEINUNGSJAHR: 2026

2-6 Spielende

8 Jahre

20 Min.

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