StartAllgemeinWhispwood - REVIEW | Rezension Brettspiel

Whispwood – REVIEW | Rezension Brettspiel

Eine Katze nachts im Wald umgeben von possierlichen Waldgeistern: Das Cover vom Brettspiel Wispwood finde ich schön anzusehen. Das hinter dem Cover befindliche Plättchenlege-Spiel gefällt mir allerdings nochmal deutlich besser.

Björn


Bei Wispwood legen wir in drei Runden Plättchen aus, startend mit einem 4×4 Raster bis zu einem 6×6 Raster in der dritten Runde. Dabei nehmen wir uns in unserem Zug ein Plättchen vom Tableau. Der Waldgeist auf dem Plättchen ist für die Punktewertung wichtig. Allerdings befinden sich neben dem Plättchen zwei Tetris-Formen eine der beiden muss ich in mein eigenes Raster legen. Die Form bilde ich, in dem ich weitere Plättchen mit Waldsymbolik nutze, um mit dem Waldgeistplättchen diese Form im Raster abzubilden.

Ist mein Raster nach einer Anzahl Züge voll oder jemand vor mir fertig, punkten so dann unsere Waldgeister. Jeder Typ punktet anders, einige wollen in Gruppen zusammen sein, andere möchte Abstand zum eigenen Waldgeisttypen haben und so erhalten wir entsprechend Punkte.

Für die nächste Runde werden nur die Waldplättchen entfernt, die Waldgeister bleiben liegen, das Raster wird etwas größer und wir starten von vorne.

Und was ist mit der Katze?
Diese in Teilen etwas durchgeknallt blickenden Schmusetiger sind der Startpunkt unseres ersten Rasters und von dort muss alles beginnen. Ist auch klar, schließlich trifft unsere Katze beim Ausflug in den Wald eben jene Geister, da sollten sie sich auch schonmal beschnüffeln dürfen.

Nach drei Runden gewinnt, wer die meisten Siegpunkte abgeräumt hat, dabei bleibt unklar, ob die Katze es aus dem Wald dauerhaft rausschafft oder bei ihren neuen Kumpeln bleibt.

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu CGE)


Wispwood ist eine schöne Puzzleaufgabe und mit den möglichen Variationen, wie die einzelnen Waldgeister punkten ein schönes Spiel für mehrere Partien. Dass die Aufgabe in sich Runde für Runde kniffliger wird, weil die Fläche zwar etwas größer wird, aber die Waldgeister der Vorrunde liegen bleiben, macht es stufenweise komplexer und damit auch eine steigende Herausforderung innerhalb des Spiels. 

Mich hat die Aufgabe direkt eingenommen und auf Grund der Leichtigkeit sind es etliche Partien direkt hintereinander geworden. Die Interaktion ist in Teilen gegeben, wenn man sich ein Plättchen und damit verbunden die Form schnappt, die auch ein anderer gerne haben wollte, ansonsten kann man sich ganz auf seinen Wald und seine Geister konzentrieren. Es ist entspannt und genau dieser kurze Moment der Grübelei, der nicht anstrengt, sondern zu spielerischer Entspannung führt.

Dass wachsende Raster und das einzelne Plättchen Runde für Runde liegen bleiben, kann beim Aufräumen schon einmal mit Vorsicht zu genießen sein – kein Plättchen verschieben, einen guten Blick dafür haben, wie viele Plättchen ich noch wo legen kann. Zwar liegt dem Spiel eine Leiste pro Spieler bei, mit der man eine grobe Orientierung hat, richtig flüssig und gut lief es in meinen Runden aber nicht immer.

Bei der Wertung kam es auch zu Interpretationsfehlern, eine ausführliche Erklärung pro Zielkarte im Regelheft wäre gut, hier sind nur einzelne Karten explizit erklärt, der Rest rudimentär.

  • Schöne Puzzleaufgabe
  • Varianten für Punktewertung hoch genug für mehrere Partien
  • Genug Denkaufgabe für einen entspannten Einstieg in den Spieletag
  • Überblick bei freiliegenden Plättchen im eigenen Raster zu behalten kann mitunter schwerfallen
  • Interpretationsspielraum bei den verschiedenen Zielkarten
  • Die unterschiedlichen Waldgeisterarten sind trotz Varianten unterschiedlich stark beim Punkten

Ich kann dieses Spiel jenen empfehlen, die eine knifflige und trotzdem entspannte Puzzleaufgabe beim Plättchenlegen genießen wollen. Wer mehr Interaktion braucht oder auch mehr Thema, der ist bei diesem Spiel nicht gut aufgehoben. Die Waldgeister könnten auch jedes andere Thema darstellen und die Katzen sind zwar etwas irre und niedlich, eine Story hat das Spiel dadurch nicht erhalten. Dass die Plättchen unter Schwarzlicht leuchten ändert daran auch nichts. Wispwood zieht erst einmal nicht aus, weil es kurzweilig verfängt, es einen Wohlfühlcharakter verbreitet und den Kopf gerade so anstrengt, dass es ein bisschen kribbelt, aber nicht schmerzt.

AUTOR: Reed Ambrose
ARTIST: Štěpán Drašťák
VERLAG:
CGE / HeidelBÄR Games
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

1-4 Spielende

10 Jahre

45 Min.

Zweite Meinung – Christoph

Mir hat das Spiel sogar noch einen Tick besser gefallen, als Björn und würde das Spiel häufiger auch aktiv auf den Tisch bringen.

Wispwood empfehle ich all jenen, die eine knifflige und trotzdem entspannte Puzzleaufgabe beim Plättchenlegen suchen. Die hohe Variabilität durch unterschiedliche Zielkarten und Plättchenauslagen sowie die Runde für Runde wachsende Komplexität sorgen für viel Wiederspielreiz – wer mag, kann sogar mehrere Züge vorausplanen. Da alle mit denselben Aufgaben unterwegs sind, lohnt es sich, die Nachbarn im Blick zu behalten. Wer hingegen tiefe Interaktion oder ein starkes Thema sucht, ist hier falsch: Die Waldgeister könnten auch alles andere darstellen, und das Schwarzlicht ändert daran nichts. Wispwood verfängt kurzweilig, verbreitet Wohlfühlcharakter und strengt den Kopf gerade so an, dass es ein bisschen kribbelt – aber nicht schmerzt.

Hier sind auch einige Promokatzen abgebildet. Im Basisspiel gibt es sechs Katzen.

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