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REVIEW | Rezension Brettspiel Nimalia

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Das Brettspiel Nimalia folgt, wie viele Spiele, dem beliebten Motto: „Tiere“ gehen immer als Thema für Familienspiele. Ja, das stimmt, aber meistens ist es austauschbar. Das austauschbare Thema ist aber eine der wenigen Schwachstellen, die man Nimalia vorwerfen kann. Sonst schneidet es ziemlich ordentlich ab, wie Ihr im Folgenden lesen könnt.

Carina Brachter


SPIELBESCHREIBUNG

Nimalia ist ein Kartenlegespiel, das über fünf Runden gespielt wird. In jeder dieser Runden erhalten wir drei Handkarten, die wir draften. Wir wählen also eine Karte aus den dreien aus und wenn alle gewählt haben, legen wir diese in unsere persönliche Auslage. Die erste Karte dürfen wir einfach so bauen, bei den folgenden Karten müssen wir beachten, dass wir immer Felder auf bereits ausliegenden Karten überdecken müssen. 

Die Karten sind nämlich jeweils in Viertel unterteilt, auf denen Landschaftsarten oder Tiere abgebildet sind. Dies sind 

  • Landschaft See mit entweder Krokodil oder Flamingo
  • Landschaft Dschungel mit Panda oder Gorilla
  • Landschaft Eis mit Pinguin oder Eisbär
  • Landschaft Wüste mit Giraffe oder Löwe.
  • Hinzu kommt der Fluss auf allen Landschaftsarten mit dem Otter.

Wir platzieren unsere Karten, Landschaften und Tiere so, dass wir bei den fünf Rundenwertungen möglichst viele Punkte erzielen. Was in den jeweiligen Runden gewertet wird, ist unterschiedlich. Es liegen aber bei jeder Partie vier Aufgabenkarten aus, die wie folgt gewertet werden:

  • In der ersten Runde Karten 1 und 2.
  • In der zweiten Runde Karten 2 und 3.
  • In der dritten Runde Karten 4 und 1.
  • In der vierten Runde 2, 3 und 4.
  • In der fünften Runde 3, 4 und 1.

Die Aufgabenkarten sind in jeder Partie aus 22 Aufgaben variabel wählbar. Die Aufgaben beziehen sich immer darauf, dass Tiere, Landschaftsarten oder Fluss in bestimmter Kombination gelegt werden müssen oder eine bestimmte Anzahl oder eine Mehr- oder Minderheit Punkte bringt. 

Wichtig ist, dass wir bei dem Platzieren der Karten auch nie das Raster von 6×6 Vierteln auf den Karten überschreiten. Es ist daher zwingend notwendig, immer mal wieder Karten zu überdecken, die wir aber später nochmal für eine lukrative Wertung benötigen. Wer hier am geschicktesten handelt und nach fünf Runden die meisten Punkte auf der Siegpunktleiste abtragen konnte, gewinnt Nimalia.



AUTOR: William Liévin ■ ILLUSTRATIONEN: Pauline Détraz
VERLAG: Pegasus Spiele ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2023

2-4 Spieler

ab 8 Jahren

ca. 30-45 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu )


SPIELGEFÜHL

Nimalia ist in vielerlei Hinsicht sehr gelungen. Wer ein Spiel sucht, das auf einem leichten Level gut zu unterhalten weiß, weil es einen vor knifflige, aber nicht unlösbare Aufgaben stellt, ist hier optimal aufgehoben.

In Nimalia bauen wir ein Tierreservat auf, in dem die Tiere in Harmonie leben sollen. Thematisch absolut austauschbar sicherlich, aber mit dem Thema „Tiere“ macht man nunmal nie etwas falsch und spricht die aufgedruckte Zielgruppe „Familie“ auch garantiert zielsicher an. Die Illustrationen sind ebenfalls optimal für diese Zielgruppe. Ansprechende Tierzeichnungen und klar voneinander abgrenzbare Landschaftsarten machen das Erkennen leicht.  

Viel Spiel in kleiner Schachtel

Als erstes hat mich am Spiel begeistert, dass es in dieser kleinen Schachtel daherkommt. Als Vielspieler kommt man doch immer schnell an räumliche Grenzen und freut sich, wenn man viel Spiel in wenig Schachtel findet. Diesbzgl. ist Nimalia eine absolute Granate. Denn das Spiel zeichnet sich durch einen schönen Kniff aus, der ihm auch den notwendigen Wiederspielreiz gibt, um interessant zu bleiben.

Der Kniff von Nimalia besteht im Raummanagement, darin, möglichst optimal mit den Karten und den Rundenwertungen zu agieren. Was ich damit meine?

Angenommen, ich habe u.a. die Aufgabe, ein möglichst großes Gebiet aus Wüstenfeldern zu bauen, weil ich für jedes Feld Punkte in den Runden 1, 3 und 5 erhalte. Dann kann ich diese Aufgabe in den Runden 2 und 4 zwar vernachlässigen und ggf. Wüstenfelder überbauen, um in den jeweiligen Aufgabenkarten der aktuellen Runde besser abzuschneiden. Dafür kann ich jetzt erstmal Wüsten überbauen, allerdings möchte ich dann in der nächsten Runde wieder meine Wüstenfelder in den Fokus nehmen… Tja, Ihr seht schon. So einfach ist das nicht, aber auch nicht unlösbar!

Glück und Lehrgeld

Natürlich spielt auch das Glück bei Nimalia eine Rolle. Bekomme ich einfach nicht die richtigen Karten mit den benötigten Tieren oder Landschaftsarten, kann ich noch so geschickt meine Auslage gestalten und meine Pläne gehen doch nicht auf. Aber es bleiben dann immer noch weitere drei Aufgaben, auf die ich mich konzentrieren kann. 

Natürlich zahle ich in der ersten Partie Lehrgeld und lerne ggf. schmerzvoll, was ich in der nächsten Partie besser machen sollte. Aber das alles überfordert niemanden, die Entscheidungen, die ich zu treffen habe, sind schön knifflig, aber bleiben im Rahmen.

Schön abwechslungsreich und ein wenig skalierbar

Dadurch, dass ich in jeder Partie andere Aufgabenkarten nutzen kann, habe ich zahlreiche Möglichkeiten, das Spiel anders zu gestalten. Da die Aufgabenkarten doppelseitig bedruckt sind, sind aber leider nicht alle Kombinationen möglich. Bei einigen ist das aber sicherlich so beabsichtigt, da sich die Wertung auf Vorder- und Rückseite der Karte wiedersprechen oder ausschließen. Dennoch ergeben sich genügend Kombinationsmöglichkeiten, die man nach und nach durchspielen kann. Dabei ist es möglich, die Anforderungen auch langsam zu steigern, da die Aufgabenkarten – erkennbar durch den Aufdruck von Blättern – in drei unterschiedliche Schwierigkeitsstufen aufgeteilt ist. 

Wie lange der Wiederspielreiz aber auch nach vielen Partien noch trägt, kann ich derzeit noch nicht beurteilen – dazu ist das Spiel noch zu frisch.

Alles durchdacht!

Die Regeln von Nimalia sind übersichtlich, schnell gelesen und verstanden. Bis auf einen kleinen fehlerhaften Texttausch in der Beschreibung von zwei Aufgabenkarten ist alles auf kleinem Raum sehr gut beschrieben. Man kann das Spiel auch prima erklären und neuen Mitspielenden vermitteln.

Das Spielmaterial ist schön gestaltet, die Karten habe eine gute Qualität und ich finde alles gut durchdacht. Die Wertungssystematik ist das am schwersten zu verstehende Spielelement, aber mit der Rundenkarte gut gelöst. Auch der Rundenanzeiger ist hilfreich, da so immer die aktuelle Runde markiert werden kann und auf ihm auch die aktuelle Draftrichtung dargestellt wird, die man sonst gerne mal vergessen würde. 

Allein die Siegpunktleiste, die aus mehreren Karten zusammengestellt wird, ist bisweilen ein wenig instabil und rutschig, aber das bleibt alles im Rahmen. Auch für 50er oder 100er Wertungsplättchen ist gesorgt. 


Zusammenfassung

Nimalia ist ein Kartenlegespiel, das den Spielenden abwechslungsreiche Aufgaben stellt, die nicht so einfach lösbar sind, aber dabei nicht in den Kennerbereich abdriftet. Der schöne Kniff, dass wir unsere Auslage gut durch die jeweiligen Rundenwertungen managen und dies auf einem begrenzten Raum erledigen müssen, macht jede Runde interessant. 

Die Aufgabenkarten sind dabei variabel und in unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen wählbar, so dass der Anspruch individuell nach Kenntnissen der Spielenden angepasst werden kann.

Dadurch, dass das Spielmaterial so gut durchdacht ist, passt es in die kleine Schachtel und dadurch, dass das Spielmaterial zudem variabel ist, bietet es auch einen schönen Wiederspielreiz. Das macht Nimalia zu einem tollen Geschenk oder optimalen Urlaubsspiel für die kommende Sommersaison!  

  • Originelles Wertungssystem, das uns immer wieder zu kniffligen Entscheidungen zwingt
  • Ansprechende und klare Gestaltung
  • Richtig gut durchdachtes Spielmaterial in kleiner Schachtel
  • Hat Glückselemente, die einem die Pläne verhageln können
  • Etwas instabile Wertungsleiste
  • Wenig Interaktionselemente 

Aus meiner Spielerperspektive: Nimalia hat mich allein schon durch die Größe der Spielschachtel begeistert, denn je kleiner gute Spiele sind, desto eher haben sie Chance, in der Sammlung zu bleiben, da man für sie immer noch einen Regalplatz findet.

Aber natürlich überzeugt mich Nimalia auch durch den schönen Wertungskniff. Ach, wie herrlich lässt sich hadern und überlegen, ob man sich eine tolle Wertungsmöglichkeit für die nächste Runde durch eine Wertungsmöglichkeit in der aktuellen Runde kaputtmachen soll. Das hat mich und viele Mitspielende vom Spiel überzeugt. 

3 COMMENTS

  1. Die Regeln von Nimalia sind übersichtlich, schnell gelesen und verstanden. Bis auf einen kleinen fehlerhaften Texttausch in der Beschreibung von zwei Aufgabenkarten?????

    BITTE um genauere Angabe wo befindet sich der Fehler im Text??
    uns ist er bis jetzt nicht aufgefallen – DANKE und erfreuliche Zeit am Spieltisch

    • Die Beschreibung zu der dritten und der vierten grünen Auftragskarte sind vertauscht. Der Text mit den Flamingos und den Krokodilen gehört jeweils zu der anderen Karte, auf der die jeweiligen Tiere auch abgebildet sind.

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