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Sonntag, Oktober 24, 2021
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REVIEW | Rezension Brettspiel Das perfekte Wort

Für Wortspiele braucht man nicht zwangsläufig ein bestimmtes Faible, aber schaden kann es nicht. Nicht jeder mag sie und einige geraten bei der Ankündigung, dass „wir nun ein Wortspiel spielen“, unter einen gewissen Druck. Wenn dann noch eine Sanduhr auf den Tisch gestellt wird, triggert das bei dem einen oder der anderen den Fluchtinstinkt.

Ob das bei „Das perfekte Wort“ auch so ist, schauen wir uns nun gemeinsam an.

Carina Brachter


SPIELBESCHREIBUNG

Jeder Spieler erhält ein Blatt vom Block. Zunächst wird der Wert für die Vokale in diesem Spiel festgelegt. Dafür wird eine Karte gezogen und die Werte der Vokale werden auf das Spielblatt übertragen.

Gespielt wird über neun Runden. Der Stapel mit den Buchstabenkarten wird gemischt, die Sanduhr (Länge eine Minute) bereitgestellt. 

Dann geht es los und die erste Karte des Nachziehstapels wird umgedreht. Vor den Spieler:innen liegen nun ein Anfangsbuchstabe und auf der Rückseite der ersten Karte findet man die Vorgabe zur Wortlänge, die zwischen fünf und neun Buchstaben liegen kann.

Die Uhr wird umgedreht und alle Spieler suchen nun ein Wort, das mit dem vorgegebenen Anfangsbuchstaben beginnt und möglichst auch über die geforderte Wortlänge verfügt. 

Haben alle Spieler:innen ein Wort gefunden oder ist die Uhr abgelaufen, wird ausgewertet. Kann man ein gültiges Wort nach Dudenstandard vorweisen, so gibt es Punkte, ebenso zusätzlich, wenn man die vorgegebene Länge erreicht hat. Wird noch einer oder mehrere der vorgedruckten Buchstaben an der richtigen Stelle in das Wort integriert, wird auch das mit Punkten belohnt.

Weitere Punkte können die Spieler:innen erhalten, wenn sie Bonusbuchstaben wie W oder Z oder Bonusbuchstabenkombinationen wie CH oder NG in dem Wort verwenden. 

Wer nach neun Runden und der Addition aller Punkte die meisten vorweisen kann, gewinnt das Spiel.

Auf der Rückseite des Blocks findet sich eine Profi-Variante, die weitere Bounspunkte für das Verwenden bestimmter Buchstaben bietet. 

Außerdem kann das Spiel in der normalen und der Profi-Variante auch solo  gespielt werden.



AUTOR: Moritz Dressler ■ GRAFIKER: Kreativbunker
VERLAG: moses. ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2021

spieler

1-6 Spieler

alter

ab 8 Jahren

zeit

ca. 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu )


SPIELGEFÜHL

Das perfekte Wort ist schnell verstanden. Die Spielregel ist gut geschrieben und die Mechanismen lassen sich gut an Mitspieler:innen weitervermitteln. Viele Fragen beantwortet auch das übersichtlich gestaltete Spielblatt, was bei der Regelerklärung unterstützt. Generell ist das Spiel schön designt, sofern man bei einem Wortspiel so etwas sagen kann. 

Schade ist, dass in der schön ausgestalteten, aber etwas schwergängigen Spielbox nicht auch noch ein paar Bleistifte untergebracht worden sind. Platz wäre durchaus da gewesen. 

Grundsätzlich spielt sich „Das perfekte Wort“ sehr schnell und geschmeidig. Kennt man das Spiel, ist man auch in zehn Minuten damit durch, da man die vorgegebene Zeit der Sanduhr dann gar nicht ausnutzen muss. Sind alle fertig mit der Wortsuche, kann man direkt mit der Auswertung beginnen. Hier wird auch meist nur wenig diskutiert. Die Spieler:innen wissen selber meist genau, wenn die Kreativität mit ihnen durchgegangen ist und das Wort nicht gewertet werden kann.

Kniffelig wird es, wenn das Umdrehen der Sanduhr eine Blockade auslöst und einem partout kein Wort mit „K“ und acht Buchstaben einfallen will. Und los geht die Panik: Wieso überhaupt K, es gibt doch gar keine Worte mit K…  oder doch? Warum fällt mir gerade GAR KEINES ein? Ahhhh, die Sanduhr ist schon halb abgelaufen, alle anderen schreiben. Da wird doch sicher was sein in meinem Kopf. Ja! Kuh. Verdammt, drei Buchstaben. Das ist zu wenig! Kuhhandel? Zu lang! Nur noch wenige Sandkörner…. Kuhmilch? Ja, Kuhmilch! Die Rettung!! 

Beim Spiel tritt schnell ein Trainingseffekt ein. Spätestens bei dritten Wort läuft  das Hirn bereits geschmeidiger und man spürt, wie die Kreativität angeregt wird. Es kann dann noch etwas hinderlich sein, dass man sich von den vorgedruckten Buchstaben, die man optional in die Worte einbauen kann, zu sehr ablenken lässt. Die Buchstaben möchte man ja gerne verwenden, sie stehen schon gut sichtbar auf den Blättern. Sie bewusst auszublenden, fällt vielen nicht so leicht. Vielleicht hätten sie noch etwas heller und zurückhaltender gedruckt werden sollen, damit sie nicht zu sehr dominieren. Natürlich will man die Zusatzpunkte ergattern, aber der Grat zwischen „das perfekte Wort“ und „keinem Wort“ ist schmal.

Man sollte „Das perfekte Wort“ auch nicht zu häufig hintereinander spielen, da geübtere Spieler sonst gerne Worte wiederverwenden. Man legt im Kopf ein eigenes Kataster für lange Worte an, die beispielsweise mit S, F, B oder K beginnen und ruft diese immer wieder ab. Dies würde dann neue Mitspieler ein wenig frustrieren – es sollen doch alle die gleichen Chancen haben.

Spielt man es nicht täglich, bietet es genügend Abwechslung, da die Mischung der Karten für die notwendige Varianz sorgt.

Schön ist auch die Option für ein Profi-Spiel auf der Rückseite. Hier kommen noch Pfeile ins Spiel, die auf andere Buchstaben zeigen, die man selber einträgt oder bereits eingetragen hat. Sie bringen zusätzliche Bonuspunkte, sofern man anstelle des Pfeils den jeweiligen Buchstaben verwendet. Wer also vom Wortesuchen nicht genug bekommen kann, kann hier seine Fähigkeiten weiter optimieren.


Zusammenfassung

Wortspiele bringen auch Wenigspieler an den Tisch und auch „Das perfekte Wort“ hat das Potential, an Feiertagen – sofern man diese wieder in größerer Runde miteinander verbringen kann – alle Generationen an einen Tisch zu bringen. Die Spielzeit ist überschaubar, das passt für alle. 

Das perfekte Wort ist toll für alle, die Wortspiele mögen. Es ist aber auch gut verträglich für alle, die es damit nicht so haben, denn die gestellten Aufgaben überfordern nicht. Man kommt gut rein, die Regeln sind verständlich, die Herausforderungen lösbar.

Es bringt genügend Varianz und mit der Profi-Variante Steigerungspotenzial mit, um mit jedem neuen Spiel wieder interessant zu sein.

  • Klare Regeln, sehr zugänglich
  • Fördert Kreativität und Wortschatz 
  • Auch sehr gut online spielbar!
  • Stifte wären schön gewesen
  • Nichts für Menschen, die das Genre „Wortspiele“ nicht mögen
  • Varianz bei den Bonuspunkten auf der zweiten Seite des Blocks/Rückseite wäre schön gewesen

Aus meiner Spielerperspektive: Ich mag Wortspiele und daher ist „Das perfekte Wort“ genau mein Ding. Ich würde es jederzeit mitspielen und auch immer vorschlagen, wenn man sich in einer Runde mit Wenigspielern trifft. 

Gegenüber anderen Wortspielen überzeugt es durch seine Zugänglichkeit, seine klare Gestaltung und die kurze Spieldauer. Daumen hoch!

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