Home Jahr 2022 REVIEW | Rezension Brettspiel Chaos im Museum

REVIEW | Rezension Brettspiel Chaos im Museum

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Man sollte doch meinen, in Sachen Brettspiel Quizspiele sei doch mittlerweile alles erfunden, was denk- und machbar ist. Und dann kommt doch wieder ein Spiel mit einem neuen Kniff um die Ecke!

So auch bei Chaos im Museum, wo die Antworten sprichwörtlich in einem Chaos von 300 Exponaten auf dem Tisch liegen… 

Carina Brachter



AUTOR: Karoline und Morten Weber ■ ILLUSTRATIONEN: Gabor Racsmany
VERLAG: frechverlag GmbH ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2022

2-8 Spieler

ab 8 Jahren

ca. 30-60 Minuten

Spielregeln (ext. Link zum Frechverlag )


SPIELGEFÜHL und FAZIT

Chaos im Museum bringt 150 beidseitig bedruckte Fragekarten in den fünf Kategorien AlltäglichesGeschichteKulturTechnik und Natur sowie 300 kleine Pappplättchen mit gezeichneten Abbildungen mit. All diese kleinen Bilder sind Antworten auf die Fragen im Spiel, denn wenn eine Frage vorgelesen wurde, gilt es, die Antwort nicht zu nennen, sondern sie in der Auslage zu suchen und als erstes zu finden. Vor Spielbeginn werden daher alle 300 Plättchen auf dem Tisch ausgelegt – ein großer, gut beleuchteter Tisch ist daher von Vorteil. 

Nun geht es los: Die Fragekategorie für die jeweilige Runde wird reihum erwürfelt. Mit der sechs darf man sich eine Kategorie aussuchen. Der Würfelnde liest die Frage für die anderen vor, sucht aber in der aktuellen Runde nicht mit. 
Die Fragen auf den Karten werden für größere Varianz und das Spiel in gemischten Gruppen – beispielsweise mit Kindern – in drei unterschiedlichen Schwierigkeitsstufen angegeben. Die oberste Fragestellung auf jeder Karte ist die schwere Variante, die mittlere Fragestellung ist bereits einfacher und die leichte Formulierung ganz unten auf der Karte macht die Lösungsfindung deutlich klarer. 

Das Grundspiel verläuft so, dass sich die Gruppe auf eine Schwierigkeitsstufe einigt und dann immer nur diese Fragevariante vorgelesen wird. 

Ist die Frage vorgelesen worden, beginnen alle anderen mit der Suche und das auf zwei Wegen: Entweder man weiß die Lösung und damit auch genau, was man in der Auslage der 300 Museumsexponate sucht. Oder man hat noch keine Ahnung und lässt den Blick suchend über die Bilder gleiten und versucht so, etwas Inspirierendes zu entdecken, was zur Fragestellung passen könnte.

Auf jeden Fall ist in dieser Phase Stillarbeit angesagt, denn alle Mitspielenden sind damit beschäftigt, hochkonzentriert und systematisch die Auslage zu „scannen“. Bis dann schließlich eine:r vorschießt, das gesuchte Objekt ergreift und seinen Namen nennt. Zur Not steht das Lösungswort auch auf der Rückseite.

Ist die Antwort richtig, darf er oder sie das Objekt behalten. Ist es falsch, wird das Objekt wieder zurückgelegt und die Suche geht weiter. Wer als erstes fünf Objekte gesammelt hat, gewinnt das Spiel.

Chaos im Museum erfindet die Welt der Quizspiele nicht neu, aber der Kniff der bildhaften Lösungssuche ist ein erfrischend neues Element mit hohem Aufforderungscharakter. Jede:r, der am Tisch vorbeikommt, an dem Chaos im Museum gespielt wird, bleibt erst einmal stehen und schaut sich das Ganze mal genauer an. 

Die liebevoll gestalteten Pappplättchen machen dabei eine Menge her und sind der ausschlaggebende Punkt. Sie sind auch – obwohl sehr dünn – wirklich stabil und überstehen unbeschadet die Partien mit Ausräumen, Verteilen, Suchen, Grabschen, Einräumen. 

Man muss aber unbedingt aufpassen, dass einem kein Pappplättchen verloren geht. Nach einer Lösung haben wir ewig gesucht, um dann festzustellen, dass genau die Antwort auf unsere Frage beim Transport unter das Inlay geraten ist. Es ist aber auch schnell mal ein Plättchen auf den Boden gefallen. Beim Einräumen daher immer mal unter den Tisch schauen!

Sicherlich ist das Spiel nicht für die Ewigkeit geeignet – jeder neue Kniff nutzt sich irgendwann ab. Chaos im Museum eignet sich aber sehr gut für Spieletreffs oder große Familien, da es wirklich gut für alle Altersgruppen skalierbar ist. Es eignet sich sowohl für jung – sofern die Fragekategorie „leicht“ gewählt wird – und für alt – sofern hier ein gemäßigtes Spieltempo gewählt wird und die entsprechenden Sehfähigkeiten noch gut ausgeprägt sind.

Für die Abwechslung kommt hinzu , dass Chaos im Museum vier Spielvarianten bietet:

  • Für das Spiel mit Kindern, in denen die Fragenschwierigkeit angepasst an den Kenntnisstand gewählt wird. 
  • Für das Spiel zu zweit, in dem gemeinsam gesucht wird und man den eigenen Highscore jagt.
  • Für das Spiel zu viert, in der die Fragestellungen von schwer nach leicht durchgearbeitet werden, sofern die Lösung nicht gefunden wird. 
  • Für das Spiel in Gruppen, wo in Teams auf Zeit und mit Beschreibung des Lösungswortes gearbeitet wird. 

Uns hat das Spiel in allen Gruppen bislang gut gefallen. Manche Fragen schätze ich so ein, dass sie für achtjährige sicher noch zu schwierig sind und bei Gruppen größer als sechs Personen glaube ich, dass auch nicht mehr alle so gut die Auslage am Tisch sehen können, aber grundsätzlich macht man mit Chaos im Museum sicher nichts falsch, wenn man ein Quizspiel für die ganze Familie – beispielsweise an Weihnachten – sucht. 


  • Innovatives Quizspiel mit leicht zugänglichen Regeln
  • Spielmaterial mit hohem Aufforderungscharakter
  • Abwechslung durch Spielvarianten
  • Ein bisschen Mühe bei Aufbau (und Auspöppeln!), da alle 300 Exponate auf dem Tisch sichtbar ausgelegt werden müssen
  • Kategorien sind unterschiedlich schwer und wenige Fragestellungen seltsam formuliert.
  • Gelbe Karten in der Kategorie Alltägliches sehr schwer lesbar.

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