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Review Overbooked

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Jumbo war in den letzten Jahren nicht gerade für besondere Spiele bekannt. Mit Overbooked scheint das ein wenig anders zu sein.

Auch wenn das Cover vielleicht nicht gerade zu einem Spiel einlädt, so müssen wir dieses zumindest mit Passagieren machen.

In Nürnberg bin ich an dem Spiel noch vorbeigelaufen. Zu Retro wirkte das Design, was mich an Ali Mitgutsch Bücher erinnerte. Erst die positiven Eindrücke von Stephan „Krimaster“ Kessler ließen mich aufhorchen. Und spielen…


SPIELBESCHREIBUNG

Jeder Spieler hat ein Flugzeug mit einer Vielzahl von Sitzen. In der Mitte des Spiels liegt ein Tableau auf dem vier Karten ausliegen. Von diesen dürfen wir die erste kostenfrei und die weiteren durch die Abgabe von Verpflegungsgutscheinen nehmen. Abgebildet sind darauf Koffer in bis zu fünf Farben. Diese stehen für Kinder (weiß), Liebespaare (rot) und drei anderen Reisegruppen (gelb, grün und blau).

Mit der Karte nimmt man sich entsprechend zu den abgebildeten Koffern Passagiere und platziert sie in der gleichen Abbildung im Flugzeug. Liegen auf den Plätzen schon andere Passagiere, so werden diese wieder aus dem Flugzeug herausgenommen (und sind am Ende des Spiels Minuspunkte wert).

Ziel ist es die Passagiere entsprechend ihren Vorlieben in das Flugzeug zu setzen (z.B. wollen Liebespaare in der Nähe sitzen). Das tun wir solange, bis eine Passagiergruppe komplett verplant ist. Dann wird die Runde noch zu Ende gespielt und die Wertung entsprechend des beiliegenden Wertungsplättchen vorgenommen.

In der fortgeschrittenen Variante werden die Sondereffekte auf den Karten genutzt und Sonderaufträge (Events) abgehandelt.

komplettes Spielfeld


AUTOR: Daryl Chow ■ GRAFIKER: Gyom, Sandy Solihin
VERLAG: Jumbo Verlag ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2018

1-4 Spieler

ab 8 Jahren

ca. 20-40 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Jumbo)


SPIELGEFÜHL

Wie oben schon beschrieben ist das Design etwas zu Retro und kindlich aufgesetzt. Und Overbooked hätte ein richtig gutes Spiel werden können, wenn nicht einige Designfehler im Spiel wären. Daher fange ich mal mit dem negativen an und werde dann auf die positiven Aspekte des Spiels eingehen.

Was hat mir nicht so gut gefallen?

Die Anleitung weist leider einige Schwächen auf. Angefangen von nicht durchnummerierten Bildern, die das Spiel näher erklären sollen, bis hin zu Formulierungsschwächen (hier hätte ein „Native Speaker“ noch mal darüberschauen sollen).
Dann ist die Spielschachtel mit einem leidigen Inlay versehen. Gut gemeint erweist es sich als völlig unpraktikabel, da die Spielplättchen unter den Abtrennungen durchrutschen (ein Nervfaktor, wenn man die Schachtel das erste Mal wieder öffnet und alle Plättchen noch einmal neu sortieren kann). Ebenso kann die Startspielerfigur in Form eines Leuchtturms nicht aufgenommen werden, diesen dürfen wir vor und nach jedem Spiel zusammen- und wieder auseinanderbauen. Sollte sich auf die Haltbarkeit des Kunstwerkes nur ganz wenig auswirken.

Startspielermarker – hübsch aber unpraktisch


Warum man die Plättchen in den Spielerfarben gestaltet hat, ist ebenso wenig zu verstehen. Die Sitze der Flugzeuge in grau gehalten und man hätte die Plättchen viel besser von diesen unterscheiden können.
Last but not least sind die Plättchen nicht von beiden Seiten bedruckt. Was im Spielhandling sich unrund anfühlt.

Auch ist die Punkteskala alles andere als glücklich, ja eher umständlich. Hier wäre ein Block deutlich besser gewesen.

Warum hat es mir dann trotzdem gefallen?

Trotz der aufgezählten Schwächen fühlt sich das Spiel vom spielerischen recht rund an. Es braucht nicht viel Zeit, um es den anderen Spielern zu erklären. Ist aber gar nicht so einfach zu spielen, wie es auf den ersten Blick anmutet. Daher würde ich es auch nicht mit Grüblern spielen wollen, da in diesem Fall das Lockere und Leichte des Spiels verloren geht.

Das Spiel wird durch die Varianten deutlich aufgewertet und sollte nach den ersten 1-2 Partien einbezogen werden. Dadurch wird Overbooked taktischer und manch Restriktion kann durch geschickte Kartenauswahl beeinflusst werden. Auch nimmt der Frustationsfaktor ab.
Zudem gibt es mit den Eventkarten weiteren Spannungsstoff. Diese können teilweise sogar entgegen der allgemeinen Punktvergabe laufen. Da heißt es sinnvoll abwägen.

Gut ist auch die an die Spielerzahl angepassten Flugzeuge.

Solo kann man das Spiel auch spielen, was ich aber nicht gemacht habe (und somit kein Bestandteil dieser Rezension ist).

Das eigene Flugzeugtableau

Zusammenfassung

Trotz der obigen Schwächen ist Overbooked kein schlechtes Spiel und ich werde immer wieder gerne an einer Partie teilhaben. Insbesondere unter Einbezug der erweiterten Spielregeln.
In Summe hätte man jedoch viel mehr aus dem Spiel machen können.

  • Einfach zu verstehen
  • schöne taktische Herausforderung
  • steigender Schwierigkeitsgrad mit viel Kniffelspaß in der höchsten Stufe.
  • Mängelliste am Material / Anleitung ist doch nicht gerade kurz geraten
  • Das Basisspiel ist zu seicht und hat zudem noch einen gewissen Frustationsfaktor.
  • x

Aus meiner Spielerperspektive: Als Familienspiel konzipiert, gibt Overbooked in der Fortgeschrittenenvariante einiges für den Kennerspieler zum Tüfteln mit. Jedoch weiß ich nicht, ob Grafik und der ein oder andere Fehler (siehe oben) nicht eher abschreckend wirken könnten.

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2 COMMENTS

  1. Der Rezension muss ich leider ein wenig wiedersprechen. Ich hatte mir, das Spiel nach der Rezension von Martin Klein in seiner Wochenbeichte gekauft und war überrascht wie fluffisch und gut sich das Spiel spielten ließ. Auch nach mehreren Runden war der Spielspass in unsere Runde ungebrochen und das Design fanden wir alle sehr ansprechend, passend und wie soll man sagen knuffig…..Natürlich nix für hardcore Miniaturen- und Knüppelspiele-Spieler :). Es ist im oberen Familien- und unteren Kennerspielbereich anzusiedeln. Also von mir eine eindeutige Spielempfehlung.

    • Hallo Rick, Vielleicht hast du meine Rezension falsch gelesen. Aber ich fand Overbooked durchaus gut und spiele auch noch gerne weitere Partien mit. Dennoch muss man verschiedene Dinge ansprechen, die bei dem Spiel eben leider nicht so gut gelungen ist:
      – Inlay / Startspielerfigur
      – Anleitung leider nicht sonderlich gut
      – Basisspiel etwas frustrierend – dagegen die Variantenersion sehr gut.
      – Punkteskala total unpraktisch – Block wäre besser gewesen
      – Plättchen, die nur einseitig bedruckt sind
      Daher leider keine „Note“ in grün für „immer wieder gern“.
      Grüße
      Christoph

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