StartRezensionKinderspielRhino Hero Super Battle - Die Neuauflage - Kinderspiel-Review des Monats

Rhino Hero Super Battle – Die Neuauflage – Kinderspiel-Review des Monats

Rhino Hero Super Battle ist ein Klassiker unter den Kinderspielen und 2018 zu Recht auf die Empfehlungsliste für das Kinderspiel des Jahres gesetzt worden. Dieses Spiel begeistert Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Die Faszination, einen Wolkenkratzer so weit wie möglich in die Höhe zu bauen und sich gleichzeitig untereinander kleine Battle um die höchste Position auf dem oft recht wackeligen Konstrukt zu liefern, ist über die Jahre nicht verloren gegangen. Da kann ein Verlag einem solchen Dauerbrenner nach knapp 10 Jahren durchaus eine überarbeitete Neuauflage gönnen.

Ich selbst habe dieses Spiel auch in meiner Sammlung und es wird sie auch nicht verlassen. Denn auch in Runden, wo nur Erwachsene mitspielen, ist es ein absoluter Hingucker und macht richtig Laune. Daher war ich sehr neugierig, was die Neuauflage so zu bieten hat. Natürlich nicht nur bei mir zu Hause – auch in der Kita wurde ordentlich getestet.

Tanja Mrosek

Für all diejenigen unter euch, die Rhino Hero Super Battle noch nicht kennen, hier eine kurze Spielerklärung:

Wir verkörpern im Spiel einen von vier Superhelden, die versuchen, auf einem stetig größer und höher werdenden Wolkenkratzer an die oberste Stelle zu kommen. Denn dieser Held kommt in den Besitz der Himmelsstürmer-Medaille.

Bin ich am Zug, wähle ich aus meinen drei Handkarten, den Zwischenböden, eine aus. Auf dieser ist zu sehen, welche Hauswände ich verwenden muss. Es können große und kleine sein oder eine Mischung aus beiden.

Ich verbaue sie entweder auf dem Fundament oder auf bereits entstandenen Etagen. Wichtig ist, dass ich meine Handkarte auf die aktuell eingesetzten Elemente setze, sie muss also beide berühren und waagerecht verbaut sein.

Im Anschluss würfel ich mit einem weißen Würfel aus, wie hoch ich meine Spielfigur im Gebäude bewegen darf. Bei einer 1-3 darf ich die entsprechende Anzahl an Etagen weiter hoch springen, bei einer 0 bleibe ich stehen, bei einer -1 muss ich mich sogar nach unten bewegen. Befindet sich dort eine andere Spielfigur, kommt es zu einem Battle. Grundsätzlich greift immer die ankommende Person mit einem roten Würfel an, die bereits dort platzierte Figur wird mit einem blauen Würfel verteidigt.

Wer mit einer höheren Augenzahl gewinnt, bleibt in der Etage, die andere Figur muss weichen und eine Etage tiefer gehen. Eventuell kommt es dort auch zu einem weiteren Battle usw. Am Ende des Zuges wird die Kartenhand auf drei aufgefüllt und es geht im Uhrzeigersinn weiter. 

Sind alle Hauswände verbaut oder stürzt das Gebäude vorzeitig in sich zusammen, gewinnt die Person, die im Besitz der Medaille ist. Es sei denn, die Person im Besitz der Medaille selbst bringt den Wolkenkratzer zum Einsturz, dann haben alle anderen Beteiligten das Spiel gewonnen.

Es gibt auch noch eine Variante, die das Spiel etwas herausfordernder macht, auf die ich jetzt aber nicht eingehen werde.

Spielregeln (ext. Link zu )

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Vergleich alte und neue Auflage 

Die Spielregeln haben sich im Spiel nicht verändert, lediglich das Design, die Verpackung und das Material.

Die in der alten Version schon sehr ansprechend illustrierten Zeichnungen und Spielfiguren haben einen modernen Anstrich bekommen und wurden thematisch an die heutige Zeit angepasst. Es sind unterschiedliche Tiere in den Hochhausfenstern zu sehen, die die unterschiedlichsten Dinge anstellen.

Bei den Spielfiguren gibt es endlich auch eine weibliche Heldin: aus Griffe Boy ist Giraffe Girl geworden, wobei ich mir da eine phantasievolle, kreative Namensgebung gewünscht hätte.

Auch die Regeln sind viel besser aufgebaut. Es gibt keinen Fließtext mehr, sondern gut lesbare Abschnitte. Man kann schnell etwas finden und nachlesen.

Die Verpackung ist deutlich geschrumpft. In der alten Packung gab es sehr viel mehr Platz als nötig gewesen ist. Die neue Schachtel ist fast um die Hälfte geschrumpft und das Spielmaterial liegt eng beisammen, obwohl sogar mehr davon vorhanden ist. Die Schachtel ist platzsparender im Spieleregal oder in der Spieletasche für den Urlaub. Auf das typische HABA-Gelb wird weitestgehend verzichtet.

Am Material hat sich allerdings einiges verändert. Bei den Würfeln hat man einen Blauton weggelassen, der Bewegungswürfel ist jetzt weiß. Wahrscheinlich um die Funktion der Würfel deutlicher voneinander abzugrenzen. Leider sind sie im Vergleich zur alten Version aber nicht mehr so hochwertig. Der rote Angriffswürfel hat seine funkelnden Punkte verloren und alle sind sehr eckig geraten.

Und auch die Himmelsstürmer-Medaille glitzert nicht mehr.

Die zu verbauenden Handkarten und auch die Mauern sind nicht nur dicker, sondern haben ein Leinenprägung-Upgrade bekommen. Dass die Bauelemente zu leicht wären, wurde dem alten Spiel hier und da ja kritisch angelastet, damit wollte man diesen Fehler wohl beheben. Leider hat sich meiner Meinung nach das Problem aber dadurch eher verschlimmbessert. Denn die einzelnen Karten sind jetzt zwar dicker und stabiler, lassen sich aber dadurch noch schlechter an den Falzen knicken. 90-Grad-Knick-Winkel wären optimal, werden aber meist nicht erreicht. Und die Zwischenböden haben sich so stark gewölbt, dass ein sicherer Stand nicht möglich ist.

Auch vorheriges Zurechtbiegen bringt nur kurzfristigen Erfolg. Daher sind in meinen Partien mit der Neuauflage keine großen Wolkenkratzer in der Kita entstanden, sondern meist nur drei maximal vier Etagen, dann ist das Gebäude schon bei der kleinsten Erschütterung in sich zusammengefallen.

Das hat mich sehr enttäuscht und war mit Sicherheit auch von den Machern nicht so gewollt. Denn die Anzahl der Böden und Wände wurde sogar verdoppelt, um noch gewaltigere Wolkenkratzer bauen zu können. Vielleicht habe ich ja eine “Montagsausgabe” bekommen, denn ich gehe davon aus, dass das Material vorher gut getestet wurde….

In Erwachsenenrunden sieht es da nicht wirklich besser aus. Klar sind wir feinmotorisch besser aufgestellt, aber auch bei uns ist das Kartenhaus verhältnismäßig schnell in sich zusammengefallen, weil ein guter Stand nicht gegeben ist. Die doppelte Menge ist auch bei uns nicht zum Einsatz gekommen.

Rhino Hero Super Battle ist ein sehr gutes Spiel und hat eine Neuauflage mit modernem Style/Design mehr als verdient. Dies ist in Teilen auch gelungen. Immerhin gibt es jetzt eine weibliche Heldin, deren Name durchaus kreativer hätte sein dürfen.

Gut gefällt mir auch, dass die Schachtelgröße dem Inhalt angepasst wurde, so kann man das Spiel platzsparender im Regal unterbringen und auch besser transportieren.

In meinen Augen ist das Spielmaterial leider schlechter als besser geworden, da die Pappe jetzt zu dick geraten ist und Kinder die Bauelemente noch schlechter knicken können. Es war bestimmt beabsichtigt, die Pappe stabiler zu machen, damit das Bauen besser gelingt, jedoch ist dies nach hinten losgegangen. Die Zwischenböden wellen sich stark und machen eine sichere Statik nicht möglich. Umso frustrierender, wenn man bedenkt, dass man in der neuen Version doppelt so viel Material zur Verfügung hat, um theoretisch noch höher zu bauen.

In Zahlen ausgedrückt: Mit der neuen Version haben wir maximal 3 oder 4 Etagen gebaut, dann ist spätestens alles zusammen gefallen. Mit der alten Version haben wir bis zu 13 Etagen geschafft und die Kinder waren richtig begeistert, da sie auf Stühle klettern mussten, um ganz oben noch weiter bauen zu können.

Daher wird bei mir zu Hause das Original in der Sammlung bleiben und auch in der Kita die neue Version der alten keine Konkurrenz machen.

AUTOR: Scott Frisco, Steven Strumpf
ARTIST: Gus Batts
VERLAG: HABA
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

2-4 Spielende

5 Jahre

10-20 Min.

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