Auch 2026 ging es für uns wieder ins Kloster Haydau nach Morschen bei Kassel zu den KOSMOS Pressetagen. Das Kloster ist mittlerweile fast schon so etwas wie die traditionelle Heimat der Veranstaltung. Seit 2017 lädt KOSMOS immer wieder hierher ein, um im Vorfeld der SPIEL einen Blick auf die Herbstneuheiten zu werfen.
Nach der Ankunft und einer ersten Stärkung ging es in die „Brettspiel“-Räumlichkeiten des Klosters. Dort warteten bereits zahlreiche Neuheiten darauf, ausprobiert zu werden.
Podcast
Wer das ganze als Podcastfolge der Brettspielbar hören möchte: hier ist der LINK zur Folge mit Jürgen.

Begrüßung
Zunächst begrüßte uns Silke Ruoff, verantwortlich für PR und Unternehmenskommunikation bei KOSMOS, bevor Birgitta Barlet (Verlagsleitung Programm bei KOSMOS) einige Worte zum Einstieg und zur aktuellen Situation des Verlages und der Branche fand.
Dabei gab es in diesem Jahr auch ein kleines Jubiläum zu feiern: Bereits seit 30 Jahren veranstaltet KOSMOS Pressetage.
Barlet spannte dabei bewusst einen größeren Bogen über die reine Spielebranche hinaus. Durch die enge Verzahnung von Buch- und Spielebereich bei KOSMOS sei beispielsweise auch das Thema Lesen von hoher gesellschaftlicher Bedeutung. Ein zunehmender Lesenotstand könne langfristig sogar zu einem Demokratieproblem werden.
Wirtschaftlich entwickelt sich die Spielebranche weiterhin positiv. Rund fünf Prozent Wachstum stehen aktuell zu Buche, eine Entwicklung, von der auch KOSMOS profitiert. Wachstumstreiber sind insbesondere Card Games, Adult Games und Brainteaser.
KOSMOS liegt derzeit auf Platz drei unter den Spieleverlagen und kann gleich drei Marken beziehungsweise Brettspiele in den Top 10 platzieren:
- EXIT
- CATAN
- Flip 7 (für Flip 7 wird eine Christmas Edition vor Weihnachten exklusiv bei Thalia erscheinen)
Dazu kamen im vergangenen Jahr erneut einige Auszeichnungen. Temple Twist erhielt unter anderem einen Toy Award sowie den Deutschen Spielzeugpreis. Mit Die Insel der Mookies stellte KOSMOS zudem das Kinderspiel des Jahres 2026.
Neben neuen Brettspielen bleibt auch die Pflege bestehender Marken wichtig. Dazu gehören beispielsweise Die Legenden von Andor und The Crew. Gerade The Crew hat sich dabei zu einem enormen Erfolg entwickelt: Inzwischen wurden weltweit rund 1,8 Millionen Exemplare verkauft.
Gleichzeitig versucht KOSMOS, mit neuen Themen weitere Zielgruppen und Communities anzusprechen. Zwei Beispiele dafür sind Batman und Fourth Wing. Ein weiterer Ansatz sind niedrigschwellige Angebote, über die Menschen mit Spielen in Kontakt kommen, die sonst vielleicht weniger Berührungspunkte mit Brettspielen haben. Dazu gehört auch eine Kooperation mit McDonald’s, über die rund sieben Millionen Spiele verbreitet werden. KOSMOS verbindet damit auch einen gesellschaftlichen Anspruch. Spielen steht für Werte wie Miteinander, Aushalten, Handeln, gemeinsames Gestalten, Freude und Verbundenheit.
Auch personell beziehungsweise kommunikativ geht KOSMOS neue Wege. Mit dem deutschen Handball-Nationalspieler Juri Knorr konnte ein begeisterter Brettspieler als neuer Markenbotschafter für CATAN gewonnen werden.
Und noch ein Jubiläum steht an: EXIT feiert seinen zehnten Geburtstag. Die ursprüngliche Idee für die Reihe entstand bereits 2014, bevor die ersten EXIT-Spiele 2016 erschienen. In diesem Jahr ist die Jubiläumsedition in einer Metallschachtel erschienen.
Spielen
Nach der Begrüßung ging es dann an die Tische.
Den Auftakt machte direkt eine der spannendsten KOSMOS-Neuheiten des Herbstes:

Batman – Gotham City Crimes
Michael Menzel bringt mit Batman – Gotham City Crimes ein neues kooperatives Abenteuerspiel auf den Tisch.
Die Spielenden schlüpfen in die Rollen von Batman, Batgirl, Batwoman und Nightwing und bewegen sich gemeinsam durch Gotham City. Gebäude werden untersucht, Hinweise gesammelt und miteinander kombiniert, während nach und nach weitere Teile der Geschichte aufgedeckt werden.
Das Besondere: Gotham City steht von Beginn an zur Erkundung offen. Gleichzeitig entwickelt sich die Geschichte über Storykarten während der Partie immer weiter.
Wie schon bei anderen Spielen von Michael Menzel spielt dabei die Geschichte eine zentrale Rolle. Ein gemeinsames Einstiegsabenteuer übernimmt gleichzeitig die Einführung in das Spiel, sodass direkt losgespielt werden kann.
Batman – Gotham City Crimes ist für zwei bis vier Personen ausgelegt und soll rund 60 Minuten dauern.

Zu Beginn haben wir das Tutorial des Brettspiels gespielt. Wir haben einen passend zum Thema dunklen Spielplan vor uns. Jeder Spielende als einer der obigen Charaktere programmiert seine Wege über eine Scheibe. Dort legen wir fest, ob wir Schritte gehen, Beobachten, zu Kämpfen und zu heilen. Über Karten wird gesteuert, welcher Charakter wann am Zug ist und seine Aktionen durchführt. Zwischendurch kommen noch verschiedene Gangstergruppen ins Spiel. Mehr werde ich jetzt nicht schreiben, um nicht zu Spoilern.
Das Spiel hat Anleihen von Andor und Robin Hood. Da merkt man die Handschrift des Autors. Es spielt sich kurzweilig und das Thema kam sehr gut durch. Alle am Tisch hatten Interesse die nächsten Fälle durchzuspielen. Dann werden die Programmierscheiben umgedreht und es gibt weitere Optionen (u.a. das BATMobil).
Panorama

Mit Panorama von Jules Messaud entsteht nach und nach eine eigene Landschaft. Dazu werden Landschaftsplättchen links oder rechts an das eigene Panorama angelegt. Tiere, Blumen und verschiedene Wertungsbedingungen geben dabei vor, worauf beim Ausbau geachtet werden sollte.
Das Spiel ist für zwei bis vier Personen ab acht Jahren ausgelegt und dauert rund 20 Minuten. Auffällig ist vor allem der sehr zugängliche Ansatz: wenige Regeln, kurze Spielzeit und trotzdem einige taktische Entscheidungen beim Legen der Landschaft.
Sehr kurzweiliges Brettspiel, bei dem wir nach und nach unser Panorama einer Landschaft entstehen lassen. Mittels des Ballons entscheiden wir uns (im Spiel zu viert) für eins der freien Felder und legen das Plättchen in unser Panorama (rechts oder links) an. Am Ende werden die vier Landschaften gewertet, in dem wir Tier mit Pflanzen multiplizieren. Dazu gibt es noch drei Wertungsplättchen (in unserem Beispiel oben: die wenigsten Wolken, der längste Fluss, die meisten Vögel), die am Ende ausgewertet werden.
Cascadia Bergseen

Mit Cascadia Bergseen bekommt Cascadia eine dritte Dimension. Das Spiel ist dabei keine Erweiterung, sondern ein eigenständiger Titel.
Landschaftsplättchen werden nun nicht nur nebeneinander, sondern auch übereinander gelegt. Dadurch entstehen zunehmend dreidimensionale Landschaften. Tiere und insbesondere die namensgebenden Bergseen werden abhängig von ihrer Höhenlage gewertet.
Trotz der neuen Ebene bleibt das bekannte Cascadia-Gefühl erhalten, gleichzeitig entstehen durch das Stapeln zusätzliche taktische Möglichkeiten. Das Spiel ist für ein bis vier Personen ab zwölf Jahren ausgelegt und dauert rund 60 Minuten.
Volle Cascadia Vibes. Alles etwas komplexer. Durch die dritte Ebene kommt noch einmal etwas besonderes in das Brettspiel. Neben den Tierwertungen gibt es jetzt vier Gebiete (Gebirge, Wald, Wiese und Bergseen), die am Ende einer jeden Partie ausgewertet werden. Die Auswertung der Tierwertungen war gefühlt unnötig kompliziert. Spannend ist das Überbauen der einzelnen Plättchen.
Fourth Wing – Das Spiel: Die Wahl der Drachen

Mit Fourth Wing – Das Spiel: Die Wahl der Drachen greift KOSMOS eine der derzeit erfolgreichen Fantasy- beziehungsweise Romantasy-Welten auf.
Die Spielenden befinden sich am Basgiath War College und müssen sich nacheinander drei Prüfungen stellen. Dabei geht es unter anderem um Stärke, Mut, Intelligenz und Balance. Je nachdem, wie die Prüfungen absolviert werden, sammeln die Spielenden unterschiedliche Eindrücke bei den Drachen. Am Ende entscheidet sich, welcher Drache sich mit wem verbindet.
Das Spiel stammt von Sophia Wagner, ist für zwei bis vier Personen ausgelegt und hat eine Spielzeit von etwa 45 bis 60 Minuten.
Die drei Prüfungen werden modular auf das Brettspiel gefügt. Die Prüfungen müssen mittels Würfeln erledigt werden. Dadurch entsteht ein Wettrennen, um Chips, die wir als Prüfung unterhalb der Drachen platzieren. Nach den drei Runden drehen wir die Chips um und vergleichen diese mit den von den einzelnen Drachen geforderten Attribute. Wer sich am würdigsten erweist, geht eine Verbindung mit dem Drachen ein.
Ein erster Blick auf 2027
Neben den aktuellen Herbstneuheiten gab KOSMOS beim Pressetag auch bereits einen ersten Ausblick auf kommende Spiele des Jahres 2027.
Vorgestellt wurden:

Vroom
Vroom ist ein kooperatives Rennspiel von Antonin Boccara, illustriert von Amélie Guinet. International erscheint das Spiel bei Big Moustache Games.
Das Besondere: Eine Rennstrecke gibt es nicht. Stattdessen ziehen die Spielenden Geschwindigkeitskarten mit Werten von 1 bis 7 und bewegen ihre kleinen Autos auf einer gedachten Strecke. Dabei müssen sie selbst einschätzen, welche Entfernung dem gezogenen Wert entspricht. Nach fünf Runden besteht die gemeinsame Aufgabe darin, mit den Fahrzeugen in genau der Reihenfolge zu stehen, die sich aus der Summe der jeweils gezogenen Geschwindigkeitskarten ergibt.
Zusätzliche Module und Ereignisse wie Sprünge, Erdrutsche oder Wetter sorgen später für weitere Herausforderungen. Vroom ist für drei bis sechs Personen ab acht Jahren ausgelegt und dauert etwa 15 Minuten.
Dino Racer
Bei Dino Racer treten fünf Dinosaurier in mehreren Rennen gegeneinander an. Das schnelle Karten- und Rennspiel von Marceline Leiman, illustriert von Eric Hibbeler, erscheint international bei Underdog Games.
Über Rennkarten bewegen sich die Dinosaurier auf der Strecke vorwärts. Gleichzeitig sichern sich die Spielenden diese Karten als eine Art Wettschein. Punkte gibt es abhängig davon, welche Dinosaurier am Ende auf den ersten drei Plätzen landen.
Dabei entsteht ein interessantes Dilemma: Die schnellen und vermeintlich sicheren Dinosaurier bringen weniger Punkte, während Außenseiter deutlich lukrativer sein können. Checkpoints und verschiedene Ereignisse können den Rennverlauf zusätzlich verändern. Gespielt werden insgesamt drei Rennen. Wer anschließend die meisten Punkte gesammelt hat, gewinnt.
Dino Racer ist für zwei bis sechs Personen ab acht Jahren gedacht und dauert etwa 10 bis 20 Minuten. Das Spiel sorgte bereits auf der Gen Con 2026 für Aufmerksamkeit und findet sich bei BoardGameGeek entsprechend weit oben bei den dortigen Spieleindrücken beziehungsweise Empfehlungen.
Die Enzyklopädie der Monster
Mit Die Enzyklopädie der Monster bringt KOSMOS 2027 die deutsche Ausgabe des Spiels von Scorpion Masqué heraus.
Das kooperative Kinderspiel stammt von Antoine Bauza, Corentin Lebrat und Théo Rivière und wurde von Maud Chalmel illustriert. Die Spielenden reisen durch verschiedene Länder und begegnen Monstern, Geistern und Fabelwesen aus unterschiedlichen Kulturen.
Im Kern handelt es sich um ein kooperatives Memory-Spiel, dessen Regeln und Herausforderungen sich auf der Reise immer wieder verändern.
Das Spiel ist für zwei bis vier Personen ab sechs Jahren gedacht und dauert etwa 15 bis 30 Minuten.



