Cool Runnings

b-familieDas wird nass

Ein Spiel mit echten Eiswürfeln? Das passt doch ideal zu diesem heißen Sommer.

Als ich Cool Runnings das erste Mal auf der Nürnberger Spielwarenmesse sehen und spielen konnte, war ich verblüfft. Aber auch sofort angetan, denn das ungewöhnliche Spielmaterial brachte eine Menge Gaudi an den Spieltisch. Am Ende geht es darum als Erster mit seinem noch nicht vollständig geschmolzenen Eiswürfel durchs Ziel zu gehen. Wenn da bloß nicht die Mitspieler etwas dagegen hätten.

Das Spiel erschien 2012 unter ICE3 schon einmal bei Witty Edition in Frankreich. Ist aber jetzt überarbeitet worden.

Cool Runnings ist bei den letzten drei nominierten Spielen zum innoSPIEL 2018.


Das Spiel

Zunächst einmal müssen wir Eiswürfel produzieren. Stehen diese bereit, werden die modularen Spiel“bretter“ zu eine Parcours zusammengelegt und jeder Spieler bekommt vier Handkarten. Jede Karte ist zweigeteilt. Zum einen haben sie eine Zahl mit Plus- und Minuswerten, zum anderen eine Aktion abgebildet. Mit den Zahlenkarten kann ich meine eigene oder die Spielfigur des Gegners vor und zurücksetzen. Oder ich übe eine Aktion bei einem gegnerischen Eiswürfel aus. An Aktionen stehen mir je nach Handkarten die folgenden zur Verfügung:

  • Aufpolieren: Ich reibe mit dem Daumen über den Eiswürfel, während mein Gegner von ein bis 10 Eiswürfel zählt
  • Ausquetschen: ich halte den Eiswürfel in meiner Hand, während mein Gegner von ein bis 10 Eiswürfel zählt
  • Heißer Atem: Ich hauche einen Eiswürfel an, während mein Gegner von ein bis 10 Eiswürfel zählt
  • Kalte Dusche: Mit der Pipette gebe ich eine Wasserladung auf einen gegnerischen Eiswürfel
  • Ratespiel: ich nehme den gegnerischen Eiswürfel in die Hand und tausche diesen unter dem Tisch. Dann strecke ich die Hände nach vorne und der Gegner muss so lange raten, bis er die richtige Hand errät
  • Streusalz: Ich streue mit dem Salzstreuer Salz auf einen gegnerischen Eiswürfel
  • Wasserbad: ich werfe einen gegnerischen Eiswürfel in die Schüssel mit kaltem Wasser. Der andere muss den Eiswürfel wieder herausfischen

Spiele ich die Karte, so kann mein Gegner mit der gleichen Aktionskarte (wenn auf der Hand) kontern und den Angriff umlenken.

Anschließend zieht der aktive Spieler auf 4 Handkarten auf.

Wer als erster die Ziellinie überquert gewinnt das Spiel. Sollte einem Eiswürfel die „Luft“ (= geschmolzen) ausgehen, so scheidet der Spieler aus.

Autor: Olivier Mahy • Grafiker:  • Verlag: Ravensburger • Jahr: 2018

spieler2-4 Spieler • alterab 8 Jahren • zeitca. 30 Minuten

b-matMaterial

In der BRETTSPIELBOX befinden sich: 4 Becher-Oberteile, 8 Becher-Unterteile, 6 wasserfeste Spielplanteile, 60 Karten, 1 Pipette

Dazu benötigt man noch einen Salzstreuer, eine Schüssel mit Wasser sowie ein Handtuch.

Letzteres ist wichtig, da bei all dem ganzen wasserfestem Material vergessen wurde, die Karten ebenfalls zu laminieren. Diese drohen bei intensiven nassen Gebrauch aufzuweichen oder aneinanderzukleben. Hier gibt es leider definitiv Abzüge in der B-Note.

b-einstiegEinstieg

Das Spiel ist einfach zu verstehen und spielen. Einziges Hindernis ist, dass man zunächst einmal Eiswürfel erstellen muss. Zum Glück sind zwei Sets im Spiel, so dass man das Spiel zweimal hintereinander spielen kann.

b-gefuehlSpielgefühl

Die Begeisterung über das Spielmaterial ist bei den ersten Spielen unglaublich hoch. Dazu kommt der Wettkampfcharakter, seinen Eiswürfel gut behütet als Erster ins Ziel zu bringen. Und sich dabei den Attacken der Konkurrenten zu erwehren. Diese versuchen ständig mit Angriffen über Salz, Wasser oder Körperwärme den jeweiligen Eiswürfeln zu Leibe zu rücken.

Da kommt ein großer Spaß am Spieltisch auf. Schadenfreude wie auch Aufatmen, sollte der Eiswürfel doch nicht ganz so schlimm gelitten haben, wie befürchtet.

Salz ist übrigens der übelste Killer. Da ist man schon fast froh, wenn ein Wasserbad, den ein oder anderen Krümel abwäscht.

Zeit ist in Summe ein kritischer Faktor. Zum einen sollten sich die Mitspieler nicht zu viel davon nehmen und je nach Außentemperatur ist sie ein mindestens genauso großer Gegner, wie die „gehässigen“ Mitspieler, die sich am fremden Eiswürfeln vergehen.

Die Durchlaufstrategie mag in den ersten Partien noch funktionieren, wenn sich die anderen mit sich selbst intensiv beschäftigen. Aber nach ein paar Partien ist das dann durchschaut. Genauso sollte man die Wirkung der Schritte nach vorn wie zurück nicht unterschätzen und nicht nur auf Aktionen gegen den Mitspieler setzen.

Da man sich neben den eigenen Eiswürfeln, mit den fremden beschäftigt und Angriffe auch abwehren kann, ist ein hoher Interaktionsgrad gegeben.

Das Spiel macht in jedem Fall in voller Besetzung Spaß. Zu zweit kann ich es nicht empfehlen. Ist nicht so toll.

b-spassLangzeitspaß

Wer mal spontan Lust hat, Cool Runnings zu spielen, ist ein wenig gekniffen. Denn, wenn nicht ein Vorrat im Kühlschrank liegt, ist man darauf angewiesen, diesen erst einmal herzustellen. Kennerspieler werden sicherlich auch Spaß an dem Spiel haben, jedoch nach 3-4 Partien das Spiel als ausgereizt ansehen. Das geht Familienspielern mit Kindern eher nicht so, denn diese haben Spaß, mit dem wässrigen Element zu spielen. Wann darf man schon einmal am Tisch Eiswürfel zum Schmelzen bringen, ohne, dass jemand schimpft. 😉

Gesamtbeurteilung 7,5/10

Perfekter innovativer Sommersspielpaß. Denn es sollte besser draußen gespielt werden, da es nass wird. Es ist spannend zuzusehen, wie die Eiswürfel schmelzen, wenn sie von den Mitspielern malträtiert werden. Dennoch versucht man sein Baby schützend ins Ziel zu bringen. Dicker Haken sind die nicht wasserfesten Karten. Hier muss man permanent ein Handtuch bereithalten, um größeren Schaden abzuwenden. Gleiches gilt für die spontane Spielbarkeit.


Erweiterungen:

Auszeichnungen:

Spielregeln (ext. Link zu Ravensburger)


b-karten

b-strategieb-40

b-glueckb-80

b-interaktionb-80

 

VN:F [1.9.22_1171]
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