Der Titel Wanderlust des Brettspiels vom jungen deutschen Verlag Pektis Studio aus Offenbach ist Englisch und bedeutet „Fernweh“. Bitte nicht verwechseln mit dem deutschen Begriff Wanderlust, denn wir wandern in dem Spiel nicht, sondern reisen quer durch die Welt.
Wanderlust selbst ist ein gehobenes Familienspiel, bei denen ich Elemente aus Zug um Zug und Elfenland in Kombination mit Set Collection und einem kleinen Wettrennen wiedererkenne.
Wie es mir gefallen hat?
Lest einfach weiter.
Zunächst noch eine Vorbemerkung. Mir lag eine Brettspiel Preview Copy vor. Nicht alles Material von Wanderlust war in einem finalen Zustand und inzwischen gibt es auch noch weitere Ergänzungen und Veränderungen im Brettspiel, auf die ich zum Ende noch eingehe.
SPIELBESCHREIBUNG
In Wanderlust erhält jeder Spielende einen eigenen Charakter, der jeweils einen kleinen asymmetrischen Bonus besitzt. Jeder bekommt einen Startpunkt sowie zwei geheime Zielkarten zugeteilt.
Dazu werden drei Reiseziele, die für alle parallel gelten, auf der Weltkarte mit drei Markern ausgestattet.
Reihum hat jeder die Möglichkeit, zwei Aktionen (auch die gleichen) aus den folgenden dreien auszuwählen:
- Eines von fünf möglichen Reisetickets (Straße, Schiene, Schiff, Charterflug sowie Joker) auswählen.
- Reisen zu einem der drei Reiseziele:
Dazu werden entsprechend Karten abgegeben, die den Streckentypen entsprechen, die sich zwischen dem aktuellen Standort und dem Zielstandort befinden. Für die Abgabe der Tickets werden wir mit Reiseerfahrung auf dem Reisetracker entlohnt.
Die Zielkarten sammeln wir und können auf ihnen „Collectibles“ sammeln. - „Collectibles“ einsammeln: Je nach Standorttyp können wir ein bis zwei Aktions“punkte“ ausgeben, um Sehenswürdigkeiten (1SP), Postkarten (2SP) oder Fotos (3SP) einzusammeln.
Wir spielen nun diese Kombination aus verschiedenen Aktionen aus, bis es einem Spielenden gelingt, zwei der offenen Ziele zu erreichen. Dann wird noch eine weitere Runde zu Ende gespielt und ausgewertet.
Punkte gibt es dann für Collectibles, dem Wert des Reisetrackers, Punkte für offene Ziele, Punkte für geheime Ziele, das Erreichen von verschiedenen Kontinenten sowie Sets für Städte, Häfen und Naturwunder.
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AUTOR: Julian Asleh ■ GRAFIKER: Xue Cui
VERLAG: Pektis Studio ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2023
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2-5 Spieler
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ab 10 Jahren
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ca. 40-100 Minuten
Spielregeln (ext. Link zu Pektis Studio)
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SPIELGEFÜHL
In das Spiel kommt man relativ schnell und gut hinein. Die Anleitung ist recht verständlich geschrieben. Wir können uns für die einfache oder die komplexere Brettspielvariante entscheiden.
Bei Wanderlust erleben wir einen schnellen Spielfluss mit weitestgehend kurzen Spielzügen und geringer Downtime. Nur für die jeweilige Reiseplanung benötigt man etwas mehr Zeit. Denn es geht nicht nur darum, den möglichst schnellsten Weg zwischen dem jeweiligen Standort und eines der drei Reiseziele zu schaffen, sondern ggf. auch bewusst Umwege einzugehen, um möglichst viele Tickets zu verbrauchen, da diese auf dem Reisetracker Punkte geben (bis auf die Joker). Dies klingt ein wenig unlogisch, wenn es darum geht von A nach B zu kommen. Da würde ich „normalerweise“ den direkten Weg nutzen. Aber man kann sich vielleicht erklären, dass wir die Welt erkunden wollen und dafür nehmen wir ggf. von A nach B auch ein paar Umwege in Kauf. Dass die Nutzung von Jokern nicht noch zusätzlich Punkte bringen, finde ich übrigens eine gute Logik.
Wanderlust vereint verschiedene Mechaniken in sich. Ich erkenne ein wenig die Klassiker Elfenland, bei denen ich Reisekarten abgebe, um von Punkt A nach B zu kommen, ein wenig Zug um Zug, bei dem ich mir aus einer Auslage Zielkarten auswählen kann (wenn es auch möglich ist, mehrere Jokerkarten in einer Runde gleichzeitig zu ziehen). Dazu kommen geheime und offene Zielkarten, die ich erreichen will und Set- und Kontinent-Collection.
Das Ziehen der Karten sowie Überschneidungen von persönlichen geheimen und offenen Zielkarten hat einen gewissen Glücksfaktor, den ich aber noch recht passend für ein gehobenes Familienspiel empfinde. Aber nicht immer schaffe ich es, die Karten, die ich zum Erreichen meiner Ziele benötige, zu erhalten, wenn ich an der Reihe bin. Je nach Spielendenanzahl, können die Zielkarten, bis ich an der Reihe bin, schon ordentlich neu gemischt sein. Das kann schon mal ärgern. Genauso kann es aber auch glückliche Fügungen geben.
Da aber auch das Spielende davon abhängig ist, dass zwei offene Ziele von einer Person erreicht wurden, sollte man zum Ende des Spiels, die Züge seiner Mitstreiter im Blick behalten, denn wir haben am Ende doch ein kleines Wettrennen vor uns. Mal macht es vielleicht Sinn, noch in einem Ort zu verweilen und Collectibles einzusammeln, mal eher noch einen weiteren Ort zu besuchen; insbesondere in Kombination der unterschiedlichen Set-Collections.
An sechs verschiedenen Punkten kann man Siegpunkte erlangen. Dies muss man erst einmal im Blick behalten, zumal bestimmte Siegpunkte in verschiedenen Kombinationen erzielt werden können. Es gibt dabei drei Siegpunktschwerpunkte Collectibles, die Reiseerfahrung und die Set Collection der verschiedenen Zielarten.
In der vereinfachten Variante schließt man drei Bereiche aus, so dass es für Einstiegspartien einfacher sein dürfte.
Ich empfand Partien zu zweit wie auch zu viert gleich gut. Wie oben beschrieben, habe ich zu zweit ein wenig mehr Planungssicherheit, da die Gefahren, dass Zielkarten vor meiner Nase weggenommen werden, geringer ist. Aber es hat auch zu viert gut funktioniert.
Was bei Wanderlust zusätzlich auffällt, ist die grafische Gestaltung der einzelnen Karten, die ich sehr ansprechend finde. Alle 68 Zielkarten haben eine individuelle grafische stadttypische Gestaltung. Macht viel Spaß sich anzuschauen.
Die Anleitung von zehn Seiten sollte nicht suggerieren, dass es sich um ein zu komplexes Spiel handelt. Von den zehn Seiten kann man ein Titelblatt, zwei Seiten Material und Spielaufbau und drei Seiten Erläuterungen von Karten abziehen, so dass am Ende vier Seiten Regeln überbleiben.
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Kleine Anmerkung
Das Spiel wurde inzwischen schon weiterentwickelt. U.a. sind auf den Tickets die Symbole jetzt auf beiden Seiten, es sind persönliche wie auch Geheimmissionen eingeführt worden und die Symbolik im Spiel wurde an vielen Stellen deutlich überarbeitet und verbessert (daher bin ich auf diese in meiner Kritik nicht mehr eingegangen).
Die aktuellen Regeln auf Deutsch können auch beim Verlag selbst eingesehen werden.
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Zusammenfassung
Wanderlust ist ein gut ausgestattetes Familienspiel mit sehr schönem Material und bekannten Mechanismen. Wir haben das Gefühl, vieles schon einmal hier und dort gesehen zu haben. Wer Innovatives erwartet, wird hier nichts dramatisch Neues finden.
Dennoch finde ich Wanderlust in sich sehr rund und sehr gut spielbar. Über verschiedene Partien hat man eine kleine Lernkurve, um verstärkt auf die Kombinationen der Siegpunkte zu schauen und erfolgreich zu erreichen.
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- Tolle liebevolle grafische Illustration des Brettspiels Wanderlust.
- Viele bekannte Mechanismen
- Unterschiedliche Siegpunktstrategien und verschiedene Trade-Offs, die man für sich gut managen muss
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- Ein bestimmter Glücksfaktor ist nicht zu leugnen
- wenig Innovatives
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Aus meiner Spielerperspektive: Wanderlust setze ich eher in die Kategorie der gehobenen Familienspiele. Wie oben beschrieben, sind Ähnlichkeiten zu verschiedenen Spielen (Elfenland, Zug um Zug, Trekking the World) deutlich fühlbar.
Trotz einer gewissen Lernkurve über einige Partien könnte Wanderlust für mich persönlich aus der Perspektive eines Viel- und Kennerspielers auf Dauer zu wenig Abwechslung bieten.
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Manchmal ist es mit dem Timing wie verhext. Dieses Jahr kommt wohl auch ein zweites „Wanderlust“ raus,das im englischen „Summer Camp“ hieß. Wird sicher den einen oder anderen verwirren.
Ja, war ein dümmer Zufall.
Die Rezension ist inhaltlich hilfreich.
Aber Grammatik und Orthographie sind eine Zumutung.
Die Rechtschreibung ist super, es wurden nur zwischendurch Wörter vergessen und das Gendering nervt. „Spielende“ und „Spielende“ machen den Text stellenweise unlesbar.
Ich wäre dafür, jegliche Form von menschlichem Wesen durch ein „X“ zu ersetzen. So ähnlich wie die Schlümpfe, die alles „schlumpfen“.
Und schon gibt es ein eindeutiges Spielende, wenn 2 bis 5 X das Spiel beenden.