Sonntag, April 14, 2024
StartJahr2023REVIEW | Rezension Brettspiel Mantis

REVIEW | Rezension Brettspiel Mantis

Das Brettspiel bzw. Kartenspiel Mantis von den Machern von Exploding Kitten wurde mir im Februar in Nürnberg auf der Spielwarenmesse vorgestellt.

Auf Basis der ersten Erklärung war ich erst einmal noch nicht so richtig geflasht und hätte Mantis links liegen gelassen. Nachdem ich dann aber einige Stimmen wahrgenommen habe, die von dem Kartenspiel doch recht angetan waren, wanderte das Spiel in das Urlaubsgepäck.

Dort kam das Spiel nahezu jeden Tag irgendwie auf den Tisch.

Christoph


SPIELBESCHREIBUNG

Mantis besteht aus sieben Kartengruppen a 15 Karten, die farblich und mit einem Symbol ausgestattet sind. Zur Unterstützung sind auf der Rückseite drei mögliche Farben der Vorderseite angegeben.

Zu Beginn erhält jeder Spieler vier beliebige Karten und legt diese vor sich offen aus. Reihum müssen wir nun entscheiden, ob wir eine Karte nehmen und sie in unsere Auslage einfügen oder die Karte einem Mitspielenden zeigen. Dabei darf ich die Karte vom Nachziehstapel erst umdrehen, wenn ich eine der folgenden Entscheidungen getroffen habe:

A) Karte nehmen

Nehme ich mir eine Karte und habe die gleiche Farbe schon in meiner Auslage liegen, darf ich mir alle Karten nehmen und auf meinen Siegpunktstapel legen. Beträgt dieser 10 oder mehr Karten, habe ich das Spiel direkt gewonnen. Habe ich die Farbe noch noch nicht ausliegen, so lege ich die Karte einfach vor mir ab.

B) Karte einem Mitspielenden zeigen.

Hat der Mitspielende die Farbe vor sich ausliegen, die auf meiner Karte enthalten ist, so bekomme ich alle Karten der Farbe aus seiner Auslage und lege diese in meine Auslage. Andernfalls bekommt er die Karte.

Dann ist der nächst dran.



AUTOR: Ken Gruhl, Jeremy Posner ■ GRAFIKER: Matthew Inman
VERLAG: Exploding Kitten ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2023

spieler

2-6 Spieler

alter

ab 7 Jahren

zeit

ca. 10 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Asmodee)


SPIELGEFÜHL

Mantis ist extrem schnell erklärt und jede Partie dauert zwischen fünf und zehn Minuten.

Dabei ist Mantis mit einem einfachen Push your Luck und Set Collection Mechanismus ausgestattet, der sofort ins Blut übergeht.

Mantis zielt für mich auf die gleiche Zielgruppe wie L.A.M.A. ab, die jedoch noch ein wenig mehr Ärgern am Brettspieltisch ertragen können. Dabei wiegt das Glückselement beim Spiel hin und her. Passt die Karte vom Nachziehstapel zu meiner Auslage oder nicht. Immer wieder werden Karten von den Mitspielenden gegenseitig gestohlen und warten darauf „geerntet“ oder wieder verloren zu werden. Daher sind die Emotionen am Brettspiel Tisch recht hoch. Man hofft immer wieder auf die richtigen Rückseiten. Und wehe sie kommen nicht oder es ist dann doch eine andere Farbe als die erhoffte.

Wer jetzt aber irgendwelche taktischen Tiefen erwartet, der ist bei Mantis sicherlich falsch. Das Kartenspiel will einfach gespielt werden und richtet sich eher an Familienspieler, die sich keinen langen Spielzügen hingeben wollen. Kurze, schnelle Entscheidungen mit direktem Ergebnis.

Eine Partie geht schnell herum, so dass aus einer Partie schnell 3 bis 4 Spiele geworden sind, da man direkt Revanche einfordert.

Wenn es was aus Sicht eines Familienspiels zu kritisieren gibt, dann die unnötig große Verpackung. Da hätte es 1/4 absolut getan. Mag vielleicht auch am Preispunkt liegen. Die Karten jedenfalls sind sehr wertig.

Gespielt habe ich das Spiel mit 2, 3 und 4 Personen. Dabei fand ich das Spiel zu dritt und zu viert etwas besser. Zu Zweit spielt man bis 15 und ist nach einem erfolgreichen Klau direkt noch einmal dran. Das kann schon mal unbefriedigend für das Gegenüber sein, da Beute ggf. auch direkt in Sicherheit gebracht werden kann.


Zusammenfassung

Mantis ist eines dieser gute Laune-Ärger-starke-Emotion-am-Brettspieltisch-Spiele. Durch seine schnellen Entscheidungen und kurzen Spielzüge eignet es sich auch für Nichtspieler und ist für mich eines dieser Restaurant-ich-warte-auf-mein-Essen-Spiel.

Zum Mitnehmen eignet sich die Schachtel jedoch nicht unbedingt. Kein Hosentaschenformat.

  • Schneller Einstieg durch einfache Regeln
  • Hoher emotionaler Faktor am Brettspieltisch
  • Schöne grafische einladende Gestaltung.
  • Hoher Glücksfaktor. Wer das nicht mag, ist sicherlich falsch.
  • Ich verstehe nicht, warum man die Schachtelgröße so überdimensionieren musste. Da hätte es ein Viertel absolut getan. Dieses ist für mich der größte Kritikpunkt am Spiel.

Aus meiner Spielerperspektive: Das ist kein Kenner- oder Expertenspiel. Dennoch mag ich zwischendurch auch gerne mal was seichtes mit Ärgerfaktor. Und genau dafür ist Mantis richtig. Will aber auch nicht mehr sein.

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