Samstag, Oktober 1, 2022
StartJahr2021REVIEW | Rezension Brettspiel Caesar's Imperium

REVIEW | Rezension Brettspiel Caesar’s Imperium

Ich bin großer Comic-Fan und liebe den Belgo-Französischen Comicstil, zu dem neben Tim und Struppi, Gaston etc. auch Asterix zählen. Von daher bin schon einmal aufgrund der Aufmachung sehr neugierig auf dieses Spiel.

Ob es ein optischer Blender ist oder doch etwas kann?

Sehen wir mal nach.


SPIELBESCHREIBUNG

Entsprechend der Spielerzahl wählen wir eine Brettspielseite. Dazu erhält jeder Spieler seine Kohorten sowie ein Ablagetableau. Auf diesem werden später die Städte-Ressourcentoken abgelegt werden.

Der Spielplan wird noch mit den Städteplättchen bestückt, auf die zusätzlich willkürlich die Ressourcentoken gelegt werden. Von diesen gibt es neun verschiedene.

Dann kann es schon losgehen. Ausgehend von Rom platzieren wir reihum 1-2 Kohorten auf dem Spielplan. Dabei verbinden wir Städte miteinander und nehmen in dieser neu angeschlossenen Stadt sowohl das Stadtplättchen wie auch den Ressourcentoken. Dabei dürfen wir bereits bestehende Verbindungen der Mitspieler nutzen.

Dann gibt es Siegpunkte im Spiel und zwar für jede genutzte Kohorte einen Punkt (werden an mich und an die beteiligten Mitspieler verteilt). Dabei muss immer der kürzeste Weg von Rom ausgewertet werden. Sollte ich als Ressourcenplättchen Geld genommen haben, gibt es sogar die doppelte Punktezahl.

Dieses machen wir solange, bis alle Städteplättchen eingenommen wurden oder ein Spieler alle seine Kohorten gesetzt hat.

Dann gibt es Punkte für die Ressourcenplättchen und Goldtoken entsprechend des Tableaus sowie für den höchsten Städtemarker in der jeweiligen Region. Davon gibt es neun im Spiel zu viert und fünft.



AUTOR: Matthieu Podevin ■ GRAFIKER: Alexandre Bonvalot, Joëlle Drans
VERLAG: Holy Grail Games | Asmodee ■ ERSCHEINUNGSJAHR: 2021

spieler

2-5 Spieler

alter

ab 10 Jahren

zeit

ca. 30 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu )


SPIELGEFÜHL

Zunächst einmal auch wenn Asterix auf der Spielschachtel draufsteht, es ist kein Asterix drin. Naja nicht ganz, zumindest der grafische Stil und die liebevoll gemachten Kohorten. Das ist aber dann auch schon alles, was wir aus dem Universum der gallischen Krieger zu sehen bekommen. Das Spiel selbst gab es auch schon mal mit dem Namen Drogi do Rzymu wurde es vor zwei Jahren von Granna schon einmal veröffentlicht und hat nun einen frischen Anstrich bekommen.

Also Mogelpackung oder nicht?

Eine 7,0 bei BGG spricht bei einem Familienspiel zunächst einmal nicht unbedingt dafür und wenn man die erste Partie hinter sich hat bzw. auch schon während dieser, erlebt man ein “kleines“ taktisches Einsetz-Ressourcen-Sammel-Wettlaufspiel.

Dabei muss ich direkt sagen, dass es mir in den Besetzungen zu viert am besten gefallen hat. Zu fünft ist die gefühlte Downtime ein wenig zu hoch und bei drei Spielern empfand ich die Anpassung bei den Ressourcen als etwas unbefriedigend, die man vorgenommen hat, um auf einem kleineren Spielplan zu spielen. Jedoch gibt es zwei Varianten die das Spiel auch zu zweit bzw. zu dritt besser machen, auch wenn es viele 2 Personenspiele gibt, die ich Cäsar‘s Imperium vorziehen würde. Also am besten zu viert bzw. zu dritt mit Varianten.

Aber was macht nun das Spiel aus?

Für mich sind es die schönen taktischen Elemente, dass man auf drei Ebenen unterwegs ist. Will ich also meinen unmittelbaren Zug mit vielen Siegpunkten haben und ggf. meinen Gegnern diese nicht zukommen lassen, dann schaue ich nach meinen bisherigen Kohorten nach. Will ich Ressourcen sammeln, so kann ich mich auf ein-zwei Sorten spezialisieren oder möglichst viele unterschiedliche einsammeln. Je mehr, desto stärker werden beide Richtungen belohnt oder ich schaue, dass ich den einzelnen Regionen jeweils und in den lukrativsten Stätten vertreten bin, um viele Siegpunkte abzustauben. Ihr merkt, da gibt es verschiedene Richtungen in die man denken kann bzw. diese sogar in seinen Überlegungen kombinieren muss.

Dabei empfand ich die Downtime noch relativ angenehm, da man die Optionen seiner Spielzüge auch schon bei der aktiven Phase der Mitspieler planen kann. Zumindest die verschiedenen Optionen durchgehen, da sich ja doch das ein oder andere noch verändern kann. Diese Optionen sind aber gut überschaubar und nicht sonderlich aufwendig im Kopf.

Und so fiebert man bei den Zügen der Mitspieler mit, ob sie sich für “das Richtige“ entscheiden und ggf. neue lukrative Optionen freispielen.

Das Spiel ist zum einen sehr schnell erklärt, aber auch sehr schnell gespielt, so dass es sich wunderbar als Füller für einen Abend eignet. Zielgruppe sind sicherlich eher Familienspieler.


Zusammenfassung

Sehr schnell zugängliches und kurzweiliges taktisches Einsetzspiel mit Wettlaufcharakter. Mit seinen schönen taktischen Elementen kommt keine Langeweile auf.

Positiv sind auch die unterschiedlichen Siegpunktstrategien sowie der hohe interaktive Grad des Spiels zu nennen.

Mit Asterix hat das Spiel jedoch relativ wenig zu tun. Thematisch daher weniger stark hat das Spiel eher einen abstrakten Charakter.

  • Schnelle Zugänglichkeit
  • Angenehm kurze Spieldauer
  • Schöne taktische Elemente des Belauerns bei hohem Interaktionsgrad
  • Mehrere Siegstrategien möglich
  • Thematisch nicht so stark. Das Thema ist eher beliebig.
  • Zu viert am besten, zu zweit eher weniger brauchbar, zu dritt und fünft gut, aber nicht herausragend.

Aus meiner Spielerperspektive: Wer einen schönen Füller haben möchte, wird auch als Kennerspieler positiv angetan sein.

Ist sicherlich kein Spiel für die Ewigkeit, aber geeignet, um es immer mal wieder hervorzuholen. Schöne emotionale kleine taktische Elemente.

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