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Montag, August 3, 2020
Start Jahr 2019 REVIEW Palm Island

REVIEW Palm Island

Alles aus bzw. in einer Hand könnte man zu diesem Spiel sagen, denn Palm Island kommt ohne großen Spieltisch aus und ist perfekt für eine Abwechslung zwischendurch z.B. auf einer Bahnfahrt geeignet.

Palm Island erschien im Rahmen einer Kickstarterkampagne und wurde dann anschließend vom Redaktionsteam von Kosmos lokalisiert.


SPIELBESCHREIBUNG

Wir haben einen Kartenstapel von 16 Karten (eigentlich 17 Karten mit der Rundenendekarte). Die Karten haben vier Bereiche. Zwei auf jeder Seite.

Zu Beginn des Spiels werden die Karten gemischt. Danach kann man sich das Deck einmalig ansehen.

Dann kann es losgehen. Wir spielen über acht Runden.

Während des Spielens sind immer die ersten drei Karten des Decks einsehbar. Dann muss ich mich Karte für Karte entscheiden, entweder,

  • die oberste Karte nach hinten zu stecken
  • oder eine der beiden vorderen Karten zu aktivieren. Diese stecke ich dann ebenfalls nach hinten und führe die Aktion Lagern (jedoch maximal vier Karten gleichzeitig), Rotieren oder Wenden aus. Anfallende Kosten muss ich aus meinen gelagerten Karten bezahlen. Dabei kann es auch zu Überzahlung kommen.

Nach acht Runden endet das Spiel und wir ermitteln die Siegpunkte aus den 16 Karten und vergleichen diese mit der Punktetabelle.

In weiteren Spielen kommen Errungenschaften hinzu, die man in seinem Spiel nutzen kann.

Des Weiteren kann Palm Island auch kooperativ gespielt werden, da im Spiel zwei Decks zur Verfügung stehen. Dazu sind die Dörfer von Katastrophen zu beschützen, die als zusätzliche Karten ins Spiel kommen.



AUTOR: John Mietling ■ GRAFIKER: John Mietling
VERLAG: Kosmos ■ ERSCHEINUNGSJAHR 2019

spieler

1-2 Spieler

alter

ab 10 Jahren

zeit

ca. 15-20 Minuten

Spielregeln (ext. Link zu Kosmos)


SPIELGEFÜHL

Palm Island muss man lieben lernen. Zumindest war das bei mir der Fall. Dazu habe ich noch in den ersten 2-3 Partien den Fehler gemacht, das Deck nicht zu mischen. Das ist aber wichtig, damit sich die Partien nicht wiederholend anfühlen.

Nachdem ich von vielen sehr positive Rückmeldungen bekommen habe, wurden noch weitere Partien drangehangen und so nach und nach setzte bei mir der Wiederspielreiz und die Jagd nach dem Highscore ein.

Das Spiel ist sehr einfach verstanden. Das liegt vor allem an den überschaubaren Regeln wie auch eingängigen Symbolik des Spiels.

Acht Runden hören sich zunächst viel an. Man wird aber schnell merken, wie schnell die Karten dann so durch die Hand „fließen“ und was man alles noch erledigen wollte, bis das Runden- bzw. Spielende dann aufleuchtet.

Teilweise muss ich mich auch entscheiden, Karten bzgl. Punkte aufzuwerten oder doch erst noch den Umweg über die Aufwertung von Ressourcen durchzuführen, die mir in den Runden danach hilfreich zur Seite stehen. Hier gilt es den richtigen Zeitpunkt zu finden, umzuswitchen.

Im Spiel zu zweit ist eine gute Absprache unerlässlich, um gegen die Katastrophen bestehen zu wollen. Die Koop-Variante fand ich nicht schlecht, dennoch würde ich das Spiel in der Solo-Variante bevorzugen.

Durch das Mischen des Decks vor (!) jeder Partie entstehen zudem neue Herausforderungen, so dass sich jedes Spiel irgendwie anders und neu anfühlt.

Wenn es etwas zu bemängeln gilt, dann kann das Handling der Karten schon mal etwas fummelig sein. Insbesondere wenn man in einem gefühlten Flow ist und schneller spielen will. Hier kann etwas mehr Geduld und Ruhe besser zum Ziel führen.

Dafür ist es aufgrund seiner Kompaktheit überall spielbar. Ob in der Bahn, beim Warten auf den Arzt, Palm Island hat mir schon so manche Wartezeiten vertrieben.

Bei der Zielgruppe bin ich mir aktuell noch nicht so sicher. Bei meiner Best of 2019/2020 Reihe habe ich Palm Island eher zu den Kennerspielen gesteckt.


Zusammenfassung

Gute Solo-Spiele gibt es nicht so häufig. Auch wenn es mittlerweile viele Autonoma-Varianten gibt, so funktioniert doch Palm Island hervorragend. Ist dabei auch noch kurzweilig zugleich.

  • Perfektes Solo-Spiel, was aber auch gut zu zweit im kooperativen Modus funktioniert.
  • Das Format ist überall mit hinnehmbar. Sehr gut, um Wartezeiten zu überbrücken. Gute Alternative zum Handyspiel.
  • Schnell verstanden, aber trotzdem herausfordernd.
  • Das Handling könnte für den ein oder andern etwas ermüdend sein.

Aus meiner Spielerperspektive: Palm Island trifft meinen Nerv. Auch wenn es Liebe auf den zweiten Blick war, so hat Palm Island einen festen Platz in meiner Spielesammlung gefunden. Mit den Errungenschaften zusammen bietet es auch einen längerfristigen Spielreiz und genug Herausforderungen für ein Kartenspiel.

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