StartAllgemeinDie glorreichen Gilden von Buttonville - REVIEW | Rezension Brettspiel

Die glorreichen Gilden von Buttonville – REVIEW | Rezension Brettspiel

Brettspielbox Brettspiele

Was haben Vladimir, der Graf, Helge, der Schneider, Buddy, der Buddler, Mané, der Maler, Mützel, der Magier und Marty, der Zeitreisende, gemeinsam? Sie sind Vertreter einer Gilde, die wir versuchen, in Buttonville anzusiedeln. Denn nur Die glorreichen Gilden von Buttonville können unserer Stadt Ruhm und Ehre bringen. 

Wie das gelingen kann, berichte ich Euch im Folgenden. 

Carina


Die glorreichen Gilden von Buttonville müssen in diesem Kartensammelspiel erst einmal in Buttonville angesiedelt werden, denn der Ort ist bei Spielbeginn noch völlig leer.

Unsere Aufgabe ist es, durch das Sammeln und Ausspielen von Karten mit den Wesen einer Gilde Ruhmespunkte zu sammeln.

Zu Spielbeginn wird aus den 25 Wesenssets, von denen es jeweils 12 Karten gibt, ein Kartendeck zusammengestellt. Für 2 Personen besteht der Kartenstapel aus 8 Sets, für 3 und 4 Personen aus 9 Sets. Nach dem Mischen wird mit der Startspieler-Figur die Anzahl Karten abgemessen, die für das Spielende beiseitegelegt wird. Von den übrigen erhalten alle Spielenden 4 Handkarten und 5 Karten werden in der Tischmitte ausgelegt. Zusätzlich erhalten alle je zwei Knöpfe.

Sind wir an der Reihe, nehmen wir als Pflichtaktion zwei Karten – entweder aus der Auslage oder vom verdeckten Stapel – auf die Hand. Danach dürfen wir optional ein Set aus gleichen Wesen vor uns ausspielen. Wir können diese immer nur neu auslegen und sie nicht an bereits liegende Reihen anlegen. Die Wesen ermöglichen häufig Effekte, die nach dem Auslegen angewandt werden oder die dauerhaft genutzt werden können. Am Ende des Zuges darf von jeder Gilde nur eine ausliegen und es müssen zudem Handkarten abgeworfen werden, sofern es mehr als 7 sind.

Auf diese Weise ziehen wir Karten und spielen diese aus, sammeln unsere Gilden in der Auslage vor uns sowie ggf. Knöpfe. Ist der abgemessene Kartenstapel aufgebraucht, wird das Spielende eingeläutet. Die aktuelle Spielrunde wird noch zu Ende gespielt, danach wird noch eine komplette Runde durchgeführt, wobei der beiseitegelegte Stapel als Nachziehstapel verwendet wird. 

Abschließend zählen alle ihre Punkte, die sich aus der Größe der jeweiligen Gilden ergeben und deren Wert an der Wertungsübersicht abgelesen werden kann. Zudem erhält man für je zwei Knöpfe einen Ruhmespunkt. Wer insgesamt die meisten Punkte erreichen konnte, gewinnt Die glorreichen Gilden von Buttonville.

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu Ravensburger)


Die glorreichen Gilden von Buttonville haben mich in meiner ersten Partie nicht wirklich begeistert. Okay, diese Setcollection-Kartenspiele sind auch nicht mein favorisierter Mechanismus – daher hatte Buttonville es auch nicht so einfach. Dennoch war ich weiter neugierig und wollte die vielen unterschiedlichen Wesen kennenlernen, die sich in dieser Schachtel verbergen. Und was soll ich sagen? Mittlerweile weiß ich viele Facetten am Spiel zu schätzen. 

Karten nehmen, Karten ablegen, fertig

Zum einen ist Die glorreichen Gilden von Buttonville ein sehr zugängliches Spiel. Was wir tun – zwei Karten nehmen und ggf. ein Set ablegen – ist extrem zugänglich. Das Regelwerk ist daher schnell vermittelt und verstanden. Außerdem hilft die redaktionelle Aufbereitung des Spiels mit Übersichten und Kurzerklärungen auf separaten Karten, alles schnell zu erfassen oder nachzulesen. Und durch das flotte Spielprinzip ergibt sich ein guter Spiel-Flow. Für lange Grübelphasen ist hier kein Platz vorgesehen. 

Und was kann der jetzt?

Die Herausforderung besteht einzig darin, dass man die unterschiedlichen Gilden und ihre Funktionsweisen erst einmal kennenlernen muss. Prima ist es, dass das Spiel ein Startdeck vorschlägt und auch noch drei weitere Empfehlungen für Partien an die Hand gibt – sonst wäre die Auswahl zu Beginn zu schwierig. Dennoch: Die Texte der Karte lesen und verstehen ist die Hauptbeschäftigung in der ersten Partie mit einem neu zusammengestellten Deck. Nach einer solchen ersten Partie folgt dann eigentlich immer direkt eine zweite, in der man die Kniffe und Effekte gleich viel besser anwenden kann. Sind die Karteneffekte – Aktion/Dauerhaft/Spielende – verstanden, spielt sich die zweite Partie gleich viel besser. Gut, dass eine Partie schnell gespielt ist, da macht eine Wiederholung den Braten nicht fett. 

Verwaltungsaufwand

Spielt man eine zweite Partie mit dem gleichen Deck, hat das weitere Vorteile: Es entfällt jeweils einmal der anfängliche Aufwand, das Deck gut durchzumischen, sowie der Aufwand, das Deck nach der Partie zu sortieren, damit die Gilden wieder geordnet verpackt werden können. Geht man hier sorgfältig zu Werke, dauern Aufbau und Abbau des Spiels recht lange im Verhältnis zur Spielzeit. Eine zweite Partie würde ich daher immer empfehlen, damit sich der Aufwand dafür auch gelohnt hat. 

Je mehr, desto besser

Die unterschiedlichen Karten machen Spaß, erkundet zu werden. Bei manchen Effekten macht es erst später „klick“, wie man diese am besten einsetzen sollte. Am wertvollsten sind natürlich immer die Effekte, bei denen man noch später im Spiel an bereits ausliegende Gilden weitere Karten anlegen kann, was durch die Grundregel des Spiels eigentlich verboten ist. Denn: Je länger die ausliegende Gildenreihe, desto höher die mögliche Punktzahl, die damit erzielt werden kann. 

In kleiner oder großer Runde?

Manchmal ist es notwendig, Aktionen und Effekte in ihrer Wirkweise gegenzurechnen, um zu entscheiden, was einem beim Ausspielen der Gilden mehr einbringt. Diese Überlegungen ziehen das Spiel aber nicht erheblich in die Länge. Auch nicht zu viert. In größerer Runde sind auch die Interaktionselemente spannender. Diese kommen mit mehr Personen besser zum Tragen als nur mit zwei Personen. Aber auch zu zweit lässt sich Buttonville gut spielen. Da wird die angegebene Spielzeit von 30 Minuten mit geübten Spielenden meist deutlich unterschritten.

Was? Schon vorbei?

Das Spielende kommt manchmal zu früh. Vor allem im Spiel zu zweit spielt man nur etwas mehr als die Hälfte des Stapels durch, bevor abgerechnet wird. Doch vermutlich ist es gut bemessen, da es andererseits manchmal gegen Spielende etwas schwieriger werden kann, noch sinnvoll zu agieren. Wenn man bereits viele Gilden vor sich ausliegen hat, fehlen die Ideen, was man noch Schlaues machen könnte. Daher: Lieber eine knackiges Ende, als ein zäher Abschluss. 

Fällt auf oder gefällig?

Die originelle Benennung der Wesen, die popkulturellen Anspielungen und die Zuordnung der jeweiligen Effekte der Karten zu den Gilden-Figuren sind sorgsam ausgewählt und machen den Charme der Gestaltung aus. Dennoch ist der Stil des Spiels alles andere als Mainstream. 

 Mir gefällt er gar nicht, anderen hingegen total gut. Witzig fand ich die Beschreibung einer Mitspielerin, die es optisch „irgendwo zwischen BabaPapa und Star Wars“ eingeordnet hat. 

Ich finde es auf jeden Fall mutig, für ein Familienspiel diese recht eigenwillige Gestaltung zu wählen. Sie fällt auf, ist aber gleichzeitig nicht unbedingt „gefällig“. 

Abschließend erwähnen möchte ich noch das sehr gute Ordnungssystem in der Schachtel. Man sollte das Spiel allerdings nicht hochkant lagern, da es dann schnell mal passieren kann, dass alle Karten aus ihren Fächern fallen. 

  • Einfache, zugängliche Regeln mit überraschender Spieltiefe
  • Flottes Spieltempo, guter Flow
  • Sehr gutes Ordnungssystem sowie Spiel-/Orientierungshilfen
  • Eigenwillige Optik
  • Karteneffekte brauchen immer eine Einführungspartie, bevor man sie gut anwenden kann
  • Recht viel Verwaltungsaufwand für die kurze Spieldauer

Die glorreichen Gilden von Buttonville sind ein Kartensammel- und -auslegespiel, das sehr zugänglich ist und einfach erlernt werden kann. 

Spieltiefe und Varianz werden dem Spiel durch die zahlreichen unterschiedlichen, originell gestalteten Kartensets verliehen, die jede Partie ein wenig anders gestalten. Diese Sets müssen in ihrer Wirkweise aber immer zunächst in einer Kennenlernpartie verstanden werden, um sie danach sinnvoll anzuwenden. 

Da Die glorreichen Gilden von Buttonville aber schnell gespielt ist, ist eine Folgepartie meist kein Problem. Damit sich der Aufwand für das Vor- und Nachbereiten des Spielkartenstapels lohnt, bieten sich ebenfalls mehrere Partien nacheinander an. 

AUTOR: Christian Kudahl, Erik Andersson Sundén
ARTIST: Matt Owen 
VERLAG:
Ravensburger
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

2-4 Spielende

8 Jahre

30 Min.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein

Most Popular

Recent Comments