Samstag, Februar 14, 2026
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Point of View – Clash Club – REVIEW | Rezension Brettspiel

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Die ersten Partien von Point of View haben unsere Spielrunde begeistert und seitdem sind wir Fans. Das Spiel hat einen gelungenen Ansatz, ein tolles, kooperatives Spielerlebnis zu zaubern, das uns ein gemeinsames Erlebnis schenkt. Es hat Insider geschaffen, die lange Bestand haben.

Nun kommt in deutlich verkleinerter Schachtel eine neue sog „1. Session – Clash Club“ daher, auf die wir gleich gespannt waren. Und wir wurden überrascht: Am Spielkonzept wurde nämlich ein wenig gedreht und Verbesserungen durchgeführt, die dem Spiel guttun. Welche das sind, lest Ihr im Folgenden. 

Carina


Point of View ist ein kooperatives Kommunikationsspiel, in dem wir gemeinsam eine Geschichte erleben. Das Besondere dabei: Jeder sieht die Situation aus einem anderen Blickwinkel, den die anderen (erstmal) nicht kennen.

Optimalerweise spielt man Point of View zu viert. In dem Fall erhalten alle Mitspielenden einen eigenen Sichtschirm einer Himmelsrichtung, den sie vor sich aufstellen. Im Spiel zu zweit erhält jeder einen eigenen Sichtschirm von gegenüberliegenden Himmelsrichtungen und legt die anderen beiden offen aus. Zu dritt wird nur eine Himmelsrichtung offen ausgelegt.

Das Spiel funktioniert mittels Story-Karten. Diese können wahlweise selber gelesen oder über den QR-Code auf der Rückseite mit der Point of View-App gescannt und dann vorgelesen werden. Die Mitspielenden sind Teil einer Geschichte, die in einem seltsamen, ziemlich abgefahrenen Club spielt. Hier gilt es Aufgaben zu erfüllen, Fragen zu beantworten und darum, einen Kriminalfall zu lösen. Manchmal erhalten Mitspielende zusätzlich noch Karten mit Sonderinformationen.

Im Gegensatz zu den beiden ersten Ausgaben von Point of View ist das Spiel deutlich kürzer. Das Spiel umfasst vier Kapitel, wobei nach jedem Kapitel die Sichtschirme und Karten an die nächste Person weitergegeben werden. Das Spiel endet nach 60 Karten und dauert rund 2 Stunden. Das Wertungssystem besteht darin, dass man richtig und falsch beantwortete Fragen separat sammelt und diese bei Spielende abzählt. Die Wertungsliste in der Spielregel gibt dann an, wie wir abgeschnitten haben. 

Brettspiel Regeln

Spielregeln (ext. Link zu HABA)


Grundsätzlich verweise ich an dieser Stelle auch auf die Review zum ersten Fall von Point of View – hier wird das grundsätzliche Spielprinzip genau erklärt und auch ein guter Gesamtüberblick über das grundsätzliche Spielgefühl gegeben: 

Gestraffte Story

Fans der Point-of View-Reihe kommen auch in der neuen Episode wieder auf ihre Kosten. Die „1. Session – Clash Club“ funktioniert ein wenig anders als die ersten beiden Episoden: Die Kapitel sind deutlich kürzer, man gibt die Sichtschirme dadurch früher weiter und lernt auf diese Weise schneller alle Perspektiven des Settings kennen. Man erlebt die Geschichte schneller und das Ganze funktioniert gestraffter. Längen in der Story werden auf diese Weise ausgeschlossen, man kommt wesentlich flotter zum Ende. Das tut dem Spiel gut, da man es an einem Stück durchspielen kann, ohne mit Aufmerksamkeit und Konzentration an seine Grenzen zu gelangen. 

Besser für den Einstieg?

Wer sich mit der Reihe auskennt, hat am Ende ein wenig das Gefühl, durch die Story durchgerusht zu sein. Ein, zwei Rätsel pro Kapitel mehr, wären auch okay gewesen. Wir hatten ein wenig den Eindruck, dass wir in den letzten beiden Kapiteln kaum noch in die Faltpläne geschaut haben – aber vermutlich trügt der Eindruck. 

Wer Point of View noch nicht kennt, sollte lieber mit dieser verkürzten Fassung beginnen und kann sich dann mit den anderen Episoden steigern. Unsere erfahrene Point of View-Gruppe konnte die Fragen und Aufgaben der ersten beiden Kapitel extrem geschmeidig lösen. Die Antworten wurden schneller geliefert, als die Fragen gestellt waren. Die Anforderung der Aufgaben und Fragestellungen steigerte sich während der Partie leicht und es war auch im späteren Verlauf schonmal eine Fangfrage darunter. Auch zwei sehr schöne Überraschungseffekte hatte die Episode zu bieten. 

Ein bisschen zu hart?

Die Story selber knüpft an den letzten Fall an, was nicht zwingend hätte sein müssen. Ebenso hätten einige Aspekte der Story ebenfalls nicht sein müssen, obwohl man 12-jährige sicherlich schon mit der Endlichkeit des Seins konfrontieren kann. Ich bin aber immer wieder verwundert, welche harten Ecken und Kanten die abstrusen und immer recht freakigen Geschichten aufweisen. Dann schwirrt immer kurz der Gedanke „Hätte ich jetzt von einem Haba-Spiel gar nicht erwartet“ durch den Kopf.  Auf jeden Fall ist die Story trotz der hin und wieder sehr seltsamen Anmutungen nachvollziehbar – nur das Ananas-Rätsel hätten wir uns klarer formuliert gewünscht. Im Spiel sind weiterhin Teamwork und Präzision beim Suchen und dem gegenseitigen Schildern von Detail gefragt. 

Whats App?

Scheinbar wurde auch sinnvoll an der Funktionalität der App gearbeitet. Das Einscannen der Karten funktionierte viel besser als bislang. Auch die Erzählung geriet im Gesamten besser, obwohl immer noch ein paar seltsame Betonungen und falsche Aussprache vorkommen. Ein wenig überflüssig sind die Kapitelzusammenfassungen, wenn man das Spiel in einem Rutsch durchspielt. 

Echt nervig ist allerdings, dass nach dem Vorlesen der Karten die Musik sehr laut wird, so dass man ständig die Lautstärke regulieren muss. 

  • Schöne Fortsetzung der Reihe, die flotter und gestraffter funktioniert
  • Kooperativ und kommunikativ und damit teambildend 
  • Mit schönen Überraschungseffekten
  • Die Story bleibt in Teilen sehr freaky und ist unnötig hart
  • Die Aussprache und Betonung der KI-Vorlesestimme könnten noch verbessert werden

Point of View – 1. Session – Clash Club knüpft nahtlos an die vorherigen Fälle von Point of View an. In kürzerer Spielzeit und mit gestraffter Story spielt es sich aber deutlich flotter, was dem Spiel guttut. Das Spiel in der gleichen Viererrunde an einem Abend ohne Ermüdungserscheinungen durchzuspielen, ist daher kein Problem mehr. 

Alle positiven Aspekte wie die unterschiedlichen Faltpläne und Sichtweisen, die wir während des Spiels weitergeben, die notwendige Kooperation und Kommunikation bleiben dabei erhalten. Auch die Funktionalität der App wurde verbessert. 

Für Fans der Reihe ist es daher ein schönes neues Kapitel, auf das sich alle freuen können. Für Neulinge bei diesem Spielkonzept ist es vermutlich sogar der bessere Einstieg. 

AUTOR: Lukas Bleuel
ARTIST: Synty Studios
VERLAG:
HABA
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

2-8 Spielende

12 Jahre

90-120 Min.

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