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Turm der Tiere – Kinderspiel-Review des Monats

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Acht Tierpaare leben einträchtig zusammen in einem Turm. Aber wenn einem das Zusammenleben zu viel wird, gibt es zum Glück viele unterschiedliche Zimmer, um sich zurückzuziehen und die Ruhe zu genießen.

Ein habgieriger Zauberer belegt den Turm jedoch eines Tages mit einem bösen Fluch, um an die schönen Edelsteine der Tiere zu gelangen, die sie ebenfalls im Turm aufbewahren.

Alle Räume sind plötzlich weggezaubert und die Tierpaare finden nicht mehr zueinander.

Nun ist es an der Zeit den Tieren zu helfen und mit einem magischen Spiegel den Turm zu erkunden, die Paare zu finden und vom Fluch zu befreien.

Zur Belohnung beschenken die Tiere dich mit ihren Edelsteinen. Wer am Ende die wertvollsten besitzt, gewinnt das Spiel.

Tanja Mrosek

Der Turm wird aus mehreren runden Plastikelementen zusammengesetzt, die sich nach oben hin zuspitzen. Die Raumplättchen, auf denen die einzelnen Tiere abgebildet sind, werden verdeckt gemischt und auf die dafür vorgesehenen Bereiche verteilt. Die großen blauen Plättchen werden auf die untere, die grünen auf die mittlere und die pinken auf die oberste Ebene gelegt. Deine Spielfigur setzt du auf einem Raum der untersten Ebene ein, jede Figur kann auf einem anderen Raum starten.

Die unterschiedlichen Edelsteine in den Farben Blau, Grün und Pink, ein Würfel mit den aufgedruckten Werten 1, 2, 3 und 4 und ein kleiner Pappspiegel werden ebenfalls bereitgelegt.

Die Suche kann beginnen

Bist du am Zug, würfelst du und setzt deine Figur gemäß des Würfelwurfs vor, es dürfen keine Schritte verfallen. Beim Setzen kannst du mit oder gegen den Uhrzeiger ziehen. Auf dem Feld angekommen, darfst du nun schauen, welches Tier sich in diesem Raum aufhält. Du drehst jedoch nicht einfach das Plättchen um, sondern du benutzt zum Nachschauen den kleinen Pappspiegel. 

Jedes Plättchen verfügt über eine Ausbuchtung, auf dessen Unterseite eine kleine Abbildung des Tieres zu sehen ist, welches sich in diesem Raum befindet. Im Hintergrund ist zusätzlich eine Farbe hinterlegt, die einen Tipp gibt, auf welcher Ebene man das passende Gegenstück finden kann. Mit dem Spiegel kannst du nun schauen, welches Tier in diesem Raum ist und versuchst den Spiegel so zu halten, dass nur du dies erkennen kannst.

Ist also zum Beispiel auf der unteren Ebene ein Frosch mit rosa Hintergrund zu sehen, musst du sofort auch in der obersten Etage einen Raum mit dem Spiegel erkunden, um den anderen Frosch zu finden.

Ist es nicht das gleiche Tier, passiert nichts weiter und das nächste Kind ist an der Reihe. Findest du auf diese Weise ein Tierpaar, deckst du nun beide Räume auf die offene Seite und die Tiere belohnen dich mit zwei Edelsteinen. Die Farbe der Steine ist davon abhängig, in welcher Etage du mit deiner Spielfigur stehst.

Befindest du dich zum Beispiel auf der untersten Ebene, wird ein blauer Stein auf jeden der beiden Räume gelegt, egal in welcher Ebene sich der andere Raum befindet. Den Stein in deinem Raum darfst du sofort in deinen eigenen Vorrat legen, der andere bleibt auf dem Raum liegen, So ist es möglich, dass unterschiedliche Edelsteine auf den drei Ebenen platziert werden. Diese können im Laufe des Spiels eingesammelt werden, wenn du in deiner Bewegungsphase genau auf diesem aufgedeckten Raum endest. Zusätzlich – unabhängig davon, ob ein Stein auf dem Raum liegt oder nicht – darfst du mit dem Spiegel unter einen beliebigen verdeckten Raum im Turm schauen, als Trostpflaster dafür, dass du in diesem Raum kein Tierpaar mehr entdecken kannst.

Wie kannst du dich im Turm fortbewegen?

Um auf die unterschiedlichen Etagen des Turmes zu gelangen, müssen zunächst die Treppen in der blauen und grünen Ebene gefunden werden. Hier gilt das gleiche Prinzip wie beim Finden der Tierpaare. Es gibt zwei Treppen, die gefunden werden müssen.

Sobald die Treppen entdeckt und “entzaubert“ wurden, können alle Mitspielenden diese nutzen, um zwischen den drei Etagen hin- und herzulaufen.

Wann endet die Suche im Turm?

Sobald alle Tierpaare und Treppen gefunden wurden, endet das Spiel und es wird geschaut, wer die wertvollsten Edelsteine besitzt. Der blaue Stein ist einen, der grüne zwei und der pinke drei Punkte wert. Die Werte werden zusammengezählt. Haben mehrere Kinder die meisten Punkte, teilen sie sich den Sieg.

Spielregeln (ext. Link zu Schmidt Spiele)

Dieses Bild hat ein leeres Alt-Attribut. Der Dateiname ist Brettspielbox-Brettspiel-Spielgefuehl-und-Einschaetzung.png

Vor dem Spiel muss man zunächst den Turm aus mehreren Plastikelementen zusammenbauen. Das konnten in der Kita die meisten Kinder mit ein bisschen Hilfe schon selbst erledigen, ebenso das Einsetzen der unterschiedlichen Raumelemente.

Torte oder Turm

Ist das Spiel aufgebaut, erinnert es mich eher an eine dreistöckige Torte, als an einen hohen Turm. Aber das ist wohl den Räumen geschuldet, die die unterschiedlichen Tierpaare abbilden. Da gibt es zum Beispiel die lesenden Eulen, die Schach spielenden Schildkröten oder die Igel, die sich in einer Küche aufhalten. Jedoch jeweils alleine, ohne Ihr Gegenstück. Und die Spielfiguren brauchen ja auch ihren Platz zum Laufen und Stehen, da kann es ja auch schon mal vorkommen, dass zwei oder drei auf einem Raum stehen, in der obersten Etage wird es da schon enger.

Faszination Edelsteine

Zusätzlich gibt es auch noch die Ausbuchtung mit der geheimen Botschaft auf der Unterseite, die ja auch eine gewisse Größe haben muss, damit man etwas erkennen kann.

Die Optik stört die Kinder gar nicht, sie finden die Ausstattung toll. Die Edelsteine, der Turm und der Spiegel üben eine große Anziehungskraft auf die Kinder aus. Im Grunde handelt es sich jedoch um ein klassisches Memo-Spiel, in dem die Kinder die zusammenpassenden Paare finden müssen.

Spiegelei 

Der Kniff besteht in diesem Spiel aus dem kleinen Spiegel, mit dem die Kinder möglichst geheim an den unterschiedlichsten Stellen im Turm Informationen sammeln müssen und, falls ein Paar gefunden wurde, auch die anderen Mitspielenden davon profitieren können, wenn sie den zweiten Edelstein einsammeln, der auf dem anderen Raum platziert wird. So haben auch Kinder eine Chance Punkte zu sammeln, die selbst keine oder nur wenige Paare finden. 

Wo sind sie bloß?

Das Spiel kann sich aber gerade am Anfang mitunter in die Länge ziehen, wenn partout keine Paare gefunden werden oder die Treppen für die nächsten Etagen nicht aktiviert werden. Hinzu kommt, dass die Kinder gerade in den ersten Partien immer wieder mit Ihrer Kleidung an den Ausbuchtungen hängen bleiben und dadurch den Turm verschieben und bereits ausliegende Edelsteine herunterfallen. Aber auch das gibt sich mit der Zeit. 

Spielend um die Ecke 

Die Idee mit dem Spiegel finde ich wirklich spannend, da die Kinder so spielerisch lernen “um die Ecke” zu sehen. Das fällt ihnen am Anfang noch schwer, wird aber durch weitere Spielpartien gefördert. Man hätte hier jedoch wirklich in einen besseren Spiegel investieren können. Die Spiegelfolie ist okay, aber nicht gut und wenn die Lichtverhältnisse schlecht sind, können die Kinder nicht erkennen, was unter der Ausbuchtung zu sehen ist. Vor allem, weil sie versuchen, den Spiegel mit Ihren Händen vor neugierigen Blicken der anderen abzuschirmen, da wird es dann noch dunkler. Natürlich sagen alle immer wieder, dass bitte nicht gespinkst werden soll, aber im Prinzip macht es jedes Kind ohne Ausnahme. Und der Spiegel hätte robuster verarbeitet sein dürfen, schon nach einigen Partien war er am Stiel eingenickt.

Freundlicher Dieb 

Die Illustrationen von Mariana Zuanetti finden die Kinder ansprechend. Mir ist aufgefallen, dass der Zauberer, der die Tiere ja beklauen möchte, auf dem Cover viel zu freundlich wegkommt. Er sieht eher aus wie ein Freund der Tiere, als wie ein Eindringling in ihren Turm. Kinder sind da aber sehr genügsam und empfinden solche Details nicht als so störend.

Turm der Tiere kommt durch die Bank in der Kita gut an und wird meist zwei oder drei Partien hintereinander gespielt. Die Kinder haben die Handhabung und das Spielprinzip verstanden, und können sie von Partie zu Partie besser umsetzen.

Spielerisch zählen 

Lobend zu erwähnen ist hier die auf der Spielanleitung aufgedruckte Zählleiste, die das Zusammenzählen der Punkte erleichtert. Alle stellen Ihre Spielfigur, die sie ja nun nicht mehr auf dem Turm benötigen, auf das Startfeld und man geht für jeden gesammelten Edelstein die entsprechenden Felder nach vorne. Es gibt auch eine Abbildung, wo die drei Arten der Edelsteine dargestellt sind und die weißen Punkte auf Ihnen den Wert anzeigen. Solch eine Zählleiste wurde auch bei Lecker Lava angeboten und ist den Kindern in der Kita sehr vertraut. Sie können selbstständig, ohne Hilfe von uns Erwachsenen feststellen, wer gewonnen hat.

Turm der Tiere ist im Kern ein klassisches Memo-Spiel, das mit seiner Ausstattung einen hohen Aufforderungscharakter für die Kinder darstellt. Der Kniff mit dem kleinen “Zauber-” Spiegel gefällt mir sehr gut, da die Kinder lernen ihn wie ein Periskop (Einfallswinkel = Ausfallswinkel) einzusetzen und macht das Spiel dadurch deutlich attraktiver als “Memoryspiele von der Stange”.

Auch wenn der Turm mit seinem lila Mauerwerk und flachen Bauweise eher an eine Torte mit verschiedenen Etagen als an einen Turm erinnert, kommt er gut bei den Kindern an.

Beim Spiegel hätte man mehr Qualität ins Material investieren sollen, der Stiel ist nach einigen Partien bereits eingeknickt und die Spiegelung ist eher Mittelmaß. Hat man schlechte Beleuchtung am Spieltisch, kann es schwer fallen etwas zu erkennen.

Nachteil bei diesem Material ist jedoch: Fehlt ein Raumplättchen oder wird es beschädigt, ist es nicht einfach zu ersetzen, dafür sind sie zu speziell geformt.

Dies sind aber eher Beobachtungen, die ich während der Partien gemacht habe, die Kinder legen den Fokus auf den Spielspaß und den haben sie trotz der oben genannten Kritikpunkte definitiv mit Turm der Tiere. Daher wird das Spiel der Kita-Sammlung dauerhaft hinzugefügt.

AUTOR: Sophia Wagner
ARTIST: Mariana Zuanetti
VERLAG: Schmidt Spiele
ERSCHEINUNGSJAHR: 2025

2-4 Spielende

5 Jahre

20 Turm Min.

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