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Junge Brettspiel Verlage: Interview mit Laia und Sönke von Wonderbow

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Wonderbow ist ein junger Brettspiel Verlag, der erst seit kurzem tätig ist. Dahinter stecken Sönke und Laia, die ich hier auf der Brettspielbox interviewen konnte.

Gerade sind sie in aller Munde bzgl. ihrer sehr erfolgreichen Kickstarterkampagne von KELP, welches mit großer Sicherheit die Millionengrenze in den nächsten Tagen durchstoßen wird.

Hier sprechen wir über ihre Wurzeln, Motivation, Pläne und natürlich auch über KELP.

Firmendaten

Wonderbow – a brand of
Avalia Studios GmbH

Laia Gonzalez, Managing Director
Sönke Schmidt, Managing Director

Sitz in Hamburg

Homepage

Interview mit Laia und Sönke von Wonderbow

Brettspielbox: Ihr habt mit Wonderbow einen neuen Verlag gegründet. Stellt euch bitte mal kurz vor?

Laia (Wonderbow): Wir sind Laia und Sönke aus Hamburg. Wir sind seit ein paar Jahren schon selbstständig und setzen seitdem gemeinsam verschiedene kreative Projekte um. Zum Beispiel Dokumentarfilme oder ein Buch. Jetzt wollen wir uns auf Brettspiele fokussieren. Nirgendwo können wir unsere Fähigkeiten und Leidenschaften besser einsetzen. Laia hat einen Hintergrund als Producerin und Projektmanagerin und Sönke als Grafiker und Artdirektor. Das Motto unseres Verlages Wonderbow ist „Wundervolle Spiele für wunderbare Menschen“. Und das ist auch genau das, was wir mit Wonderbow machen wollen.

Brettspielbox: Was ist eure Motivation Brettspiele herauszubringen?

Laia (Wonderbow): Wir finden, dass Brettspiele das tollste Medium sind, mit dem man sich beschäftigen kann. Sowohl privat als auch beruflich. Brettspiele bringen gleichgesinnte Menschen zusammen zum ausschließlichen Zweck eine gute Zeit zu haben. Es ist egal, wer man ist, war oder sein will, beim Spielen geht es ums Spiel. Zudem können sie ein wunderschönes Medium sein, sowohl haptisch, visuell, als auch thematisch. Brettspiele sind ein faszinierendes interaktives Kulturgut, an dem jeder Mensch teilhaben kann. Mehr Motivation geht eigentlich nicht.

Brettspielbox: Mit Seedrachen, Rebel Princess und Bad Baby Lich Lords bringt ihr drei Lokalisierungen heraus. Wie kam der Kontakt zustande?

Sönke (Wonderbow): Wir haben viel recherchiert und nach Spielen gesucht, die zu uns passen könnten. Wir schreiben die Verlage einfach an und wenn Interesse besteht, treffen wir uns online und spielen zusammen. Auf Zombi Paella sind wir eher zufällig gestoßen. Wir haben im Team darüber gescherzt, dass wir als Wonderbow in den BGG-Listen alphabetisch immer ganz unten stehen und haben dann gesehen, dass Zombi Paella nach uns gelistet ist. Wir fanden den Namen toll und haben dann geschaut, was die für Spiele machen, und sind so auf Rebel Princess gestoßen.

Brettspielbox: Wonach wählt ihr eure Spiele aus?

Sönke (Wonderbow): In einem Wort: Bauchgefühl. Zunächst einmal wählen wir nur Spiele, die wir selbst gern spielen. Neben eleganten, ungesehenen Spielmechaniken, die nicht unnötig überladen sind, heißt das auch eine tolle Tischpräsenz. Denn das ist für uns ein Teil des Spielerlebnisses. Das heißt natürlich nicht, dass die Spiele, wenn wir sie als Prototypen testen, schon fantastisch aussehen müssen. Man bekommt aber schnell ein Gefühl dafür, ob sich ein Thema schön umsetzen lässt. Denn unsere Spiele sollen das Brettspielen noch mehr Menschen näherbringen.

Brettspielbox: Kelp ist ein Spiel, was ihr selbst herausbringt. Was ist das Besondere an KELP?

Laia (Wonderbow): Kelp ist das perfekte Beispiel dafür, wie wir unsere Spiele auswählen. Als der Autor Carl Robinson uns Kelp als Prototypen auf der Spiel 22 präsentiert hat, haben wir direkt gespürt, dass wir daraus etwas ganz Besonderes machen können. Zunächst einmal sind so dermaßen asymmetrische 2 Spieler Spiele, wie Kelp eine Seltenheit. Das Thema – Hai gegen Oktopus, hat Carl wirklich hervorragend in Spielmechaniken übersetzt und für uns war es ein großartiges Setting, um es auch visuell gut rüberzubringen. Kelp spielt sich auch emotional komplett unterschiedlich. Als Oktopus sieht man sich der ständigen Bedrohung durch den Hai ausgesetzt, und manipuliert das Brett mittels eines Deckbuilders wie ein Hütchenspieler. Als Hai kreist man unnachgiebig durch den Kelpwald und muss wagemutig zuschlagen … Kelp ist tatsächlich ein außergewöhnliches Spiel, das haben wir früh gemerkt, darum stecken wir auch all unsere Brettspielliebe hinein.

Brettspielbox: Zudem habt ihr KELP via Crowdfunding auf Kickstarter in der Finanzierung. Euer zweites Projekt dort. Wie kam es zu der Entscheidung?

Laia (Wonderbow): Für einen kleinen, neuen Indie Verlag wie uns, ist das einfach eine gute Möglichkeit unsere Spiele zu präsentieren. Auch wenn wir wissen, dass es unglaublich viel Arbeit ist. Mehr als maximal eine Kampagne im Jahr würden wir nicht machen. Aber unsere Erfahrungen mit der ersten Kampagne für „Hunters of the Lost Creatures“ war schon gut. Sie war erfolgreich und die Interaktion mit der Community hat Spaß gemacht. Kelp schien uns noch größeres Potenzial zu haben. Das hat sich dann auch bestätigt.

Brettspielbox: Das Spiel steht bei fast 1 Million Euro. Habt ihr mit dem Erfolg gerechnet?

Sönke (Wonderbow): Nein. Wir wussten schon, dass Kelp etwas besonderes ist und haben über ein Jahr massiv viel Arbeit in die Kampagne vor der Kampagne und natürlich das Spiel gesteckt. Wir haben sehr, sehr positive Rückmeldungen zu Kelp bekommen, ob auf den vielen Messen, die wir über das Jahr besucht haben oder von Reviewern, denen wir Prototypen geschickt haben. Daher haben wir schon damit gerechnet, dass es erfolgreich finanziert wird. Das es so gut läuft, haben wir nicht einmal gehofft.

Brettspielbox: Wie kommt man außerhalb der Kampagne an eure Spiele?

Laia (Wonderbow): wonderbow.de (shop) und hoffentlich bald in vielen tollen Brettspielläden.

Brettspielbox: Was sind eure weiteren Zukunftspläne?

Sönke (Wonderbow): Unser großer Wunsch ist, uns irgendwann komplett auf Brettspiele zu fokussieren. Der Erfolg von Kelp hat uns diesem Traum einen großen Schritt nähergebracht. Jetzt können wir noch mehr Energie in Wonderbow stecken. Nächstes Jahr werden wir wieder auf vielen Brettspielmessen anzutreffen sein und viele wundervolle Spiele dabeihaben.

Brettspielbox: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg!

LINK


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Interviewreihe „junge Verlage“

Bereits in der Reihe „junge Verlage“ erschienen:

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