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Brettspiel News – Kingdom Come Deliverance von CGE

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Kingdom Come: Deliverance als Brettspiel: Vlaada Chvátil und Tomáš Holek arbeiten zusammen

Was passiert, wenn sich zwei Erfolgsautoren zusammentun? Vlaada Chvátil, seit Jahrzehnten feste Größe der Brettspielszene (Galaxy Trucker, Through the Ages, Codenames u.a.), und Tomáš Holek, einer der auffälligsten Autoren der letzten Jahre (S.E.T.I., Tea Garden, Galileo Galilei u.a.), arbeiten gemeinsam an Kingdom Come: Deliverance – The Board Game.

Allein diese gemeinschaftliche Konstellation macht mich neugierig auf das Projekt.

Kingdom Come: Deliverance

Inhaltlich führt das Spiel mit dem etwas sperrigen Namen ins Böhmen des Jahres 1403, mitten in eine Zeit politischer Spannungen und gesellschaftlicher Umbrüche. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht Könige und Heerführer, sondern zunächst einfache Menschen, die ihren eigenen Weg suchen. Genau daraus entwickelt sich ein Abenteuer-Spiel, das Freiheit, Entwicklung und Entscheidungen stark in den Vordergrund stellt.

Abenteuer mit Eurogame-Elementen

CGE beschreibt das Kingdom Come: Deliverance – The Board Game (basierend auf dem gleichnamigen Videospielen von Warehouse Games) als episches Abenteuerspiel mit Eurogame-Elementen. Im Mittelpunkt stehen mehrere Spieltage, in denen die eigene Figur entwickelt, Ausrüstung gesammelt, Kontakte geknüpft und Aufträge verfolgt werden. Man kann kämpfen, stehlen, jagen, reden, Kräuter sammeln oder sich auf ganz andere Dinge konzentrieren. Das Spiel will dabei offensichtlich nicht eine einzige „richtige“ Route vorgeben, sondern unterschiedliche Wege zulassen.

Bemerkenswert ist dabei, dass das Spiel zwar kompetitiv sein soll, aber nicht auf ein direktes Gegeneinander setzt. Die Spielenden stehen sich also nicht klassisch im Weg, sondern versuchen, über ihre eigenen Leistungen, Entscheidungen und Entwicklungen erfolgreich zu sein. Das passt gut zu dem offenen Ansatz, den CGE für das Spiel betont.

Bildmaterial: CGE

Deckbau, Fertigkeiten und Entwicklung

Ein zentrales Element ist das Deckbau-System. Erfahrung wird gegen Fertigkeitskarten eingetauscht, mit denen sich die eigene Figur spezialisieren lässt. Diese Karten werden wiederum für Fertigkeitsproben genutzt, etwa beim Kämpfen, Stehlen, Jagen oder im Umgang mit anderen Menschen. Dazu kommt Ausrüstung, die offenbar spürbaren Einfluss auf den Spielverlauf haben soll. Ob Waffen, Kleidung oder andere Gegenstände – die Entwicklung der Figur ist nicht nur eine Frage von Werten, sondern auch von Vorbereitung und Ausrichtung.

Städte, Geschichten und Nebenquests

Spannend wirkt auch der Aufbau der Stadtgeschichten. Vor der Partie werden drei große Handlungsstränge gewählt, je einer pro Stadt. Diese lassen sich im Verlauf beeinflussen und offenbar auch unterschiedlich zu Ende führen. Dazu kommen Nebenquests und Begegnungen mit ganz normalen Bewohnern, Wachen, Händlern oder anderen Figuren der Spielwelt. Der Anspruch ist klar: nicht nur einzelne Aufgaben abzuarbeiten, sondern eine Welt zu zeigen, die auf Entscheidungen reagiert.

Gerade hier scheint die Brettspielumsetzung möglichst viel vom Charakter der Videospielvorlage mitnehmen zu wollen. Nicht als reine Nacherzählung, sondern als System, das Geschichten am Tisch entstehen lässt.

Kein kleines Projekt

Mit der veröffentlichten Materialliste wird außerdem deutlich, wie groß dieses Spiel angelegt ist. Enthalten sind unter anderem ein großer Hauptspielplan, vier doppellagige Spielertableaus, mehrere Nebentableaus, zahlreiche Plättchen für Tiere, Kräuter, Wunden, Gegner und Tore, mehr als 180 Marker sowie eine sehr umfangreiche Kartenausstattung. Allein bei den Karten finden sich Start- und Fortgeschrittenenfähigkeiten, Tugend- und Sündenkarten, Start- und Nebenquests, Begegnungen, Gegenstände, Solokarten und weitere Kartentypen. Hinzu kommen zehn eigene Storylines mit separatem Material und ein Storyline-Buch. Auch bei den Holzkomponenten ist das Spiel üppig ausgestattet.

Der Umfang sowie die angegebene Spieldauer von 90 Minuten je Spielenden bestätigt damit den Eindruck, dass hier kein leichtes Abenteuer für zwischendurch entsteht, sondern ein großes Projekt, das auf Kampagnengefühl, Vielfalt und Wiederspielbarkeit ausgelegt ist.

Ein Titel, auf den man schauen sollte

Ob die Mischung aus offener Abenteuerstruktur, Figurenentwicklung, Deckbau und Eurogame-Elementen am Ende wirklich aufgeht, muss natürlich erst das fertige Spiel zeigen. Aber schon jetzt ist klar: Kingdom Come: Deliverance – The Board Game gehört zu den auffälligeren Projekten der kommenden Zeit. Nicht nur wegen der bekannten Videospielvorlage, sondern auch wegen der ungewöhnlichen Kombination der Autoren und des erkennbar hohen Anspruchs an Umfang und Freiheit.

Genau deshalb dürfte dieser Titel für viele mehr sein als nur eine weitere Lizenzumsetzung. Könnte auf der SPIEL sicherlich Beachtung finden.

Kerndaten zum Spiel

  • Autor: Tomáš Holek & Vlaada Chvátil
  • Illusttration: Ondřej Hrdina, Mikuláš Podprocký, Jiří Mikovec, Tomáš Duchek, Jakub Politzer, Filip Štorch, Filip Gyurkovský, Pawel Kurowski, Michal Řezníček, Štěpán Drašťák
  • Spielenden-Anzahl: 1-4
  • Alter: 14+
  • Spieldauer: 90 Min. / Spielenden

Erscheinungszeitraum

Die englische Ausgabe soll zur SPIEL 2026 bei CGE erscheinen. Die deutsche Version ist für das Frühjahr bei HeidelBÄR Games angekündigt.

Quellen:

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