Valletta

valetta boxb-kennerHäuserbau auf Malta

Wir befinden uns in der der Zeit 30 Jahre nach der ersten Besiedlung von Malta durch den Malterserorden, welcher einige Jahre zuvor aus Rhodos von den Osmanen vertrieben wurde. Dort traten sie noch unter dem Namen der Johanniter auf.

Und genau in dieser Phase – kurz nach dem ein Angriff der Osmanen auf Malta abgewehrt wurde*, obliegt es uns, die Hauptstadt Valletta aufzubauen. Dabei spielt der damalige Großmeister des Ordens Jean de la Valette eine gewichtige Rolle (wie werden ihn im Spiel wieder treffen).

Bei Valletta treffen wir auf einen alt bekannten Mechanismus, der unter Dominion so recht zu seiner Bekanntheit kam: Deckbau. Etwas schlecht nur, dass kurz vorher ein überraschend schnelles und gut zu spielendes Deckbauspiel von Knizia bei Ravensburger erschienen ist.

* kleine Anmerkung: diese Zeiten waren gerade im östlichen Mittelmeerraum durch sehr viele Gefechte zwischen Osmanen und verschiedenen christlichen Orden geprägt, bei dem sich beide Seiten nicht sehr viel schenkten.


Das Spiel

Nachdem die Auslage aufgebaut ist, bekommt jeder Spiele sein Kartendeck von 8 Karten, die gemischt werden. Fünf Karten werden auf die Hand genommen und jeder Spieler nimmt sich ein Gut entsprechend der umgekehrten Spielreihenfolge.

Dann werden entsprechend der Reihenfolge drei der fünf Handkarten ausgespielt und die angegebenen Funktionen ausgeübt (Ressourcen nehmen, Häuser bauen oder aufwerten, Karten kopieren, die Figur Jean de la Vallette bewegen etc.). Teilweise kann man mit seinen Karten die Mitspieler ärgern oder über Persönlichkeiten Sonderboni und Siegpunkte (direkt oder am Ende des Spiels) erwerben. Wichtig ist es zum einen Jean de la Vallette auf der Straßenleiste sowie Häuser in der Nachbarschaft im Blick zu haben, um entsprechende Bauerleichterungen zu genießen.

Das Spiel endet sobald Jean de la Vallette oder eine Spielfigur auf das letzte Straßenfeld gezogen wurde bzw. ein Spieler sein 8 Haus gebaut hat. Dann gibt es noch eine Endphase, in der die Spieler all ihre Karten noch einmal mischen und ausspielen.

Zum Schluss erfolgt noch restliche Wertungen und der Siegpunktebeste wird gekürt.

Autor: Stefan Dorra • Grafiker: Klemens Franz • Verlag: Hans im Glück • Jahr: 2017

spieler2-4 Spieler • alterab 10 Jahren • zeitca. 40-80 Minuten

b-matMaterial

In der BRETTSPIELBOX befinden sich: 1 zweiteilige Straße, 25 Fassplättchen, 4 x 25/50 und 4 75/100er Plättchen, 37 Gebäudekarten, 73 Personenkarten, 4 Ablagen, 32 Häuser (je 8 in 4 Farben), 4 Spielfiguren, 42 Goldstücke, 30 Hölzer, 30 Steine, 30 Ziegel und die Spielfigur Jean de la Valette

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Schönes Spielmaterial. Allein die Personenkarten wirken etwas zu klein auf dem großen Spieltisch. Problematisch ist der Druck, welche auf dem Kopf etwas schwerer zu lesen ist.

b-einstiegEinstieg

Angenehm kurze Anleitung, um das Spiel zu verstehen. Etwas aufwendiger ist das Studium der Karten, was man vorher idealerweise durchführen sollte.
Der jeweilige Aufbau bedarf je nach Spieleranzahl schon eine Weile. Das kann dann in den Karten schon einmal zur intensiven Suche führen.

b-gefuehlSpielgefühl

Zunächst einmal wirkt der Tisch recht voll. Insbesondere wenn man in voller Besetzung spielt (= 6 Kartenreihen + Straßenleiste). Von den Karten kann man dabei im schlechtesten Fall alles nur auf dem Kopf lesen (zum Glück haben die Karten noch drei Farbkategorien), was gerade in den ersten Partien etwas unbefriedigend ist.

Dabei ist das Spiel vom Grundmechanismus angenehm einfach zu verstehen, aber es kommt dennoch auf die Verzahnung von verschiedenen Kombinationen und Positionen der Hauptfigur de la Vallette an, um Ressourcen optimal einzusetzen bzw. zu bekommen.

Die besondere Herausforderung neben den verzahnten Kartenaktionen ist den richtigen Mix für die Menge der Karten im Deck zu finden, ein möglichst angenehmes schlankes Kartendeck zu besitzen aber auch gleichzeitig für die Endrunde noch ausreichend Karten zu besitzen, um bei den Vergabe der letzten Punkte noch mitmischen zu können.

Etwas stark war in einigen Partien der Startspieler. Dieses wurde vom Verlag mi der Möglichkeit geschaffen, dieses zu umgehen.

Was auch auffällig war, dass man mit einer intensiven Ein-Ressourcen-Strategie immer sehr weit vorne lag.

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b-spassLangzeitspaß

Den Spielspaß von Valletta kann man mit einer kleinen Bergbesteigung vergleichen. Zunächst braucht man etwas für den Aufstieg (und das Kartenkennenlernen), dann hat man den Gipfel und genießt die Aussicht (und damit auch einige Partien des Spiels), doch bereits beim Abstieg macht sich etwas tristes breit, da man nun auch alles gesehen hat. Hier wäre etwas mehr Abwechslung wünschenswert gewesen. Dazu kommt der gefühlt etwas zeitaufwendigere Aufbau des Spiels.

Spielt eine heterogene Truppe zusammen (d.h. es kennen Spieler das Material gar nicht oder nur sehr wenig) gibt es deutliche Spielverschiebung zugunsten der “Wissenden”, was ich als nicht so angenehm empfunden habe.

Ansonsten schönes Spiel, was man – wenn schnell gespielt – immer wieder gut einbinden kann. Komplexer als Wettlauf nach El Dorado, was ich ein wenig vergleichbar empfinde. Wenn ich es also strategischer mag, dann gerne Valletta, wenn es fluffiger gehen soll, greife ich zu El Dorado.

Gesamtbeurteilung 6,5/10

Die strategischere Variante des Deckbaus.  Valletta ist kein schlechtes, aber eben auch kein herausragendes Spiel: eben grundsolide ohne viel neues.

Wäre der Wettlauf nach El Dorado in diesem Jahrgang nicht gewesen,… .


Erweiterungen:

Auszeichnungen:

Spielregeln (ext. Link zu Hans im Glück)


b-aufbaub-karten

b-strategieb-40

b-glueckb-40

b-interaktionb-80

 

VN:F [1.9.22_1171]
Bewerte das Spiel
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